Findling in Övelgönne

Hafenbehörde offen für Vergoldung des "Alten Schweden"

Für die Hamburger Hafenbehörde HPA ist es illegal, für die Besucher des Elbstrands ist es wunderbar. Nachdem Unbekannte den "Alten Schweden" gold gesprayt haben, erfreut sich der 217 Tonnen schwere Koloss enormer Beliebtheit.

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Dem HPA-Chef gefällt der Großfindling im Goldgewand. Viele Hamburger unterzeichnen Petition für einen dauerhaften Anstrich.

Hamburg. Bleibt der "Alte Schwede" dauerhaft Hamburgs Goldstück? Nachdem der Findling am Elbstrand von Övelgönne durch Regengüsse bereits viel Farbe verloren hat, zeigt sich die Hafenbehörde Hamburg Port Authority nun offen dafür, den steinernen Koloss in ein Goldgewand zu kleiden – spielt den Ball aber an die Politik. Derweil haben sich viele Hamburger für eine dauerhafte Lackierung des Naturdenkmals ausgesprochen.

"Es leuchtete tatsächlich toll und scheint auch vielen Leuten gefallen zu haben", sagte HPA-Geschäftsführer Jens Meier im Interview beim Abendblatt-Neujahrsempfang am Montag. Er sei im Urlaub gewesen, als der Findling seinen Anstrich bekam und habe von der Guerilla-Aktion aus der Zeitung erfahren.

HPA-Chef: "Werden uns drum kümmern"

"Wir sind zunächst einmal zuständig dafür, dass solche Steine nicht beschädigt oder beschmiert werden", sagte Meier weiter. "Aber wenn es eine generelle Entscheidung gibt, die politisch getroffen wird, so etwas soll gold angestrichen werden, dann werden wir uns drum kümmern."

HPA-Chef Meier zum goldenen Findling

In der Nacht zum 2. Januar hatten Unbekannte den 217 Tonnen schweren und 4,5 Meter hohen Gesteinsbrocken in Farbe getaucht. Während sich Deutschlands ältester Großfindling erstmals seit seiner Entdeckung vor fast 20 Jahren wieder zu einem Besuchermagnet entwickelte, vertagte die Hamburg Port Authority ihre Entscheidung über den Umgang mit dem neuen Look des "Alten Schweden".

Wenige Tage darauf startete die Anwältin Thérèse Fiedler (33) aus Altona eine Online-Petition. Für ihre Forderung an das Bezirksamt Altona, den goldenen Findling zu erhalten, fand sie zunächst zahlreiche Unterstützer. Nun, da die Witterung die Farbe abwäscht, plädieren die Unterzeichner dafür, die Farbe erneuern zu lassen. Bis Dienstagmorgen hatten mehr als 2500 Menschen die Online-Petition unterzeichnet.

Verordnung verbietet Bemalung des "Alten Schweden"

Jedoch geht das nicht ohne Weiteres. Eine Verordnung vom 3. April 2001 zum Schutz des Naturdenkmals legt genau fest, was bei dem geologischen Relikt erlaubt ist und was nicht. Unter Paragraf 3 ist festgelegt, dass es verboten ist, das Naturdenkmal zu entfernen, zu beklettern oder zu beschädigen. Punkt 3 verbietet „die Oberfläche des Findlings zu bemalen, zu bekleben oder auf andere Weise zu verändern“.

Sollte der Findling „Alter Schwede“ an der Elbe seine goldene Farbe behalten?

Zuvor war der "Alte Schwede" laut HPA schon mehrmals mit Graffiti besprüht und daher mit einer Spezialversiegelung überzogen worden, um Schmierereien leichter entfernen zu können. Farbe könne nicht in die Poren des Steins eindringen, der wohl aus der schwedischen Region Smaland stammt und von den Gletschern der Elster-Eiszeit vor mehr als 400.000 Jahren nach Norddeutschland getragen wurde.

Bevor er bei Baggerarbeiten im Herbst 1999 entdeckt wurde, hatte das Naturdenkmal vermutlich mehr als 100.000 Jahre im Untergrund der Elbe gelegen.