Hamburg

Rund 12.000 Demonstranten gegen Nationalismus

Ein breites Bündnis aus Initiativen und Verbänden hat am Sonntag zur Großdemonstration "Ein Europa für alle" aufgerufen.

Hamburg. Mehrere Tausend Menschen haben sich nach einem Aufruf des Bündnisses "Ein Europa für alle – Deine Stimme gegen Nationalismus" am Sonntag zu einer Großdemonstration in Hamburg versammelt. Das von mehr als vierzig Gruppen, Initiativen und Verbänden organisierte Bündnis ist Teil einer nach Veranstalterangaben europaweiten Initiative, die gleichzeitig in 13 europäischen Ländern zu Protestkundgebungen aufruft, unter anderem in Polen, Schweden, Österreich, den Niederlanden, Italien und Frankreich. In Deutschland sollte in sieben Städten (neben Hamburg auch in Berlin, Frankfurt, Köln, Leipzig, München und Stuttgart) demonstriert werden.

Eine Woche vor der Europawahl am 26. Mai wollen die Organisatoren und Teilnehmer ein Zeichen gegen nationalistische Bestrebungen in der EU gesetzt werden. Zu den Organisatoren gehören unter anderem Attac Deutschland, Campact, Seebrücke und Pro Asyl, fast alle großen Parteien unterstützen die Demonstration. Am Sonntagmorgen rief Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) via Twitter zur Teilnahme auf.

"Großmütter für Klimaschutz" und Antifaschisten vor Ort

Die Demonstration begann um 12 Uhr auf dem Rathausmarkt begonnen, der Protestzug zog von dort aus über den Jungfernstieg, den Valentinskamp, die Ludwig-Erhard-Straße, den Deichtorplatz und die Mönckebergstraße zurück zum Rathaus, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Viele Teilnehmer brachten Flaggen der Europäischen Union zu der Kundgebung mit. Auch Banner von antifaschistischen Bündnissen waren zu Beginn der Demonstration auf dem Rathausmarkt zu sehen.

Nicht nur wegen des Erfolgs der "Fridays for Future"-Bewegung ist der Klimaschutz ein zentrales Anliegen vieler Teilnehmer bei der Demonstration. "Die Probleme hängen miteinander zusammen. Wenn Rechtspopulisten an Einfluss in Europa gewinnen, wirft das auch die Bemühungen gegen Umweltverschmutzung zurück", sagte die Rentnerin Gabriela Boni-Tamm, die mit einem Schild mit der Aufschrift "Großmütter für gesundes Klima" zu der Demonstration kam. "Ich möchte auch zeigen, dass Menschen in meinem Alter die Probleme für die nächsten Generationen sehen und sie aktiv bekämpfen".

Auch viele Familien und junge Menschen versammelten sich am Mittag auf dem Rathausmarkt. "Wenn Europa nach rechts rückt, schadet das eigentlich wirklich allen Werten, die wir als offene Gesellschaft vertreten", sagte eine Studentin, die an dem Protest teilnahm. "Das wäre schlimm für die Menschen, schlimm für die Menschlichkeit, schlimm für das Klima, schlimm für den Zusammenhalt in der Gesellschaft", sagt sie

Erwartete Teilnehmerzahl offenbar überschritten

Der Veranstalter hatte im Vorfeld mit bis zu 10.000 Teilnehmern gerechnet. Kurz vor Beginn der Abschlusskundgebung gab die Polizei die Teilnehmerzahl mit "rund 12.000" an.

Die Hochbahn wiesauf die zu erwartenden Straßensperrungen im gesamten Innenstadtbereich hin und bittet ihre Fahrgäste, mit U- und S-Bahn statt dem Bus zu fahren.