Restaurant

McDonald’s der Zukunft eröffnet in der Hamburger City

Stephan Jagalla und seine Mitarbeiter servieren künftig Burger auch am Tisch.

Stephan Jagalla und seine Mitarbeiter servieren künftig Burger auch am Tisch.

Foto: Roland Magunia/HA

Filiale in der Europa Passage als Trendsetter. Hier wird am Platz bedient. Burger werden erst bei Bestellung zubereitet.

Hamburg.  Ein „Restaurant der Zukunft“ wurde auf der Folie angekündigt, die bis Donnerstagmorgen auf den Glastüren von McDonald’s in der Europa Passage klebte. Dahinter wurde in nur sieben Tagen die rund 700 Quadratmeter große Fläche umgebaut und vor allen Dingen mit viel Technik und einer neuen Küche ausgestattet: „Wir haben jetzt hier einen McDonald’s der neuesten Generation. Wir setzen künftig auf mehr Service, Frische und Digitalisierung“, sagte Geschäftsführer Stephan Jagalla dem Abendblatt.

In das „Restaurant der Zukunft“ der Burgerkette investiert der Unternehmer rund eine halbe Million Euro. Aber das ist nur der Anfang, auch seine neun anderen McDonald’s-Filialen in Hamburg sollen nach und nach umgestaltet werden. Eine Millioneninvestition für Stephan Jagalla: „Wir wollen Wohlfühl­atmosphäre schaffen und den Gästen höchste Qualität bieten. Die Konkurrenz in der Gastronomie vor allem in den Toplagen wird immer größer, da muss man bereit sein zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Der Geschäftsmann hofft auch, weitere Zielgruppen für unser Produkt zu gewinnen. „Momentan haben wir ein eher jüngeres Publikum, wir freuen uns aber auch über jeden Gast im fortgeschrittenen Alter.“

Auch die Konkurrenz in der Europa Passage ist groß. Das Shopping-Center setzt auf Gastronomie: Der Food Sky hat 15 Anbieter auf rund 3000 Quadratmeter Fläche und 400 Sitzplätze. Aber was bedeutet Jagallas „Restaurant der Zukunft“ im Detail? Ein neuer Service ist, dass die Speisen künftig den Gästen an den Tisch gebracht werden. Neben drei Kassen stehen den Kunden auch acht sogenannte Bestellkioske zur Verfügung.

Speisen können auch per App bestellt werden

Das sind große Computerterminals, an denen man seine Bestellung per Touchscreen eingibt und mit Karte bezahlt. Daraufhin erhält der Kunde einen Tischaufsteller mit Nummer und Bluetooth-Sender, der es dem Servicepersonal ermöglicht, das Essen direkt an den Tisch zu liefern. Durch die drahtlose Ortung können sich die Gäste auch pro­blemlos umsetzen, ohne dass dies den Ablauf stört: „Der Service am Tisch macht den Aufenthalt für die Gäste entspannter. Bei uns muss keiner mehr in einer Schlange auf seinen Burger warten“, sagte Stephan Jagalla.

Auch für diejenigen, die keine Zeit für einen langen Besuch bei McDonald’s haben, bietet das „Restaurant der Zukunft“ ab März eine praktische Lösung. Über eine App auf dem Handy kann vorab bestellt und bezahlt werden. Wenn der Kunde dann im Restaurant eintrifft, muss er dies lediglich per Knopfdruck bestätigen und sich eine Tischnummer ziehen. Den Rest übernimmt das Per­sonal. Bei der Zubereitung der Speisen geht Stephan Jagalla auch einen neuen Weg: Die Burger und Pommes werden nicht länger vorbereitet und warmgehalten, sondern bei jeder Bestellung frisch zubereitet. „Auch das ist eine klare Steigerung der Qualität und natürlich brauchen wir dann auch mehr Personal in der Küche. Es kann auch mal zu etwas längeren Wartezeiten kommen, aber dafür gibt es die Frischegarantie“, sagt Stephan Jagalla.

Auch die sogenannte „Signature Collection“ bietet die Filiale in der Europa Passage künftig an. Das ist die Gourmetlinie der Fast-Food-Kette. 150 Gramm wiegt beispielsweise die Bulette auf dem „Signature Caesar Beef“, mehr als dreimal so viel wie beim herkömm­lichen Hamburger.

Betreiber setzt auf ein modernes Design

Der Kaffee wird künftig auch für Kunden im Restaurantbereich in Porzellangeschirr serviert, die alten Vollautomaten wurden durch modernere Siebträgermaschinen ersetzt. „Die Gäste bekommen bei uns Kaffee künftig in Baristaqualität geboten – ganz wie in einem italienischen Café“, sagte Jagalla.

Das Innendesign wurde aufgefrischt: Schwarze Fliesen wurden verlegt, an den Wänden hängen Fotografien, auf denen überdimensionale Salatblätter, Tomaten und Kaffeebohnen abgebildet sind. Im Jahr 2014 ist Jagalla Franchisenehmer von McDonald’s geworden und inzwischen gehören ihm zehn Filialen in besten Lagen. Zu den Standorten zählen zum Beispiel die Reeperbahn, der Ida-Ehre-Platz oder der Bahnhof Dammtor. Inzwischen arbeiten mehr als 400 Angestellte für den Unternehmer. Aber es könnten durchaus noch mehr werden. „Wenn wir einen neuen Standort eröffnen dürfen, dann geht es immer um die Lage“, sagte er.

Eine Option, die sich Jagalla vorstellen könnte, wäre die HafenCity. Denn dort gibt es bislang noch kein McDonald’s Restaurant. Die Burgerkette ist in Hamburg seit 1976 vertreten. Der erste Standort war die Wandsbeker Marktstraße, diese Filiale gibt es auch heute noch. Insgesamt bieten in der Hansestadt 45 McDonald’s Restaurants ihre Speisen an.