Immobilien

Saga baut Sozialwohnungen in der HafenCity– mit Elbblick

Senatorin Dorothee Stapelfeldt und Thomas Krebs, Vorstandssprecher der Saga, vollziehen am 4. April den symbolischen ersten Spatenstich für das Bauvorhaben am Baakenhafen

Senatorin Dorothee Stapelfeldt und Thomas Krebs, Vorstandssprecher der Saga, vollziehen am 4. April den symbolischen ersten Spatenstich für das Bauvorhaben am Baakenhafen

Foto: Peter Wenig

In bester Lage baut der kommunale Konzern 180 geförderte Wohnungen. Wer dort einziehen darf und was der Quadratmeter kostet.

Hamburg. Es ist eine Lage, die Immobilienmakler mit allem Recht der Welt mit dem Prädikat besonders wertvoll adeln. HafenCity, unverbaubarer Elbblick, die U-Bahn-Station Elbbrücken liegt nur fünf Fußminuten entfernt. Doch an der Nahtstelle zwischen den Quartieren Baakenhafen und Elbbrücken entstehen keine Luxus-Eigentumsimmobilien, sondern 180 öffentlich geförderte Saga-Wohnungen. Für den kommunalen Wohnungskonzern ist es das erste Projekt in der HafenCity.

Wohnungen erschwinglich

Entsprechend stolz zeigte sich Vorstandschef Thomas Krebs beim symbolischen ersten Spatenstich : „Wir bauen an exponierter Stelle ausschließlich öffentlich gefördert an attraktiver Wasserlage.“ Auch Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, freute sich: „Wir schaffen Wohnungen in attraktiver Lage, die auch für Menschen mit geringem Einkommen erschwinglich sind.“

Die Anfangsmiete für die Wohnungen (erster Förderweg) wird bei nur 6,40 Euro kalt pro Quadratmeter liegen. Mieter dürfen beim Einzug bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Vor einem Jahr hatte der Senat allerdings diese Grenzen stark angehoben – bei einem Ein-Personen-Haushalt etwa von 23.300 Euro auf 25.900 Euro (Bruttojahreseinkommen). Nach Schätzungen des Senats könnten damit rund 40 Prozent der Hamburger Haushalte einen Wohnberechtigungsbescheinigung beantragen.

52 Wohnungen barrierefrei

Die 1,5 bis 4 Zimmer-Wohnungen bieten Balkone zur Elbe oder zum gemeinschaftlichen Innenhof, 52 der 180 Wohnungen werden barrierefrei für Menschen mit Behinderung angelegt. Insgesamt entstehen in dem mehr als einen Kilometer langen Areal des Baakenhafens neben Gewerbe 2200 Wohnungen.

Die Saga Häuser wurden entworfen von den Architekturbüros Schenk Waiblinger sowie Blauraum, sie hatten sich im Wettbewerb durchgesetzt. Ein Teil der Häuser wird mit Solaranlagen ausgerüstet, sie liefern den Strom für die haustechnischen Anlagen. Die überschüssige Energie können die Mieter zu vergünstigten Konditionen erwerben.

Krebs nutzte seine Rede auch direkt für eine Bewerbung für künftige Bauvorhaben vis-à-vis auf dem Kleinen Grasbrook. Wie das Abendblatt berichtete, sollen auf einem Teil des Hafengeländes ab 2021 rund 3000 Wohnungen sowie 16.000 Arbeitsplätze entstehen: „Da wären wir sehr gern dabei.“

Erwartete Bauzeit zwei Jahre

Zuvor allerdings muss die Saga noch ein Luxus-Problem lösen: Wer darf in die Wohnungen in der HafenCity einziehen? „Als wir 2017 die Siegerentwürfe vorgestellt haben, standen die Telefone nicht still“, erinnert ein Saga-Sprecher. Krebs plädiert für ein Modell, wo besonders die eine Chance bekommen, die es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer haben – etwa Familien mit einem geringen Einkommen oder Menschen mit einer Behinderung. Verhindern will Krebs unbedingt, dass Mieter mit Untervermietung an Touristen über Anbieter wie Airbnb Kasse machen. Details will die Saga nun entwickeln, die Bauzeit ist auf zwei Jahre veranschlagt.