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Hamburger Instagramer 2018: Trends und neue Stars

Instagram: Die Hamburger Influencerin Caroline Daur (l.) posiert mit  dem Youtube-Star Mrs Bella bei einem Karl-Lagerfeld-Event.

Instagram: Die Hamburger Influencerin Caroline Daur (l.) posiert mit dem Youtube-Star Mrs Bella bei einem Karl-Lagerfeld-Event.

Foto: getty

Die Internet-Plattform ist für Millionen Nutzer das Schaufenster ihres Lebens. Neue, lustige und überraschende Beiträge aus Hamburg.

Hamburg. Tausende Hamburger teilen ihr Leben mit ihrem Publikum auf Instagram. Sie fotografieren sich beim Stylen vor dem Badezimmerspiegel, schießen ein Foto von der Poke-Bowl (vor dem Essen) oder präsentieren, wie man Vintage-Klamotten am besten mit H&M-Style kombiniert. Auch immer mehr Mütter tauschen sich auf der Social Media-Plattform aus, sie empfehlen das beste Badeöl oder zeigen, wie man mit dem Baby vor dem Bauch isst, ohne seinen Nachwuchs vollzukleckern.

Für manche Nordlichter wurde das Netz bereits zum Karrierebooster: Zu den bekanntesten Instagram-Stars zählt Caroline Daur, die es auf 1,7 Millionen Abonnenten bringt. Die Fashion-Bloggerin, aufgewachsen in Seevetal, wird heute von Werbefachleuten als "eine der einflussreichsten Deutschen“ bezeichnet. Um Geld mit ihren Fotos und Beiträgen zu verdienen, arbeitet die 23-Jährige als "Super-Influencerin" mit Marken wie Adidas, Cartier, Levi's, MAC und Dolce & Gabbana zusammen. Das lohnt sich: Ihr jährliches Einkommen wird auf etwa eine Million Euro geschätzt.

Hamburg wird auch als Stadt zum Star

Neben den Selbstdarstellungstrips vieler ihrer Bewohner spielt die schönste Stadt der Welt auch selber eine wichtige Rolle: Die Fotos, die das Leben in Hamburg zeigen, gehören bundesweit zu den Hits im Internet. Zwar liegt Hamburg mit 13.255.000 Beiträgen unter #hamburg bei Instagram nur auf dem zweiten Rang hinter Berlin (#berlin: 34.200.000), jedoch weit vor München und Köln.

Die Wasser-Initiative Viva con Agua, das Hilfswerk Plan und völlig überraschend der ehemalige Bürgermeister und G20-Gastgeber Olaf Scholz sind die Hamburger unter den Highlights 2018, die Instagram für dieses Jahr verzeichnet.

Wandel bei der Werbung

Übrigens: Bei vielen erfolgreichen Instagramern spielt Produktwerbung schon lange eine große (finanzielle) Rolle, aber neuerdings werden Hinweise auf den praktischen Rucksack oder die beste Spielhose für die Kinder meist auch als Werbung gekennzeichnet. Selbst wenn Influencer mit dem Bild kein Geld verdienen oder Produkte bewerben möchten, muss das inzwischen im Postingtext angegeben werden.

Schließlich ist Instagram eine mächtige Werbemaschinerie: 17 Millionen Nutzer in Deutschland, mehr als eine Milliarde monatlich aktive Accounts weltweit – damit zählt Instagram zu den beliebtesten Social Media-Plattformen im Internet.

Videos lösen Fotos ab

Eine neuer Trend sind auch Instagramstories: Feed aus Fotos war gestern, immer mehr Nutzer schauen und posten selber amateurartig aufgenommene Videos. Häufig handelt es sich dabei um eine kurze Momentaufnahme der Umgebung des Users. Die sogenannten „Stories“ sind bei Unternehmen und Privatpersonen beliebt, denn eine Funktion zeigt auf einen Blick, welcher konkrete Nutzer der Story zuschaut, und wie lange.

Auch der Roman „Circle“ von Dave Eggers wird wahr, in dem das gesamte Leben öffentlich wird: Neben Instastories werden vermehrt Livestreams über das soziale Netzwerk ausgestrahlt. Hierbei können User eine Live-Übertragung ihrer Kamera starten, die für alle Follower sichtbar ist.

Eine Auswahl der Instagram-Beiträge von Hamburgern aus dem Jahr 2018:

Immer mehr Eltern teilen ihr Leben auf Instagram

Ivymaedchen aus Hamburg hat 18.200 Abonnenten, ist seit Oktober 2018 zweifache Mama. "Seit Sonntag ist der kleine Lasse vier Wochen bei uns", schreibt Ivy, die ihre Elternzeit zwischen Spielplatz und Schreibtisch verbringt. "Vier Wochen ganz viel Liebe, vier Wochen turbulentes Familienleben zu viert. Auf dem Blog gibt es einen Versuch, alles in Worte zu fassen".

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Stefanie Luxat kommt auf 40.000 Abonnenten. Die Journalistin, Bloggerin und Buchautorin berichtet unter ohhhmhhh über Dinge, die einem ein „Ohhh“ und „Mhhh“ entlocken. Und es geht um "Muddis" und lustige Elternpannen.

Politiker werden auf Instagram aktiv

Zu den Politikern, die Instagram kreativ nutzen, gehört Olaf Scholz. Der ehemalige Hamburger Bürgermeister, seit März Vizekanzler und Finanzminister, wird von Instagram 2018 wegen "starker Statements und Insights" besonders hervorgehoben.

Auch Parteien nutzen Instagram immer intensiver, um Botschaften in die Öffentlichkeit zu bringen. Zudem sind etliche Hilforganisationen auf der Plattform aktiv. Wie Plan International mit seiner Deutschland-Zentrale in Hamburg. Die Videos und Alben von Plan werden von Instagram für das Jahr 2018 besonders hervorgehoben.

Kochen – ein Megatrend im Netz

Auf antonellasbackblog geht es ums Rühren und Kneten. Die backverliebte Hamburgerin wagt sich auch an Exotisches wie diese Torte mit dem Motto Kupfer & Eukalyptus. Die 22-Jährige begeistert bereits 11.000 Abonnenten.

Futter für Fashionistas

Anna Frost kommt auf 67.000 Abonnenten. Sie ist eine Fashionbloggerin der ersten Stunde und gründete bereits 2007 ihren ersten Blog, der heute zu den erfolgreichsten Fashionblogs in Deutschland zählt.

Caro Daur lobt Hamburg:

.. und den Rest der Welt:

Witzige Hobbys

Auf Instagram zeigt sich immer mehr, wie groß die Vielfalt der Interessen von Jugendlichen ist. Bei jannisfreestyle muss einmal nicht das Runde ins Eckige. Dem Hamburger geht es um Fußballtricks, die er in allen möglichen Städten, auf Plätzen oder Dächern fotografiert. Er hat gut 10.000 Abonnenten.

Immerhin fast 10.000 Abonnenten hat der dailyplannerblog von Antonia aus Hamburg, die zeitweise in Brighton lebt. Gut geplant ist das halbe Leben – und Antonia hat bereits vier Tage vor Weihnachten alle Geschenke! Ihre Beiträge gehören zum Themenbereich "kreatives Gestalten von Tagebüchern", der unter #Scrapbooking und #Filofaxing immer mehr Freunde findet.

Jede Menge Lifestyle-Fotos kommen auch 2018 aus Hamburg, der schönsten Stadt der Welt.

Und wer sagt nochmal, dass die Hamburger zum Lachen in den Keller gehen?