Hamburger Hafen

Nabu nimmt eigenes Luftmessnetz in Betrieb

Mit diesen Sensoren will der Naturschutzbund Nabu eigene Werte zur Luftqualität am Hamburger Hafenrand erheben.

Mit diesen Sensoren will der Naturschutzbund Nabu eigene Werte zur Luftqualität am Hamburger Hafenrand erheben.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Mit acht Sensoren am Rand des Hafens wollen die Umweltschützer gefährliche Schadstoffkonzentrationen nachweisen.

Hamburg. Der Naturschutzbund Nabu hat am Freitag ein eigenes Messnetz für die Luftqualität am Hafenrand in Betrieb genommen. Acht Sensoren entlang der Elbe zwischen der Hafen-City und Teufelsbrück messen die Belastung der Luft mit sieben verschiedenen Schadstoffen, darunter Feinstaub und Stickoxid, teilte die Umweltorganisation in der Hansestadt mit.

Ziel des Projektes sei es, die großen Lücken des städtischen Messnetzes im Bereich Norderelbe zu schließen und die Umwelt- und Gesundheitsgefährdung durch Schiffe und Hafen besser abschätzen zu können.

Messwerte besonders "an kritischen Tagen" interessant

"Wir werden besonders an kritischen Tagen wie dem Hafengeburtstag oder den Cruise Days die Messwerte genau verfolgen", sage Nabu-Experte Sönke Diesener. Frühere Messungen durch den Nabu oder Medien hätten ergeben, dass die Konzentration von Schadstoffen entlang der Elbe zeitweise gesundheitsgefährdend hoch sei. Durch die Anordnung der Messpunkte werde es auch möglich, Luftbelastungen einem konkreten Schiff zuzuordnen.

Rund 8000 Seeschiffe erreichen jährlich den Hamburger Hafen, wobei diese Zahl rückläufig ist. Dazu kommt der hafeninterne Schiffsverkehr, Schlepper, Binnenschiffe, Hafenfähren und Barkassen. Sie werden in der Regel angetrieben durch Dieselmotoren, die weniger strengen Grenzwerten und Umweltvorschriften unterliegen als Autos.

Nicht erlaubt im Hafen ist die Verwendung von Schweröl, wie es noch bis zum Ende des Jahres auf hoher See verwendet werden darf. Der Hafen bietet für Kreuzfahrtschiffe die Verwendung von Landstrom an sowie eine Energieversorgung mit Flüssigerdgas LNG, doch spielen diese Angebote bislang eine untergeordnete Rolle und werden nur wenig genutzt, sowohl aus technischen wie aus Kostengründen.

Nabu-Sensoren sollen fast so genau wie städtische sein

Die Sensoren kommen von dem Hamburger Startup-Unternehmen Breeze Technologies und erreichen nach Angaben der Firma rund 90 Prozent der Messgenauigkeit des offiziellen städtischen Messnetzes. Die Messergebnisse stehen online zur Verfügung. Rechtliche Wirkungen gehen von dem Messnetz nicht aus, da die Werte nicht offiziell sondern privat ermittelt werden.

Falls der Nabu allerdings erhöhte Werte feststellt, kann er damit die Politik unter Druck setzen und zum Beispiel zusätzliche Maßnahmen zur Luftreinhaltung fordern. Bereits in der Vergangenheit hatten die Naturschützer den Vorwurf erhoben, Hamburgs offizielles Messnetz sei im Hafengebiet lückenhaft. Die Umweltbehörde hatte die Kritik zurückgewiesen; das Luftmessnetz entspräche den gesetzlichen Vorgaben.