Elbe

Goldener Alter Schwede mit politischen Graffiti beschmiert

Der Findling Alter Schwede am Hamburger Strand der Elbe in Övelgönne.

Der Findling Alter Schwede am Hamburger Strand der Elbe in Övelgönne.

Foto: Michael Arning

Der Goldrausch am Hamburger Elbstrand ist vorbei: Eine neue Kritzelei am Alten Schweden veranlasst die HPA zum Handeln.

Hamburg. Und zack, stellt sich am Övelgönner Elbstrand schon wieder die Frage: Ist das Kunst oder kann das weg? Nach dem Goldrausch, den der glänzend bemalte "Alte Schwede" im Januar in Hamburg ausgelöst hat, ist er am Dienstag erneut mit einem "Kunstwerk" versehen worden. Dieses Mal aber aus der Kategorie "konventionelles Graffiti" in Form von gelb-grünen Dreiecken, schwarzen Sternchen und dem Schriftzug "War starts" – der Krieg beginnt.

Oder ist es doch ein politisches Motiv im wahrsten Sinne? Die Bemalung erinnert an die Nachfolgeorganisation der türkischen PKK, die "Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans" (Kadek). Der Staatsschutz wird sich voraussichtlich des Findlings annehmen.

Grund genug für die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA), der vermeintlichen Kunst den Kampf anzusagen. Denn intern habe man die Frage nach dem künstlerischen Wert der neuen Bemalung bereits beantwortet, sagt Sprecherin Sinja Pangritz. "Wir werden die Graffiti am Donnerstag entfernen. Und damit auch die inzwischen sehr ausgeblichene goldene Restfarbe."

Alter Schwede: Neue Graffiti am Dienstag entdeckt

Das neue Graffito sei am Dienstagmittag entdeckt worden. Es machte der Behörde die Entscheidung nach all den Fürsprechern des Goldlacks wohl leichter, den 217 Tonnen schweren, 4,5 Meter hohen Findling grundsätzlich zu säubern. Schon zuvor hatten Kritiker auf den Status des Naturdenkmals verwiesen. Und ein solches dürfe nicht bemalt werden.

Der Findling am Elbstrand war vor 20 Jahren in der Fahrrinne der Elbe entdeckt worden und hatte sich nach der Guerilla-Bemalung im Januar zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt. Durch Regengüsse hatte er danach aber bereits viel Farbe eingebüßt. Die HPA hatte sich zuletzt dennoch offen für ein dauerhaftes Goldgewand gezeigt, die Entscheidung aber der Politik überlassen. Nun ist diese hinfällig.

Naturdenkmal darf nicht bemalt werden

Mitarbeiter der HPA sind angehalten, sowohl das neue Graffiti, als auch die goldene Restfarbe zu entfernen. Grundsätzlich schreibt auch eine Verordnung zum Schutz des Naturdenkmals vor, was bei dem geologischen Relikt zu beachten ist. Unter anderem ist festgehalten, dass das Naturdenkmal weder entfernt, noch beklettert oder beschädigt werden darf. Auch ist es verboten, „die Oberfläche des Findlings zu bemalen, zu bekleben oder auf andere Weise zu verändern“.

Da der "Alte Schwede" schon zuvor des Öfteren mit Graffiti besprüht wurde, war er bereits frühzeitig mit einer Spezialversiegelung überzogen worden. Das Gestein stammt Experten zufolge aus schwedischen Region Smaland und wurde von Gletschern der Elster-Eiszeit vor mehr als 400.000 Jahren nach Norddeutschland getragen. Erst bei Baggerarbeiten im Jahr 1999 wurde er entdeckt.