Landungsbrücken

Hamburgische Bürgerschaft verschenkt ihre Weinstöcke

Der Weinberg der  Hamburgischen Bürgerschaft am Stintfang über der Elbe an den Landungsbrücken.

Der Weinberg der Hamburgischen Bürgerschaft am Stintfang über der Elbe an den Landungsbrücken.

Foto: Christophe Gateau / picture alliance / Christophe Gateau/dpa

Wegen des Umbaus am U-Bahnhof Landungsbrücken müssen die Reben weichen. Umpflanzen kann man sie leider nicht.

Hamburg.  Die Hamburgische Bürgerschaft verschenkt am Sonntag (24. Februar) um 12 Uhr ihre Weinstöcke am Stintfang auf St. Pauli. Weil der U-Bahnhof Landungsbrücken grundlegend umgebaut werden soll, müssten die Weinstöcke der Bürgerschaft weichen, teilte das Landesparlament am Donnerstag mit. Das Holz der alten Reben könne beispielsweise zu Deko-Zwecken genutzt werden.

In der kommenden Woche sollen die Vorarbeiten zu den Baumaßnahmen am U-Bahnhof beginnen. Der Weinberg befindet sich direkt dahinter. Ein erfolgreiches Umpflanzen ist nach Einschätzung von Weinanbau-Experten nicht möglich. Die Wurzeln der bis zu 25 Jahre alten Rebstöcken seien mittlerweile bis zu 20 Meter lang und würden beim Ausgraben zwangsläufig zerstört, hieß es. Neue Weinstöcke könnten erst nach Abschluss der Bauarbeiten frühestens Ende 2021 gepflanzt werden.

Ein Geschenk des „Stuttgarter Weindorfes“

Der Weinberg mit Blick auf den Hafen wurde 1995 mit zunächst 50 Rebstöcken angelegt. Die Weinstöcke waren ein Geschenk der Wirte des „Stuttgarter Weindorfes“ an die Bürgerschaft zum zehnten Geburtstag des Weindorfes. Zum 20- und 25-jährigen Bestehen des Weindorfes kamen je 25 Rebstöcke hinzu. Der 500 Quadratmeter große Weinberg umfasst mittlerweile 50 Weinstöcke der Rebsorte Regent (rot) und 50 der Sorte Phönix (weiß). Hausherrin auf dem Weinberg ist Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD).

Die Trauben wurden seit 1996 jedes Jahr im September unter der Federführung des Stuttgarter Weinbaumeisters Fritz Currle geerntet, nach Stuttgart gebracht und dort verarbeitet. Im Folgejahr kehrten die Trauben als „Hamburger Stintfang Cuvée“ nach Hamburg zurück. Die etwa 40 bis 50 Flaschen mit je 0,375 Liter Wein sind unverkäuflich. Sie werden nur an besondere Gäste der Bürgerschaft oder für besondere Zwecke verschenkt. Die Weinlese im vergangenen Jahr musste allerdings ausfallen: Unbekannte hatten die Trauben kurz vor der Ernte gestohlen.