Stadtentwicklung

Streit über Pläne für neue Messehalle in Hamburg

Das Messegelände aus der Luft. Links unten auf der Freifläche neben den weißen Messehallen könnte der Neubau entstehen.

Das Messegelände aus der Luft. Links unten auf der Freifläche neben den weißen Messehallen könnte der Neubau entstehen.

Foto: picture-Alliance

Messehalle soll bis zu 8000 Quadratmeter groß sein. Bezirksamtsleiter Falko Droßmann will dort keine Konzerte. CDU ist dafür.

Hamburg. Die Pläne für die Erweiterung des Messegeländes durch den Bau einer multifunktionalen Messehalle sind umstritten: „Wenn das eine Halle werden soll, in der Konzerte mit bis zu 4600 Besuchern veranstaltet werden, dann bin ich dagegen. Denn diese zusätzliche Belastung kann man der Nachbarschaft nicht zumuten“, sagte Falko Droßmann (SPD), Bezirksamtsleiter Mitte, dem Abendblatt. Droßmann ist wichtig: „Solte es eine Halle sein, die nur für den Messebetrieb genutzt werden soll, dann hätte ich keine Einwände. Denn schließlich ist es eine Messeerweiterungsfläche.“

Senatssprecher Marcel Schweitzer sagt: „Wenn die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) beabsichtigt, das Areal mit einer weiteren Halle zu bebauen, dann müssen natürlich vorher zahlreiche offene Fragen geklärt werden. Bei diesem Thema müssen mehrere Behörden, das Bezirksamt und die Nachbarschaft eingebunden werden.“

Zustimmung von der Opposition

Das Abendblatt hatte von den noch geheimen Plänen der HMC berichtet. Die multifunktionale Messehalle soll an der Lagerstraße direkt am Eingang West gebaut werden und bis zu 8000 Quadratmeter groß sein. Aus ersten Zeichnungen geht hervor, dass auf mobilen Tribünen in der Halle bis zu 4600 Zuschauer Platz haben sollen. Dem Vernehmen nach soll dieses neue Bauwerk auch für Konzerte oder Sportveranstaltungen genutzt werden. Doch zunächst muss der HMC-Aufsichtsrat auf der nächsten Sitzung am 19. Juni zustimmen, dass rund 2,8 Millionen Euro für die Planung freigegeben werden.

Zustimmung gibt es von der Opposition: „Hamburg braucht eine neue moderne und multifunktionale Veranstaltungshalle für mittelgroße Events. Damit dieses Vorhaben als Messeerweiterung funktionieren kann, braucht es ein Verkehrskonzept, weil sonst Chaos entsteht“, sagte FDP-Fraktionschef Michael Kruse. Außerdem müsse sich die Investition rechnen, denn noch immer sei die Messe weit davon entfernt, schwarze Zahlen zu schreiben.

Großer Vorteil

Positiv sieht auch CDU-Wirtschaftsexperte David Erkalp die Pläne: „Der Bau einer neuen Messearena ist grundsätzlich zu begrüßen. Damit hätte Hamburg im Herzen der Stadt eine Begegnungsstätte für fast 5000 Besucher.“ Es sei zudem ein großer Vorteil, dass sie nicht nur für Messezwecke diene, sondern gleichzeitig auch für andere öffentliche Veranstaltungen wie Konzerte, Aufführungen oder Sportveranstaltungen.