Elbstrand

Alter Schwede verliert endgültig seine Goldfarbe

So schön glänzt der Alte Schwede schon bald nicht mehr.

So schön glänzt der Alte Schwede schon bald nicht mehr.

Foto: Julia Tillmann

Die Hafenbehörde HPA lässt die Bemalung und neuere Graffiti jetzt komplett entfernen. Grund dafür sind politische Graffiti.

Hamburg..  Die goldenen Zeiten am Övelgönner Elbstrand sind vorbei. Mit einigen Tagen wetterbedingter Verzögerung wird die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) die Reste der goldenen Farbe, mit der der Alte Schwede von Unbekannten bemalt worden war, ab Donnerstag vollständig entfernen.

Ausschlaggebend dafür waren Graffiti am Findling, die an die Nachfolgeorganisation der türkischen PKK, die „Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans“ (Kadek) erinnerten. Nach der vollständigen Reinigung werde der Alte Schwede, so HPA-Sprecher Kai Gerullis, „wieder in seiner herkömmlichen Pracht erscheinen“.

Ende des "Goldrauschs" in Altona

Die HPA beendet mit dieser Maßnahme einen wahren Goldrausch, der zahlreiche Spaziergänger und Anwohner in den vergangenen Wochen immer wieder zu Hamburgs bekanntestem Felsbrocken hingezogen hatte. Unbekannte hatten Anfang Januar die Oberfläche des steinernen Kolosses mit goldener Farbe bemalt und so eine rege Diskussion über das neue „Kunstwerk“ losgetreten.

Die HPA sah in der Aktion zunächst eine widerrechtliche Handlung und bemühte sich um eine zügige Entfernung. Doch die Hamburger kämpften um ihren neuen „wohl größten Goldklumpen der Welt“. Eine Online-Petition setzte sich für den Verbleib des Goldgewands auf dem 1,8 Milliarden Jahre alten und 217 Tonnen schweren Gesteinsbrocken ein und erhielt mit mehr als 2500 Unterzeichnern großen Zuspruch.

Regen wusch goldene Farbe ab

HPA-Chef Jens Meier zeigte sich anschließend offen für einen dauerhaften Verbleib. Doch der Regen ließ die goldene Farbpracht immer mehr verbleichen. Die Schmierereien der vergangenen Woche gaben nun den endgültigen Ausschlag, sämtliche Bemalungen zu entfernen und dem Naturdenkmal sein ursprüngliches Aussehen wiederzugeben.

Die Entdeckung des Alten Schweden auf dem Grund der Elbe war im September 1999 eine kleine geologische Sensation. Deutschlands ältester Großfindling tauchte plötzlich bei Baggerarbeiten in der Elbe auf. Der steinerne Koloss ist vor rund 400.000 Jahren in Hamburg angekommen. Er gelangte per Gletschertransport von Schweden in unsere Breiten. Die Spuren der geologischen Wanderung sind noch heute zu sehen: So finden sich an seiner nörd­lichen Seite sogenannte Gletscherschrammen – eingeritzte Furchen, die parallel verlaufen. Geologen haben herausgefunden, dass der Mineralbestand des Steins auf eine Herkunft aus den Graniten Ost-Smålands hinweist.