Hamburg

Sanierung der Max-Brauer-Allee verschiebt sich um zwei Jahre

In der Max-Brauer-Allee besteht seit Mai vergangenen Jahres ein Dieselfahrverbot.

In der Max-Brauer-Allee besteht seit Mai vergangenen Jahres ein Dieselfahrverbot.

Foto: Picture Alliance

Arbeiten der Deutschen Bahn am Lessingtunnel wirken sich auf weitere Umgebung in Altona aus. Das ist der Zeitplan der Verkehrsbehörde.

Hamburg. Die für dieses Frühjahr vorgesehene Sanierung der Max-Brauer-Allee in Hamburg-Altona wird bis ins Jahr 2021 verschoben. Dies sei erforderlich geworden, weil der benachbarte Lessingtunnel durch Bauarbeiten der Deutschen Bahn von Mitte Mai bis Ende November erneut voll gesperrt werde, teilte die Verkehrsbehörde am Donnerstag mit. Dafür müsse die Max-Brauer-Allee als Umleitungsstrecke zur Verfügung stehen. Vor allem vom 27. Juni bis zum 8. August werde die Straße für den Busverkehr als Ersatz für die S-Bahn-Verbindung (Holstenstraße bis Othmarschen) und vor allem für die Busanfahrt an den Bahnhof Altona benötigt.

Bürger durften bei Neugestaltung mitreden

Außerdem seien jenseits des Lessingtunnels in diesem und nächsten Jahr umfangreiche Bauarbeiten geplant. So sollen Vorarbeiten für die Umgestaltung des Holstenplatzes (Baubeginn 2020) erledigt werden. In die Neugestaltung der Max-Brauer-Allee flossen Anregungen der Bürger mit ein. Um diesen gerecht zu werden und die Arbeiten so verkehrsverträglich wie möglich zu gestalten, ergebe sich voraussichtlich erst 2021 wieder ein geeignetes Zeitfenster, teilte die Behörde mit. Dann sollen die Arbeiten vom Paul-Nevermann-Platz bis zur Max-Brauer-Allee/Holstenstraße inklusive Kreuzung vollzogen werden. Die Verkehrsader zwischen Schanzenviertel und Elbchaussee ist bekannter geworden, weil sie in Folge der Schadstoffemissionen seit dem 31. Mai 2018 von älteren Dieselfahrzeugen (Lastwagen/Autos) nicht mehr befahren werden darf.

Was der Lessingtunnel mit Diebsteich zu tun hat

Der Lessingtunnel war im November 2017 nach einer 25 Millionen Euro teuren, ein Jahr lang andauernden ersten Sanierungsphase wiedereröffnet worden. Seither befindet sich das Projekt laut Bahn in einem "Bauzwischenzustand". In dem ersten Schritt waren die maroden S-Bahn-Querungen saniert worden. Die alten Fernbahngleise wurden nicht erneuert – sie werden abgebaut, wenn der Fernbahnhof Altona wie geplant nach Diebsteich verlegt ist. Wann dieses Vorhaben umgesetzt werden kann, steht nach einer juristischen Auseinandersetzung wiederum in den Sternen.

Nach einem Eilantrag des Landesverbands Nord des Verkehrsclubs Deutschland gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes (EBA) hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) im August 2018 einen Baustopp verhängt, weil am neuen Standort keine Verladestation für Autoreisezüge geplant worden war. Aufgrund der Auseinandersetzung ist die geplante Eröffnung des neuen Fernbahnhofs im Dezember 2023 nicht mehr zu halten. Hinter den Kulissen ist von vier bis fünf Jahren Verzögerung die Rede. Nach Angaben eines OVG-Sprechers wartet das Gericht gegenwärtig noch auf eine Stellungnahme der Deutschen Bahn.