Facebook, Instagram & Co.

CDU fordert Social-Media-Strategie für Hamburg

Carsten Ovens, Medienpolitiker der Hamburger CDU.

Carsten Ovens, Medienpolitiker der Hamburger CDU.

Foto: Privat

Opposition wirft Behörden, Bezirke und städtischen Einrichtungen Fehler bei Facebook, Twitter und Co. vor.

Hamburg. Die CDU hat dem rot-grünen Senat vorgeworfen, ihm fehle eine Gesamtstrategie zur Nutzung von Social Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter. Dabei werde die Kommunikation von Regierung, Verwaltung und Institutionen wie Polizei oder Feuerwehr mit den Bürgern auf diesem Wege immer wichtiger. „Social Media-Plattformen sind für viele Menschen Bestandteil im eigenen Kommunikations-Mix geworden“, sagte CDU-Medienpolitiker Carsten Ovens dem Abendblatt.

Und weiter: „Daher ist es nur konsequent, dass auch Behörden und öffentliche Unternehmen dort als Dienstleister vertreten sind. Der Stadt Hamburg fehlt jedoch ein übergreifender Kommunikationsplan, in den öffentlichen Institutionen mangelt es oft noch an personellen Ressourcen. Social Media Kommunikation sollte man nicht so nebenbei machen. Diese Einsicht fehlt Rot-Grün bislang.“

Hintergrund der Kritik sind Antworten des Senates auf Kleine Anfragen von Ovens, dem Bürgerschaftsabgeordneten Jens Wolf (ebenfalls CDU) und der FDP-Abgeordneten Jennyfer Dutschke. Danach betreiben Behörden, Bezirke, Theater, soziale Einrichtungen usw. ihre Social-Media-Kanäle in eigener Verantwortung – und in uneinheitlicher Weise. Auch wird die Kommunikation über Facebook, Twitter und Instagram oft nebenbei von den Pressestellen organisiert und die dafür vorgesehenen Kapazitäten oder Stellen unterscheiden sich stark.

Social Media: Polizei ist der Vorreiter

Am besten ist laut dem Senat die Polizei ausgestattet, die insgesamt mehr als fünf Stellen für die Pflege der Facebook- oder Twitter-Accounts zur Verfügung hat. Das Thalia Theater hat gerade einmal eine halbe Stelle, das Planetarium nicht einmal eine Zehntelstelle. Teilweise werden auch die Dienste externen Agenturen genutzt. Laut Senat werden die Kanäle „von den Behörden beziehungsweise den öffentlichen Unternehmen eigenverantwortlich betrieben“ und finanziert. Das, aber führe zu einem ziemlichen Durcheinander, so Kritiker.

„Es braucht einen übergreifenden Kommunikationsplan, Fortbildungen für Personal und insgesamt eine Aufstockung“, sagt CDU-Mann Ovens. „Es geht nicht nur darum, Pressemitteilungen auf Facebook zu veröffentlichen, sondern die Social Media Plattformen ganzheitlich ins Dienstleistungsangebot der Stadt einzubinden.“ Auch die Bezirksämter entscheiden bisher eigenverantwortlich, ob und wie sie in den sozialen Medien aktiv sind. Das führt dazu, dass manche Bezirksämter Accounts betreiben, andere aber nicht.

„In Sachen Social Media macht jeder Bezirk, was er will. Eine Gesamtstrategie ist nicht zu erkennen“, kritisiert der für die Bezirke zuständige CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Wolf. „Der Dialog mit den Bürgern spielt in den Bezirken immer noch keine richtige Rolle. Die Nachrichten an manche Hamburger Bezirksämter auf Social Media Kanälen im Monat kann man bequem an einer Hand abzählen. Zum Teil wird nicht einmal erwogen, mehr online zu kommunizieren.“

Senat strebt bessere Kommunikation an

Auch aus dem rot-grünen Senat hatte es zuletzt Stimmen gegeben, die eine bessere Ausstattung von Behörden für die Pflege der wichtigen neuen Kommunikationskanäle fordern. Es sei für die Pressestellen nicht leistbar, Social-Media-Kanäle nebenbei zu betreuen. Dafür sei die Betreuung und Pflege der Accounts auf Facebook, Twitter, Instagram und Co zu zeitaufwendig.