Hamburg-Kolumne

Minister beim Liebesmahl und ein Porsche-Platzproblem

Freuten sich aufs 99. Ostasiatische Liebesmahl: Almut Rößner und Hans-Georg Frey (beide OAV-Vorstand), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Minister S.E. Nguyen Chi Dung und Bürgermeister Peter Tschentscher.

Freuten sich aufs 99. Ostasiatische Liebesmahl: Almut Rößner und Hans-Georg Frey (beide OAV-Vorstand), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Minister S.E. Nguyen Chi Dung und Bürgermeister Peter Tschentscher.

Foto: Andreas Laible

Außerdem erlebte Hamburg eine Trampolinshow in der Handelskammer und den Besuch eines surfenden Whisky-Produzenten.

Hamburg. Das Ostasiatische Liebesmahl ist eine der traditionsreichsten Veranstaltungen in der Hansestadt. Zum 99. Mal hatte der Ostasiatische Verein (OAV) zu diesem exklusiven Abend in den Großen Festsaal des Rathauses eingeladen. Aus Berlin war Peter Altmaier (CDU) angereist. Der Bundeswirtschaftsminister betonte in seiner Rede: „Die Veranstaltung bringt jedes Jahr Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Diplomaten sowohl von deutscher als auch asiatischer Seite zusammen.“ Gerade in diesem Jahr biete sich eine exzellente Gelegenheit, die Stoßrichtung der deutschen Industriepolitik mit Blick auf die dynamische Asien-Pazifik-Region vor den Spitzen der deutschen Asienwirtschaft und den asiatischen Gästen darzulegen, so der Politiker weiter. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte: „Mit dem Ostasiatischen Verein, dem German Institute for Global and Area Studies und anderen Einrichtungen verfügen wir in Hamburg über ein gutes Netzwerk, um neue Ideen zu entwickeln und Kooperationen aufzubauen.“ Die Einladungen zu diesem hochkarätigen Netzwerktreffen – die Herren trugen Smoking, die Damen Abendkleider – sind begehrt: 350 Gäste begrüßte der OAV-Vorsitzende Hans-Georg Frey am Freitagabend. Darunter mehr als 20 asiatische und deutsche Botschafter. Aus der Hamburger Politik waren Bürgerschaftsvizepräsidentin Barbara Duden (SPD) und der Chef der Senatskanzlei, Jan Pörksen (SPD), dabei. Die weiteste Anreise hatte Nguyen Chi Dung. Der vietnamesische Minister für Planung und Innovation lobte in seiner Rede die „langjährigen und guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam“. Natürlich muss bei einem Ostasiatischen Liebesmahl auch kulinarisch einiges geboten werden. Der Hamburger Caterer Tafelspitz zeichnete für das Festessen verantwortlich, die Tische waren mit üppigen Blumenbouquets und silbernen Kerzenständern geschmückt. Zum Hauptgang wurde honigglasierte Entenbrust mit Thai-Brokkoli serviert. Gelegenheit zum entspannten Netzwerken hatten die Gäste nach dem Menü bei Mokka, Desserts und Digestif in den Räumen des Rathauses. Dort wurde noch bis in die späten Abendstunden diskutiert und Geschäfte angebahnt. Denn das Liebesmahl gilt als Marktplatz für alle, die am Handel mit asiatischen Ländern interessiert sind.

