Hamburg-Kolumne

Models in Pyjamas – und Tim Mälzer wird Pate

Schmuckexpertin Nicola Hinrichsen (l.) und Modedesignerin Andrea Kummerfeldt rahmen ihre Models ein: Philomena, Karla und Elena in Pyjamas.

Schmuckexpertin Nicola Hinrichsen (l.) und Modedesignerin Andrea Kummerfeldt rahmen ihre Models ein: Philomena, Karla und Elena in Pyjamas.

Foto: Abi Schmidt

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburgs wohl bekanntester Weinhändler feiert seinen 60. Geburtstag: Gerd Rindchen hat Freunde und Wegbegleiter an diesem Wochenende zu einer Feier ins FC St. Pauli- Museum eingeladen. Der Gründer des gleichnamigen Weinkontors begann schon als 18 Jahre alter Gymnasiast mit einem VW-Bulli T2, genannt Traugott, Pfälzer Weine ins bierverliebte Bremerhaven zu importieren. Aus dem überschaubaren Handel des Schülers wuchs ein mittelständisches Unternehmen, das Gerd Rindchen und Gattin Christine vor Kurzem an die Schloss Wachenheim AG verkauft haben. Als Berater ist er aber weiter für die Firma tätig. Zum Geburtstag hat sich der Weinkenner etwas Besonderes gewünscht – eine Flasche Wein, die er noch nicht kennt.

So gut gefüllt ist die Kirche oft nur zu Ostern und Weihnachten. Oder eben wenn Knut Terjung, früherer langjähriger Leiter des ZDF-Studios Hamburg, in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern prominente Gäste zum Gespräch bittet. Am Montagabend begeisterte der emeritierte Weihbischof Hans-Jochen Jaschke die mehr als 300 Besucher mit seiner offenen Art. Nach einer schweren Operation im vergangenen Jahr fühle er sich wieder „ganz gut“, sei gerade noch 7,5 Kilometer um die Alster gelaufen, müsse sich aber an das Rentnerdasein noch gewöhnen.

„Insbesondere Dienstwagen und Fahrer fehlen mir“, gab der Geistliche zu, der ursprünglich Lehrer werden wollte. Dann aber habe er sich zum Erstaunen seiner Eltern mit 19 Jahren entschlossen, Priester zu werden. „Eine Erleuchtung habe ich nicht gehabt. Man wächst da einfach so rein.“ Zu seinem Doktorvater Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt, pflege er nach wie vor eine enge Beziehung. Er habe ihn immer wieder in Castel Gandolfo besucht, zuletzt vor zwei Jahren.

Doch auch heikle Themen, darunter die geplante Schließung katholischer Schulen in Hamburg, kamen bei dem von ZDF-Mann Terjung souverän und charmant moderierten Gespräch nicht zu kurz: „Ich verstehe, dass das Ganze viele Gemüter erregt und viele Menschen enttäuscht“, so Jaschke. Er setze darauf, dass es gelinge, bis zum Sommer neben den 16 Schulen, die ohnehin bleiben sollen, drei bis vier weitere zu erhalten.

Zum Thema Missbrauch sagte Jaschke: „Ich bin mit allen Verantwortlichen der katholischen Kirche über den Missbrauch an Kindern und Nonnen sehr aufgebracht und wütend. Hier muss alles auf den Tisch.“ Viele der Besucher freuen sich schon jetzt auf die nächsten Abende der äußerst beliebten Gesprächsreihe. Am 1. April wird Barbara Plankensteiner, Direktorin des Museums MARKK, zu Gast sein, am 2. September kommt Moderator und Talkmaster Markus Lanz und am 30. September Sängerin Vicky Leandros.

Nachhaltigkeit ist ja so ein Begriff, den viele gerne bemühen, aber wenige wirklich ausfüllen. Bei Model, Schauspielerin und Bloggerin Marie Nasemann scheint das anders zu sein. Bei der Vorstellung des neuen Audi e-tron im Hanse Gate erzählte die Moderatorin des Abends, dass sie mit Tupperdose zum Sushi-Laden geht, weil sie die riesigen Plastikverpackungen dort abschrecken und möglichst nur ökologisch produzierte Mode trägt. Ein Kleidungsstück müsse mindestens 30-mal getragen werden, um nachhaltig zu sein.

Über die Markteinführung des neuen Audi sagte sie: „Es braucht Vorreiter. Genauso wie Öko-Mode nicht ökig aussehen soll, soll auch ein E-Car nicht wie ein Raumschiff aussehen.“ Es war ein Abend unter Strom, zu dem die Gastgeber Bernd Glathe und Bernd Kußmaul von Auto Wichert geladen hatten. Best Ager Model Almuth Wehmeyer, die mit ihrem Mann Bernd gekommen war, erzählte, sie habe mit 20 Jahren ihren Vater in einem roten Manta zu Terminen kutschiert, später sei sie einen weißen Golf Cabrio gefahren, doch der „war schwierig zu putzen“. Unter den Gästen auch Sven Neuhaus (HSV), Charity-Lady Hannelore Lay sowie Theaterunternehmer Norbert Aust.

