Millionen teure Anlage

Sportpark Bahrenfeld soll im Januar Strom bekommen

Der SPD-Politiker Andreas Bernau setzt sich für den Sportpark an der Baurstraße ein.

Der SPD-Politiker Andreas Bernau setzt sich für den Sportpark an der Baurstraße ein.

Foto: Andreas Laible

Stromnetz Hamburg will bestehende Trasse für die Energieversorgung nutzen. Langfristig muss aber eine andere Lösung her.

Hamburg. Für den bislang noch stromlosen Sportpark Bahrenfeld zeichnet sich eine Lösung ab. "Wir werden vorübergehend eine Bestandtrasse für die Stromversorgung nutzen", sagte eine Sprecherin von Stromnetz Hamburg dem Abendblatt am Mittwoch. "Die Arbeiten dafür werden Anfang Dezember beginnen und spätestens Anfang Januar abgeschlossen sein."

Wie berichtet sollte der neue Sportpark an der Baurstraße mit seinen vier Kunstrasenplätzen eigentlich schon im Dezember seinen Betrieb aufnehmen. Dies ist aber nur bedingt möglich, weil dem Platz noch der Strom fehlt. Auf den Plätzen kann zwar gekickt werden, doch leider nur im Dunkeln und ohne warme Dusche im Anschluss. Auch in den Kabinen der 12,5 Millionen Euro teuren Anlage bleibt es dunkel.

Fußballer sind die Leidtragenden

Die Leidtragenden sind die Vereine wie der BSV 19 oder Altona 93. Für beide Vereine sollen die neuen Kunstrasenplätze als Ersatz für drei Sportplätze am Trenknerweg, am Othmarscher Kirchenweg und an der Wichmannstraße dienen. Zudem haben beide Clubs ein neues Vereinsheim mit integrierter Geschäftsstelle neben den Plätzen gebaut, die auf ihre Einweihung warten.

Zu den Problemen bei der Energieversorgung war es gekommen, weil Stromnetz Hamburg bei der Verlegung eines neuen Kabels unter der S-Bahn auf unerwarteten Widerstand der Deutschen Bahn gestoßen war. Die erste Anfrage an die Bahn, die Stromkabel unter der S-Bahnbrücke nahe des Brückensockels zu verlegen, wurde zunächst abgelehnt, Stromnetz Hamburg sollte nachbessern.

Probleme wegen des Baus des A7-Deckels

Nun will Stromnetz Hamburg für die Untertunnelung der S-Bahn vorübergehend eine bestehende Trasse nutzen. "Langfristig brauchen wir aber eine andere Trasse, da die Baurstraße in Zusammenhang mit den Bauarbeiten für den A7-Deckel abgesenkt werden soll", so die Sprecherin.

Die komplexen Arbeiten rund um den A7-Deckel bezeichnete die Stromnetz-Sprecherin auch als Hauptgrund für die bislang noch fehlende Energieversorgung des Sportparks. Sie verwahrte sich gegen den Vorwurf, Stromnetz Hamburg habe das Stromkabel für den neuen Sportpark einfach "vergessen" oder den entsprechenden Antrag zu langsam bearbeitet. "Wir liegen mit dem Antrag des Kunden derzeit noch im Vertrag vereinbarten Zeitrahmen", so die Sprecherin. "Durch die aktuellen und bevorstehenden Arbeiten am A7-Deckel ist der Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf an dieser Stelle aber höher als bei anderen Bauvorhaben."

Über die bislang ungenutzte 12,5-Millionen-Anlage in Bahrenfeld hatte sich unter anderem der sportpolitische Sprecher der SPD in Altona, Andreas Bernau, aufgeregt, Von einer "Katastrophe" und einem "Schildbürgerstreich" hatte er gegenüber dem Abendblatt gesprochen.