Trampolinshow in der Handelskammer

Sportlich ging es zum Auftakt der Messe Internorga zu. Eine Trampolinshow in der Handelskammer stimmte die Gäste auf die Leitmesse für Hotellerie und Gastronomie ein, die noch bis zum 19. März auf dem Messegelände veranstaltet wird. Zur Eröffnungsfeier begrüßte Messechef Bernd Aufderheide rund 350 Gäste und sagte: „Die artistische Dynamik, die wir vor wenigen Minuten bei den Künstlern der Tramphouse- und Trampolin-Show erlebt haben, lässt sich mit dem Außer-Haus-Markt vergleichen. Auch hier erleben wir fortlaufende Veränderung, neue Entwicklungen, neue Treiber am Markt.“ Durch den Abend und die Verleihung des „Internorga Zukunftspreises“ führte NDR-Moderatorin Julia Westlake. Danach servierte Sternekoch Karlheinz Hauser (Süllberg) ein Menü. Zum Hauptgang wurde Hirschkalbsrücken gereicht. An den Tischen hatten zahlreiche Hamburger Hoteldirektoren Platz genommen. Darunter Radisson-Blu-Chef Oliver Staas. Der bekennende St.-Pauli-Fan musste noch die 0:4-Niederlage seiner Lieblingsmannschaft gegen den HSV vom vergangenen Sonntag verkraften. Gute Laune hatte Michael Fritz. Der Direktor des Hotels Steigenberger Treudelberg freut sich auf die Frischzellenkur für das Haus in Poppenbüttel. Im April startet die 13-Millionen-Euro-Sanierung. Eine Baustelle beschäftigt momentan auch Mövenpick-Direktorin Annette Bätjer. Aber die ist nicht im Hotel, sondern privat: „Wir ziehen demnächst in der Nähe von Hamburg um, das Haus wird zurzeit umgebaut“, sagt Bätjer. Es ist eher selten, dass Kaffeeunternehmer Albert Darboven und sein Sohn Arthur – beide haben bekannterweise ein angespanntes Verhältnis (wir berichteten) – dieselbe Veranstaltung besuchen. An diesem Abend waren beide zugegen, suchten aber nicht das Gespräch miteinander. Dehoga-Chefin Ulrike von Albedyll, Citymanagerin Brigitte Engler, Hamburg-Tourismus-Geschäftsführer Michael Otremba und Holsten-Chef Sebastian Holtz waren ebenfalls dabei.

Pre-Internorga-Party mit Ratsherrn-Team

Früher war die Hansestadt das „Brauhaus der Hanse“, die Bierhauptstadt der Welt. Zur Internorga ist sie es wieder: Oliver Nordmann, sein Sohn Niklas Nordmann und das Ratsherrn-Team luden am Donnerstag bei der „Pre-Internorga-Party“ zu Bier, Stullen und Musik an die Lagerstraße und präsentierten neue und altbekannte Ratsherrn-Spezialitäten. Auf allen Flaschen prangt nun wieder die alte und zwischenzeitlich verschwundene Halskrause der Ratsherren. Die urhanseatische Marke war 1952 von der Elbschloss-Brauerei gegründet worden und später zu Holsten gekommen, bevor die Nordmann-Gruppe sie 2005 übernahm. In den Schanzenhöfen plant die Brauerei, im zweiten Halbjahr weitere Craftbiere auf den Markt zu bringen, ein alkoholfreies Bier, aber auch Ratsherrn gebraut mit Dinkel und Hafer.

Eine weite Anreise hatte David Prior. Der Unternehmer lebt in Australien, ist begeisterter Surfer, jettet mit seiner Frau Sally durch die ganze Welt und besitzt eine Whisky-Destillerie in Schottland. David Prior ist ein glücklicher Mann. „Sehr glücklich sogar“, sagte der 48-Jährige bei einem Kurzbesuch in Hamburg. Auf Einladung des deutschen Importeurs seiner Spirituosen plauderte er im Hafen-Klub mit einem handverlesenen Fachpublikum über seine Pläne für die Bladnoch-Brennerei, erzählte, dass er 2015 die damals stillgelegte Destillerie nur mit sehr viel Glück erwerben konnte und seitdem sehr viel mehr Geld in Schottlands südlichste Brennerei stecken musste, als er sich vorgestellt hatte. Bei Bladnoch wurde schon vor mehr als 200 Jahren erstmals Whisky hergestellt die Destillerie gilt als eine der schönsten des Landes. Der Whisky-Enthusiast Prior kann sie sich leisten, weil er in seiner Heimat zuvor ein ganz anderes Unternehmen aufgebaut und dann verkauft hatte. Das Produkt war komplett alkoholfrei: Bio-Joghurt.

