Hamburg-Kolumne

Mode, zwei Babys und eine Bar auf dem Dach

Kurz vor dem Laufstegauftritt im Atlantic: Schauspielerin Jenny Elvers war als Model gebucht und ihr Sohn Paul, kurz vor seinem 18. Geburtstag, als Begleitung dabei.

Kurz vor dem Laufstegauftritt im Atlantic: Schauspielerin Jenny Elvers war als Model gebucht und ihr Sohn Paul, kurz vor seinem 18. Geburtstag, als Begleitung dabei.

Foto: Roland Magunia / HA

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. Kult sind die Modenschauen von Designerin Liz Malraux, die für ihre extravaganten bunten Kreationen bekannt ist. Die Sommerkollektion wurde im Atlantic präsentiert. Schmetterlinge standen im Fokus. In erster Linie ist ­Jenny Elvers als Schauspielerin bekannt. Doch für diesen Abend wechselte die 46-Jährige die Seiten und präsentierte sich als Model auf dem Laufsteg im Großen Festsaal. Aber das ist wohl eher die Ausnahme. Denn demnächst „bin ich im Kinofilm ,Ronny & Clyde‘ zu sehen“, erzählte Elvers. Ein ausgezeichnetes Verhältnis hat sie zu ihrem Sohn Paul, der im Publikum den Auftritt seiner Mutter verfolgte.

Paul hat an diesem Sonnabend seinen großen Tag, er wird 18 Jahre alt und kündigte an: „Es wird eine große Party geben.“ Sein größter Wunsch: „Ich mache gerade meinen Führerschein und würde gerne ein eigenes Auto haben.“ Noch leben Jenny Elvers und ihr Sohn in der Lüneburger Heide. Aber das könnte sich ändern, wenn Paul sein Abitur gemacht hat: „Ich habe schon in Hamburg gewohnt, war diese Woche eigentlich jeden Tag hier und könnte mir natürlich vorstellen, wieder in diese tolle Stadt zu ziehen“, sagte Elvers. Eine Bedingung hat die Künstlerin allerdings, die Wohnung müsse bezahlbar sein. Unter den Gästen bei der Modenschau war auch Schauspielerin Tina Ruland, die extra aus Berlin angereist war.

Wenn die ITB (Internationale Tourismusbörse) in Berlin ruft, macht sich die Branche auf den Weg in die Bundeshauptstadt. Auf dem Hamburg-Stand werden neue Kontakte geknüpft und Geschäfte angebahnt. Mehrere Hundert Gäste kamen zum Empfang mit Sushi und Live-Musik. Seit Jahren mit dabei ist Theaterunternehmer Norbert Aust, in seiner Funktion als Vorsitzender des Tourismusverbands Hamburg. Der war bester Laune und voller Vorfreude, denn Aust wird im Juli zum zweiten Mal Opa. Seine Tochter erwartet ein Mädchen. Dass Tourismus-Staatsrat Torsten Sevecke Vater wird, ist bekannt. Aber jetzt steht fest.

Seine Partnerin Lydia Kleist, Chefin des Landessportamts, bekommt auch ein Mädchen. Der Geburtstermin soll im Juli sein. Vor einer sportlichen Herausforderung steht Moritz Klein. Der Direktor vom Steigenberger Hotel an der Heiligengeistbrücke hat sich für den Hamburg Marathon angemeldet und trainiert nun regelmäßig für seinen großen Tag. Schon am Vorabend der ITB trafen sich rund 80 Gäste auf Einladung von Hamburg Tourismus-Chef Michael Otremba zu einem Get-together im Hansekeller der Hamburger Landesvertretung an der Jägerstraße in Berlin.

Bei dieser Gelegenheit wurde sich nicht nur über die Branchenneuigkeiten ausgetauscht, sondern auch ein kleines Kickerturnier ausgetragen. Viele Jahre war Franz Klein der Leiter der Hamburger Landesvertretung. Beim Empfang war er auch dabei, aber in anderer Mission: Seit fast vier Jahren ist er Präsident des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) Hamburg. Klein sah sichtlich erholt aus. Kein Wunder, hatte er doch gemeinsam mit Gattin Anne-Marie Bauer, Direktorin des Tortue Hotels in den Stadthöfen, Urlaub in Südafrika gemacht.

125 Jahre Hansa Theater. Das musste gebührend gefeiert werden. Und so tummelten sich am Dienstagabend zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Medien und Gesellschaft auf dem roten Teppich des plüschigen Kleinods am Steindamm. „Die Atmosphäre hier ist toll“, schwärmte ARD-Moderator Gerhard Delling, der das Varieté nicht zum ersten Mal besuchte. „Man trifft hier immer Freunde und Bekannte.“ Auch Schauspielerin Eva Mattes war nicht zum ersten Mal im Hansa Theater und freute sich auf den Premierenabend: „Diesen einmaligen Saal vergisst man nicht.“ Kurz vor Beginn der Show war das Foyer gerappelt voll.

Unter den rund 500 geladenen Gästen waren neben Bürgermeister Peter Tschentscher auch Ex-„Tagesschau“-Sprecher Jo Brauner, die Schauspielerinnen Hannelore Hoger und Nadja Tiller, Regisseur Jürgen Flimm und Innensenator Andy Grote. Bei Wein und dem beliebten Theaterteller genossen die Gäste das Programm aus Akrobatik, Kabarett und Jonglage. Bürgermeister Tschentscher sowie die Gastgeber Thomas Collien und Ulrich Waller, Intendanten des St. Pauli Theaters, sorgten bereits mit ihren launigen Grußworten für Gelächter.

