Wissenschaft

Tierversuche: Hamburg ist bundesweit "Spitze"

Ein Versuchstier (Symbolbild).

Ein Versuchstier (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Tierschutzbund kritisiert hohe Zahl der Versuchstiere, die 2017 "verbraucht" wurden: "in vielen Fällen vermeidbar."

Hamburg. Mäuse, Ratten, Fische – an 167.635 Tieren wurden in Hamburg im Jahr 2017 für wissenschaftliche Zwecke Tierversuche durchgeführt. Das geht aus einer Antwort des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf eine Anfrage des Deutschen Tierschutzbundes hervor.

Damit liegt Hamburg gemeinsam mit Berlin bundesweit an der Spitze, umgerechnet auf den "Pro-Kopf-"Verbrauch". Bundesweit wurden fast drei Millionen Tiere in Versuchen "verbraucht", hieß es. Bezogen auf die Zahl der Tiere liegen Baden-Württemberg (466.595) und Nordrhein-Westfalen (450.832) vorn.

Tierversuche: Zahl der Affen gestiegen

Es kamen vor allem Nager (79 Prozent), Fische 7 (Prozent), aber auch 3330 Hunde und 718 Katzen zum Einsatz. Besonders erschreckend sei, so der Deutsche Tierschutzbund, dass die Zahl der Affen um 43 Prozent auf 3.472 gestiegen sei. Darunter sind auch erstmals genetisch veränderte Tiere.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, kritisiert: "Millionen Tiere leiden im Namen der Wissenschaft, obwohl dies in vielen Fällen durch eine verstärkte Förderung tierversuchsfreier Methoden vermeidbar wäre."