Wo sich Prinz und Sternekoch treffen

Eigentlich ist Hamburg sein Terrain. Doch an diesem Sonntag lädt PR-Profi Gunnar Henke auf die Insel Sylt ein. Gemeinsam mit dem Unternehmer York Prinz zu Schaumburg-Lippe und ­Christian Dunger, Vorstandsvorsitzender der WDI AG, veranstaltet Henke die Küchenparty „Full Kitchen“ im Landhaus Stricker in Tinnum. Gastgeber ist Sternekoch Holger Bodendorf, dem das luxuriöse Hotel gehört. Es haben sich rund 100 Gäste angesagt, darunter viele Hamburger, die extra für das Event auf die Nordseeinsel reisen.

Die Ehrung der „Trainer des Jahres“ steht am Dienstag im Mittelpunkt des Jahresempfangs des Hamburger Sportbundes (HSB) im Haus des Sports am Schlump, zu dem Präsident Jürgen ­Mantell eingeladen hat. Dabei sind in der Hauptkategorie Schwimm-Trainer Veith Sieber und Golf-Trainer Christian ­Lanfermann die Kandidaten für die Auszeichnung. In der Kategorie „Nachwuchstrainer des Jahres“ waren Aaron Barnitzke, Alexander Goltz (beide Segeln), Marc-Oliver Herbert (Hockey) und Jan Suhrhoff (Rudern) zur Wahl vorgeschlagen worden. Die Ergebnisse des Votums einer dreiköpfigen Jury werden erst am Dienstag bekannt gegeben. Beim HSB-Jahresempfang, der um 18 Uhr beginnt, komplettieren eine Podiumsdiskussion und eine Showeinlage das Programm.

Geschäftsführer mit acht Töchtern

Zweigleisig fährt zurzeit Steffen Knies. Neben seiner Aufgabe als Geschäftsführer des Porsche Zentrums Hamburg-Nordwest hatte er seit September vergangenen Jahres kommissarisch auch die Leitung des neuen Standorts an der Lübecker Straße übernommen. Doch am 1. April hat die Zweigleisigkeit ein Ende, und Philipp von ­Witzendorff übernimmt diese Position (wir berichteten). Dann kann sich Knies wieder auf seine alte Wirkungsstätte konzentrieren. Wie viele der edlen Sportwagen in der Hansestadt verkauft werden, darüber spricht Knies nicht.

Aber die Geschäfte laufen offensichtlich gut, auch in der vor einem guten halben Jahr eröffneten Niederlassung an der Lübecker Straße: „Hamburg ist Porsche-Hauptstadt“, sagt Knies. Der 53-Jährige hat eine beachtliche Karriere hingelegt: 1985 startete Knies als Auszubildender bei einem Hamburger BMW-Händler. 1991 wechselte er als Verkaufsberater zum Porsche Zentrum Hamburg Nord-West und begann dort einen ­steilen Aufstieg bis hin zur Geschäftsführung. Auch privat hat er einiges vorzuweisen: Insgesamt acht Kinder zählt die zehnköpfige Eppendorfer Patchwork-Familie von Knies und seiner Ehefrau. „Alles Mädchen, die Jüngste ist elf, die Älteste 26 Jahre alt“, verrät der Autoexperte.

Neben seinem Beruf und dem Management der Großfamilie ist er leidenschaftlicher Golfer und Tennisspieler. Einziger Haken: Für den gemeinsamen Familienausflug fehlt es zurzeit an einem Zehnsitzer im Sortiment von Porsche. Das gleiche Problem hat übrigens auch sein künftiger Kollege Philipp von Witzendorff, der mit seinen fünf Kindern ebenfalls vergebens nach einer Alternative im Porsche-Sortiment sucht.