Im siebten Himmel. So wollte Eugen Block die neue Bar auf dem Dach seines Grand Elysée Hotels an der Rothenbaumchaussee nennen. Die Lounge in luftiger Höhe soll im Mai eröffnen. Aber aus dem Namen wird nichts. Denn seine Tochter Christina, die als Botschafterin des Hotels fungiert, hat ihr Veto eingelegt. Das erzählen die beiden gut gelaunt beim Ortstermin. „Wir sind noch in der Namensfindung und auf der Zielgeraden“, sagt Christina Block. Es wird irgendwas mit „Top“ werden, ist ihr noch zu entlocken. Die Stahlelemente für die Dachterrasse sind bereits fest verankert, die Teakholzplatten für den Fußboden geliefert.

Unternehmer Block, der im vergangenen Jahr sein 50. Steakrestaurant Block House eröffnete, erfüllt sich mit der Bar einen Herzenswunsch: „Ich wollte endlich mal die Alster sehen von hier oben.“ Tatsächlich können die Gäste einen Blick auf das Wasser erhaschen. Mit der Bar möchten die Blocks auch eine neue Zielgruppe für das Luxushotel gewinnen. „Das wird eine coole Location, wir haben auch die 25- bis 50-Jährigen im Blick“, sagt Christina Block. Bei gutem Wetter soll die Dachterrasse ab dem späten Nachmittag geöffnet haben.

Kleine Gerichte, Cocktails und Longdrinks stehen auf der Karte. Auch ein DJ soll hier ab und an auflegen. 40 Plätze sind geplant. Die Gäste können zwischen Loungemöbeln, Hochtischen und Sonnenliegen wählen. Der 78-jährige Block strotzt vor Energie. Viermal in der Woche ist er im Grand Elysée anzutreffen und bespricht sich mit Direktor André Vedovelli. Aber es gibt noch mehr. Zurzeit ist Block mit einem neuen Vier-Sterne-Hotel in Berlin beschäftigt. Der Baustart ist für nächstes Jahr geplant.

Freude an der Arbeit hat Jürgen Bruns-Berentelg. Der Chef der HafenCity Hamburg GmbH ist 67 Jahre alt, aber von einem entspannten Rentnerdasein kann keine Rede sein. Sein Vertrag wurde vor geraumer Zeit um drei Jahre bis Oktober 2021 verlängert. Eine offizielle Mitteilung gab es dazu nicht. Das ist Bruns-Berentelg offensichtlich nicht wichtig, er konzentriert sich lieber auf seine Arbeit.

Kurz vor dem Weltfrauentag trafen sich 40 Damen im Restaurant Tarantella in der Spielbank, um beim Vogue Business & Bree Dinner über, ja, was, über Mode und Beauty zu sprechen? Nein, es ging um Nachhaltigkeit und Bäume. Chefredakteurin Christiane Arp hatte die international erfolgreiche Tree-Brokerin Katharina von Ehren eingeladen, die von ihrer Vision sprach, Parkplätze in Grünflächen zu verwandeln, und warum Bäume Energie abgeben. Christiane Arp gab zu, mit den riesigen Eichen, die sie im Garten hat, zu sprechen und sie regelmäßig zu fragen, wie es ihnen gehe. „Bäume sind für mich etwas sehr Emotionales.“ Erst wenn die alten Bäume anfangen, sich zu bewegen, dann sei für die Norddeutsche Sturm. Die Tische, an denen anschließend ein Drei-Gänge-
Menü serviert wurde, glänzten natürlich mit ganz besonderer Blumendekoration. Flower-Frauen-Power.

Ein Buch mit starken Hamburger Bezügen, die man als solche nicht auf den ersten Blick erkennt, hat Micky Beisenherz geschrieben. Bei Rowohlt ist „… und zur Apokalypse gibt es Filterkaffee“ erschienen, das sich unter anderem mit der Unart vieler an Alster und Elbe joggender Menschen beschäftigt, ihre Laufzeiten über die sozialen Medien zu posten. Wahlhamburger Beisenherz schreibt dazu diesen wunderbaren Satz: „Wem soll das nützen – außer vielleicht einer usbekischen Einbrecherbande, die jetzt weiß, dass Genosse Spandex jeden Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 8 und 8.43 Uhr an der Elbe entlangeiert. Davon ab: Sechs Kilometer in einer Stunde und drei Minuten? Was soll das sein? Ein öffentlicher Schrei nach Hilfe?

Hoch hinaus will Tim Mälzer. Der Kultkoch und erfolgreiche Gastronom (Bullerei) eröffnet demnächst gemeinsam mit Partnern ein Restaurant in der 18. Etage eines Bürohochhauses. Das steht allerdings nicht in Hamburg, sondern in Braunschweig. In der nächsten Woche stellt Mälzer das Küchenkonzept auf der Baustelle vor.

Hamburg ist eine Porsche-Hochburg. Nächste Woche dürften die Herzen der PS-Fans höher schlagen. Im Schuppen 52 im Hafen wird das neue 911er-Modell vorgestellt. Hamburgs Porsche-Chef Stefan Knies erwartet rund 800 geladene Gäste zu diesem Ereignis.

Einen neuen Stammgast hat das The Fontenay an der Außenalster. Bereits zum zweiten Mal wohnte Tina Turner in dem Luxushotel gemeinsam mit Ehemann Erwin Bach. Der Weltstar war zur Deutschlandpremiere seines Musicals im Operettenhaus am Spielbudenplatz angereist. The Fontenay-Direktor Thies Sponholz hatte auch schon Schauspiellegende Pierce Brosnan zu Gast. Demnächst gibt es übrigens einen Grund zum Feiern. Das The Fontenay von Unternehmer und Mäzen Klaus-Michael Kühne wird am 19. März ein Jahr alt.