Wildtiere in der Stadt

Wieso Eichhörnchen den Hamburgern näher kommen

"Kuckuck!", scheint dieses Eichhörnchen zu denken. Es kommt regelmäßig auf den Balkon eines Mehrfamilienhauses am Isebekkanal in Hoheluft-West vorbei. Warum? Weil es dort leckere Nüsse gibt. Inzwischen frisst es sogar aus der Hand.

"Kuckuck!", scheint dieses Eichhörnchen zu denken. Es kommt regelmäßig auf den Balkon eines Mehrfamilienhauses am Isebekkanal in Hoheluft-West vorbei. Warum? Weil es dort leckere Nüsse gibt. Inzwischen frisst es sogar aus der Hand.

Foto: PRIVAT

Immer mehr rotbraune Nager springen auf Balkone und rennen durch Gärten. Was im Umgang mit Eichhörnchen zu beachten ist.

Hamburg.  Erst traut es sich nicht so richtig ran an die Walnuss. Aber sie ist einfach zu verführerisch, also nähert sich das Eichhörnchen vorsichtig der Nuss, die ihm hingehalten wird. Die Bewohnerin des Mehrfamilienhauses am Isbekkanal in Hoheluft-West hat mit dem Eichhörnchen auf ihrem Balkon eine Art Haustier, das immer mal wieder vorbeikommt, um sich eine Nuss abzuholen. Das ist gar nicht ungewöhnlich: Die rotbraunen Nagetiere rücken in Hamburg immer mehr in Parks und Gärten vor.

„Eichhörnchen sind Kulturfolger und finden in Gärten und Parks einen guten Lebensraum. Wälder mit alten Baumbeständen werden immer weniger, daher rücken Eichhörnchen immer mehr in besiedelte Gebiete vor. Sie schätzen die Nähe der Menschen“, sagt Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung. Zwar werden die Eichhörnchen in der Stadt nicht gezählt, der Bestand schwankt je nach Nahrungsangebot und Lebensraum-Situation – aber da das Eichhörnchen sehr anpassungsfähig und clever ist, zudem die Eicheln in diesem Jahr 2018 in vielen Regionen gut tragen, ist es zumindest nicht bedroht. Manch besorgte Nachbarn suchen in Portalen wie „nebenan.de“ auch schon mal „ihr“ Eichhörnchen, das wochenlang Stammgast auf einem Eimsbütteler Spielplatz war und auf einmal fort ist: „Wo sind die Eichhörnchen geblieben?“, fragt derjenige.

Eichhörnchen sind Selbstversorger

Die Bewohnerin am Isebekkanal füttert „ihr“ Eichhörnchen regelmäßig mit Nüssen. Das ist nicht schlimm, aber auch nicht notwendig: „Eichhörnchen sind Wildtiere, die sich selbst versorgen können“, sagt Jenifer Calvi. Futter finden sie vor allem an Hasel- und Walnussbäumen, Buchen und Eichen in den Parks und Grünanlagen. Wichtig ist aber, dass die Nüsse nicht geröstet oder gesalzen sein dürfen.

Bald schon werden die zwischen 250 und 400 Gramm leichten Tiere noch weniger zu sehen sein. Denn: „Eichhörnchen halten Winterruhe“, so Calvi. Dann schlafen sie viel und verbringen ihre Zeit in ihrem Nest, dem sogenannten Kobel. Diese verlassen sie meist, um auf Nahrungssuche zu gehen. Wenn es sehr kalt ist, verlassen die Tiere ihr Nest jedoch manchmal für mehrere Tage nicht.

Vorsicht ist angesagt, wenn Eichhörnchen krank sind: Unbekannte Krankheitserreger können auch für Menschen gefährlich sein. Jenifer Calvi: „Am besten das apathische Tier erst einmal sitzen lassen und in einer Eichhörnchenhilfestation anrufen.“ Das Tier nur mit Handschuhen anfassen und in einen lichtgeschützten Karton oder abgedeckten Korb setzen. Infos unter http://eichhoernchen-notruf.com/ und Hilfe gibt es auch beim Hamburger Tierschutzverein: www.hamburger-tierschutzverein.de/