Großneumarkt

Drei zentrale Plätze in Hamburg sollen neu gestaltet werden

Der Großneumarkt ist in die Jahre gekommen

Der Großneumarkt ist in die Jahre gekommen

Foto: picture alliance / Arco Images GmbH

Im Bezirk Mitte sollen neben dem in die Jahre gekommenen Großneumarkt zwei weitere Plätze aufgehübscht werden. Die Pläne.

Hamburg.  Hopfenmarkt? Das ist doch der Parkplatz gegenüber vom Mahnmal St. Nikolai. Doch das soll nicht so bleiben. Die Fraktionen von SPD und Grünen im Bezirk Mitte wollen den Hopfenmarkt und zwei weitere Plätze umbauen und neu gestalten, um diese aufzuwerten. Bei den zwei weiteren handelt es sich um den Großneumarkt und den Gerhart-Hauptmann-Platz.

„Meine SPD-Fraktion setzt sich für einen lebenswerten Bezirk ein. Dazu gehören attraktive Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Bürgerinnen und Bürger und die Besucher unserer schönen Stadt“, sagt Arik Willner, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg-Mitte.

Die Innenstadt – ein Ort zum Arbeiten, Einkaufen, Wohnen

Die Innenstadt verfüge über einen Anzahl kleiner und größerer Plätze, die nicht optimal genutzt würden. Teilweise dienten sie heute als Parkplatz, seien nicht barrierefrei und für mobilitätseingeschränkte Menschen gar nicht oder nur bedingt nutzbar oder warteten auf eine Aufwertung, die ihrer historischen Bedeutung und zentralen Lage gerecht werde, heißt es in dem Antrag. Es gehe darum, die Planungen voranzutreiben und Möglichkeiten aufzuzeigen und diese durch Visualisierungen erlebbar zu machen. „Die Gestaltung der Plätze bedarf einer professionellen Planung unter Berücksichtigung der Historie und der zukünftigen Nutzung“.

Torben Wiencke, SPD-Fraktionsgeschäftsführer, sagt: „Als SPD wollen wir erreichen, dass die Innenstadt ein Ort zum Arbeiten, Einkaufen, Wohnen und zur Freizeitgestaltung wird, ein lebenswerter Ort eben! Jeder der beschriebenen Plätze ist anders, aber für alle gilt: Wir wollen diese Orte beleben und die Aufenthaltsqualität für alle der Innenstadt steigern.“

Hopfenmarkt

Der Platz in der Altstadt trägt seinen Namen schon seit dem 14. Jahrhundert. Hier deckten die Bierbrauer ihren Bedarf an Hopfen. Unter dem Platz befinden sich sehr wahrscheinlich Reste der im 11. Jahrhundert errichteten Ringwallbefestigungsanlage der Neuen Burg. Auf dem Platz steht der historische Vierländerin-Brunnen, der ehemals am Meßberg stand. Außerdem gibt es eine Granitskulptur. Vor allem aber parken am Hopfenmarkt viele Autos. Den Wochenmarkt gibt es schon seit ein paar Jahren nicht mehr.

Durch viele Neubauvorhaben im Umfeld wandle sich das reine Geschäftsgebiet in einen sehr zentralen Ort, der urbanes Leben in der Innenstadt ermöglicht: „Der Platz soll daher auch ein Ort mit Aufenthaltsqualität für die umliegenden Anwohner werden“, sagt Torben Wiencke.

Die Vorschläge für die Neugestaltung beinhalten ein neues Pflaster statt Asphalt, Lärmschutz zur Willy-Brandt-Straße, beispielsweise durch bepflanzte Gabionenmauern, eine Nutzung durch Gastronomie, beispielsweise einen Biergarten. Auch die blaue Fußgängerbrücke soll abgerissen und durch eine ebenerdige Fußgängerquerung ersetzt werden. „Die Rolltreppen fallen dauernd aus und das Ganze ist etwas schmuddelig“, sagt der SPD-Fraktionsgeschäftsführer. Auch die archäologischen Funde sollten deutlich sichtbar gemacht werden. Dazu gebe es bereits einen Beschluss der Bürgerschaft.

Großneumarkt

Der Platz, Zentrum der im 17. Jahrhundert entstandenen Neustadt, ist sichtlich in die Jahre gekommen. „Der Platz muss aufgeräumt werden, es gibt viele krumme Gehwegplatten und da gibt es ein paar Schmuddelecken. Außerdem ist der Großneumarkt nicht barrierefrei“, sagt Wiencke. Ziel der Umgestaltung seien mehr Sauberkeit, eine intakte und einheitliche Platzmöblierung, also neue Bänke und eine verbesserte Beleuchtung. Außerdem sollen der Platz und die Seitenstraßen barrierefrei zugänglich werden.

Gerhart-Hauptmann-Platz

Im Mittelalter zählte der Platz zu den größten und wichtigsten Marktplätzen der Stadt. Doch trotz mehrmaliger Umgestaltungen ist der Gerhart-Hauptmann-Platz, keiner, auf dem man sich wirklich gern aufhält. Im Norden wird er vom Thalia-Theater begrenzt, im Süden von der Mönckebergstraße, an den Seiten steht das Kaufhaus Karstadt, gegenüber die Passage Perle, die erst vor zwei Jahren nach umfangreicher Sanierung neu eröffnet wurde.

Der Platz sei nicht sehr ansehnlich, sagt Wiencke, man könne aber auf die ursprüngliche Planung aus den 1970er-Jahren aufsetzen. Die Bäume seien riesig groß geworden, der ursprüngliche Plan, die Baumkronen klein zu halten, war irgendwann offenbar aufgegeben worden. Ein Rückschnitt der Kronen könne dem Platz gut tun. Weitere Ziele: mehr Sauberkeit, barrierefreie Zugängen und kulturell höherwertige Veranstaltungen, beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Thalia Theater.

Die Finanzierung des Masterplans sei noch nicht geklärt und auch der Zeitplan für die Umsetzung daher ungewiss, heißt es in der SPD-Fraktion. Ein erster Schritt ist allerdings getan – für erste Visualisierungen der möglichen Platzentwicklung durch das Bezirksamt stellt die Bezirksversammlung einen Betrag von maximal 20.000 Euro zur Verfügung.