Hamburg

Stadt soll Machbarkeitsstudie für Science Center fördern

So könnte das Science 
Center (l.) im Hafen einmal aussehen – eine Visualisierung des Architektenbüros Renner Hainke Wirth Zirn.

So könnte das Science Center (l.) im Hafen einmal aussehen – eine Visualisierung des Architektenbüros Renner Hainke Wirth Zirn.

Foto: HafenCity Hamburg GmbH, Fotofrizz Kuhn,  C Visualisierung:  Renner Hainke Wirth Zirn Architekten

Hochschulen würden sich mit einem Zuschuss beteiligen. Center will Naturwissenschaft und Technik näherbringen.

Hamburg. Die Befürworter eines Science Centers in Hamburg haben eine Anfrage an den Senat gestellt, ob die Stadt bereit sei, eine Machbarkeitsstudie finanziell zu unterstützen. „Das wird zur Zeit von Wissenschafts- und Finanzbehörde sowie Senatskanzlei geprüft“, bestätigt die Wissenschaftsbehörde auf Nachfrage, äußert sich jedoch nicht dazu, ob in der Anfrage eine konkrete Geldsumme genannt wird.

Auch die Initiatoren wollen mit Verweis auf „laufende Gespräche“ keine genaueren Angaben machen. Allerdings rechnen sie bereits mit einem Zuschuss von bis zu 200.000 Euro für die Machbarkeitsstudie, den die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), die Technische Universität Hamburg, die Helmut-Schmidt-Universität und das Deutsche Elektronen-Synchrotron wohl gemeinsam bereitstellen würden, wie Mitinitiator und HAW-Vizepräsident Prof. Thomas Netzel sagt.

Naturkundemuseum und Science Center vereint

Die Science Center-Initiatoren hatten im September an der HafenCity Universität die Idee eines Wissenschaftshauses präsentiert, das ein Naturkundemuseum und ein Science Center unter einem Dach vereinen soll. Am selben Tag hatten Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne), Universitäts-Präsident Dieter Lenzen und Stifter Michael Otto für ein neues Naturkundemuseum geworben. Fegebank erklärte daraufhin, sie sei zwar seit längerem mit den Befürwortern eines Science Centers im Gespräch und hege grundsätzlich „große Sympathie“ für deren Anliegen – nur sei der Vorstoß gerade jetzt nicht hilfreich, wo sich das Centrum für Naturkunde der Universität um die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft bemühe. Bei einem Erfolg könnte der Bund einen erheblichen Teil der Betriebskosten für ein neues Forschungsmuseum in Hamburg übernehmen.Eine Verquickung mit den Plänen für ein Science Center sei „nicht nur ungünstig, sondern sehr schädlich“ sagte Fegebank.

Experimente und Technik

„Wir sind keine Gegner eines Naturkundemuseums und haben auch nie daran gedacht, dass man beide Konzepte vereinen kann“, sagt Prof. Eckart Kottkamp aus der Gruppe der Science Center-Initiatoren. Der ehemalige Jungheinrich-Chef und Vorsitzende des Hochschulrats der HAW betont, das Kernelement eines Science Centers bestehe darin, den Besuchern durch Experimente und andere Aktionen naturwissenschaftliche Phänomene und Technik näherzubringen und unterscheide sich damit deutlich von einem Naturkundemuseum mit Forschungsabteilung wie dem geplanten Hamburger „Evolutioneum“.

Eine Science Center neben einem Naturkundemuseum in einem Gebäude unterzubringen, biete allerdings den Vorteil, für beide Einrichtungen gemeinsame Angebote wie ein Café oder Veranstaltungsräume einzurichten, so Kottkamp. „Eine räumliche Nähe kann durchaus befruchtend wirken“, sagt auch Mitinitiator Frank Böttcher, der sich hier in seiner Rolle als Vorstandsmitglied der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft engagiert.