Billstedt

Elendsvermietung? 22 Menschen aus brennendem Haus gerettet

Foto: Imago/Jan Huebner

Dramatische Szenen: Bewohner standen an Fenstern und riefen um Hilfe. Sie waren wohl illegal in dem Haus untergebracht.

Hamburg.  Bei einem Brand in einem dreistöckigen Mehrfamilienhaus an der Billstedter Hauptstraße/Ecke Frobeniusweg hat die Feuerwehr in der Nacht zum Donnerstag 22 Menschen vor den Flammen gerettet. Die rumänischen Staatsbürger sollen in dem Haus im Stadtteil Billstedt auf engstem Raum und unter prekären Bedingungen gelebt haben. Wie das Bezirksamt Mitte auf Anfrage mitteilte, seien keine Bewohner unter der Adresse gemeldet.

Nach Abendblatt-Informationen sollen in dem Gebäude zeitweise Monteure gewohnt haben. Die 22 geretteten Menschen wurden von Notfallsanitätern betreut, danach kümmerte sich der Gebäudebetreiber um ihre Unterbringung. Früher befand sich in dem Haus ein Bordell – vor drei Jahren erschoss dort ein Freier einen Barmann im Streit.

Bewohner hausten wohl illegal

Handelt es sich um einen weiteren Fall von Elendsvermietung? Erst am Mittwoch hatten mehrere Behörden und die Polizei Immobilien in Lurup, Wilhelmsburg und Bramfeld durchsucht – es bestand der Verdacht illegaler, ausbeuterischer Vermietungen. Dabei kam heraus, dass 30 großenteils aus Afrika stammende Menschen in einer Lagerhalle am Buschrosenweg (Bramfeld) hausten – gegen 200 Euro Miete im Monat.

Das Feuer in Billstedt war gegen 2 Uhr in einem Lokal im Erdgeschoss ausgebrochen, dort waren Möbel in Brand geraten. Es bestehe der Verdacht der Brandstiftung, sagte ein Polizeisprecher. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen bereits Flammen aus den Fenstern. Durch die starke Rauchentwicklung war der Fluchtweg versperrt, daher konnten die Menschen die Zimmer nicht selbstständig verlassen.

„Mehrere Personen standen in den oberen Stockwerken an den Fenstern und riefen um Hilfe“, so Feuerwehrsprecher Torsten Wesselly. Sie wurden über Leitern gerettet. Verletzt wurde niemand.