StadtRad

So gut sind die neuen Lastenräder der Deutschen Bahn

Die Pedelecs sind dank Elektromotor leicht zu fahren, haben aber einen gewöhnungsbedürftigen Wendekreis.

Die Pedelecs sind dank Elektromotor leicht zu fahren, haben aber einen gewöhnungsbedürftigen Wendekreis.

Foto: Michael Rauhe

Seit April können in Hamburg Fahrräder mit Frachtkiste und Klapp-Bank für Kinder geliehen werden. Das Abendblatt hat sie getestet.

Hamburg. Sie sind ein fester Bestandteil im Hamburger Straßenbild: die roten StadtRäder der Deutschen Bahn. 2600 dieser Leihfahrräder gibt es in der Stadt, vor gut zwei Wochen sind 20 Lastenräder dazugekommen. Wir haben das neue Angebot getestet.

Die mit einem Elektromotor ausgestatteten Pedelecs haben eine Frachtkiste, in der bis zu 45 Kilogramm schwere Lasten transportiert werden können. Aber nicht nur Wochenendeinkäufe oder ein Grill und Bierkästen können befördert werden. Es dürfen auch bis zu zwei Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren mitfahren. Für sie sind eine einklappbare Sitzbank sowie Sicherheitsgurte in der Ladekiste verbaut.

Eine Reservierung ist zu empfehlen

Der Minutentarif entspricht dem für die normalen StadtRäder, einzig der 24-Stunden-Tarif ist teurer und schlägt mit 24 Euro zu Buche. Die Räder lassen sich bereits eine Stunde vor dem gewünschten Startzeitpunkt reservieren. Das ist auch zu empfehlen, denn zum Zeitpunkt unserer Testfahrt war lediglich eines der Räder verfügbar.

Der Motor erleichtert das Anfahren mit dem schweren Zweirad enorm, ist aber nicht zu stark eingestellt, sodass man problemlos die Kontrolle über den Drahtesel behält. Auch das Gleichgewicht lässt sich auf den Rädern gut halten. Der große Wendekreis und das Bremsverhalten sind jedoch gewöhnungsbedürftig. Generell empfiehlt es sich deshalb, mit den Lastenpedelecs möglichst defensiv zu fahren und bei engen Wendemanövern zur Sicherheit abzusteigen.

Kopfsteinpflaster als Herausforderung

Der Motor unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 22 Kilometer pro Stunde, höhere Geschwindigkeiten lassen sich auch mit Beinkraft nicht erreichen – aus Sicherheitsgründen. Auch wenn sich die Räder sehr ruhig und sicher fahren lassen, empfiehlt sich eine Probetour ohne Zuladung, um ein Gefühl für das Verhalten des Pedelecs zu bekommen. Kopfsteinpflaster ist mit Vorsicht zu genießen, auch unebene Wege in Grünanlagen sind eher etwas für Kunden, die schon Erfahrung mit solchen Lastenrädern haben.

Der Bestand soll zeitnah auf 70 Pedelecs aufgestockt werden. Nachteil des Angebots: Die Lastenfahrräder müssen immer zu der Abholstation zurückgebracht werden, andernfalls wird eine Rückführungsgebühr von 50 Euro fällig. Ob es in Zukunft möglich sein wird, die Lastenräder auch an anderen Standorten zurückzugeben, ist derzeit noch nicht klar.