Barkassen-Meyer wird 100 Jahre alt – und feiert am kommenden Donnerstag, 28. März, natürlich am Wasser, genauer gesagt in Entenwerder. NDR-Moderatorin Anke Harnack wird das neue Schiff des Unternehmens, die MS „Ennstal“, taufen, der Segen kommt von Michel-Hauptpastor Alexander Röder, die Festrede wird Wirtschaftssenator Michael Westhagemann halten. Lichtkünstler Michael Batz setzt die Feier in Szene, und Mary Roos gibt ein Privatkonzern. Die Sängerin sei eine liebe Freundin, schreibt Barkassen-Meyer-Inhaber Hubert Neubacher und lädt mit einem typisch hanseatischen Zitat ein: „Mit harter, ehrlicher Arbeit und einem fairen Miteinander findet man an der Waterkant schnell Verbündete und im schönsten Fall Freunde fürs Leben.“

Drei Jahre führt Birgitt Ohlerich, nun bereits als Landesverbandsvorsitzende den Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU). Am kommenden Montag stellt sich die Hamburger Steuerberaterin für eine zweite Amtszeit zur Wahl. „Mich reizt, dass ich die Möglichkeit habe, das wirtschaftliche Umfeld für Frauen mitzugestalten“, sagt sie. „Frauen arbeiten seit vielen Jahren daran, auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden.

Wir haben in den letzten Jahren eine Menge erreicht, aber es gibt noch Luft nach oben.“ Ihr bestes Argument für die Wiederwahl: In den vergangenen drei Jahren ist der VdU Hamburg/Schleswig-Holstein um 30 Prozent gewachsen – vor allem durch junge Unternehmerinnen. Der VdU hat sich zur Aufgabe gemacht, die Vernetzung der Unternehmerinnen zu verbessern. Der Gedanke geht zurück auf Käte Ahlmann, die 1954 den Verband als Plattform gründete, damit sich Frauen stärken und austauschen können. „Das ist immer noch nötig und findet bei den Veranstaltungen unserer Landesverbände zu unterschiedlichsten wirtschaftspolitischen Themen statt“, so Ohlerich. „Es ist faszinierend, wie anders die Kommunikation verläuft, wenn Referenten und Publikum aus Frauen bestehen. Es ist offener, lockerer, heiter und meistens auch intensiver. Dabei haben wir nichts gegen Männer und finden den Austausch wichtig.“

Eine Schlafbrille à la Audrey Hepburn auf dem Kopf. Dazu einen seidenen Zweiteiler im Pyjamalook und Schmuck am Hals. Für die Eröffnung ihres neuen Pop-up-Stores in der Maria-Louisen-Straße in Winterhude hat sich Modedesignerin Andrea Kummerfeldt etwas Besonderes einfallen lassen. Denn zu der Kollektion der 53-Jährigen gehören Stücke, die im Pyjamalook gehalten sind. Warum also nicht eine Präsentation mit passender Schlafbrille? Bei Weißwein, Brezeln und Popcorn wurde die neue Kollektion vorgestellt. Zusammen mit Schmuckdesignerin Nicola Hinrichsen hat sie den Laden bis zum Herbst angemietet. Zu den Gästen des Abends gehörten Kaschmirdesignerin Simone Bruns, Künstlerin Corinna Holthusen und Galeristin Anne Mörchen.

Gourmets kamen bei der Küchenparty „Full Kirchen“ im Landhaus Stricker in Tinnum auf ihre Kosten. 17 Gänge präsentierte das Team um Sternekoch Holger Bodendorf an den Kochstationen bei dem Event auf der Insel Sylt. Dazu wurde den rund 100 Gästen Wein und Champagner gereicht. Das ließen sich auch viele Hamburger nicht entgehen. Auf die Reise gemacht hatten sich die Moderatoren Nova Meierhenrich und Andreas Türk. Auch Schauspieler Stephan Luca war dabei. Es wurde eine lange Nacht. Kein Wunder, denn DJ Mozart aus der legendären Diskothek Pony in Kampen legte auf. Einer der Gastgeber war der Hamburger PR-Unternehmer Gunnar Henke. Der freute sich über das positive Feedback der Gäste und kündigte eine Wiederholung der Veranstaltung an.

Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es in dieser Woche für Tim Mälzer: Erst verlor der Hamburger zum Abschluss der jüngsten Staffel seiner TV-Sendung „Kitchen Impossible“ das Duell gegen Tim Raue. Der Berliner Zwei-Sterne- und der Hamburger TV-Koch liefern sich seit Jahren erbitterte (Küchen-) Schlachten im Fernsehen, von den bisherigen vier Duellen hat jetzt jeder zwei gewonnen, Nummer fünf folgt bestimmt. Die gute Nachricht für Mälzer: Er wird Patenonkel des Sohns des Hamburger Musikers Sasha, der im November Vater geworden ist: „Tim hat sich am meisten gefreut, dass wir ein Baby bekommen“, sagte Sasha der „Gala“.

Eine neue Aufgabe hat Christoph Boneberg. Der 33-Jährige war gut drei Jahre lang Pressesprecher der Carlsberg Deutschland Gruppe, zu der die Holsten Brauerei gehört. In Zukunft betreut Boneberg im Marketing der Hamburger Brauerei das Craft- und Spezialitätenportfolio mit den Marken Duckstein, Brooklyn Brewery und Grimbergen.

Götz Wiese ist relativ frisch Vorsitzender der Hamburger Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU – und will was bewegen. Zum Beispiel mit einer Vortragsreihe, zu der er jetzt Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider ins Überquell in den Riverkasematten einlud. Während Haider über die Umfragen zur Bürgerschaftswahl – und damit zwangsläufig über die starken Werte der Grünen – sprach, machte Wiese Werbung in eigener Sache: „Wir wollen uns als Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung bei den anstehenden Bezirkswahlen stärker einmischen“, sagte er vor rund 80 Gästen. Darunter: die Bürgerschaftsabgeordnete Franziska Rath, Berater Matthias Busold und Michael Semder (Dr. Schreyer & Partner).