Hamburg-News

Demo: Hamburg soll sicherer Hafen für Flüchtlinge sein

| Lesedauer: 12 Minuten

Was in der Stadt passiert: Polizeikontrolle – 118 Hamburger Radfahrer fahren bei Rot. Neue abgasarme Hadag-Fähre.

Hamburg. Aktuelle Nachrichten aus der Stadt, besondere Einsätze von Polizei und Feuerwehr, Neues von Hanseaten und Prominenten, Kurioses – hier in den Hamburg-News.

Kundgebung für Rettung von Flüchtlingen

Rund hundert Menschen haben am Dienstagabend in Hamburg-Pöseldorf für die Aufnahme von im Mittelmeer geretteten Bootsflüchtlingen demonstriert. Angesichts der humanitären Notlage und der restriktiven Flüchtlingspolitik der Mittelmeeranrainer müsse Hamburg zum sicheren Hafen erklärt werden, forderten sie in Reden und auf Transparenten. Die Kundgebung fand vor der Grundschule Turmweg statt, wo Bürgermeister Peter Tschentscher zu einer Bürgersprechstunde geladen hatte. Dem SPD-Politiker wurde eine Liste mit rund 8000 Unterschriften für einen „Hamburger Appell“ übergeben. Darin wird er unter anderem aufgefordert, die Seenotrettung im Mittelmeer aktiv zu unterstützen und die Hansestadt offensiv zur Aufnahme von Flüchtlingen anzubieten.

„Ich bin sehr dafür, dass wir alles tun, dass niemand im Mittelmeer ertrinkt“, sagte Tschentscher. Jedes Schiff müsse sicher einen Hafen anlaufen können und Flüchtlinge „nach den Regeln des europäischen Asylrechts“ aufgenommen und integriert werden. In Hamburg sei dies in der Vergangenheit gut gelungen. „Wir sind bereits ein sicherer Hafen für 50.000 Flüchtlinge“, sagte der Bürgermeister. Am Mittwoch wird sich auch die Bürgerschaft mit dem Thema befassen.

Vermisste 17-Jährige wieder da

Die 17 Jahre alte Katharina S. ist wohlbehalten am Bahnhof Schlump angetroffen worden. Dies teile die Polizei am Dienstagabend mit. Die Jugendliche, die geistig und körperlich behindert ist, wurde am Vormittag als vermisst gemeldet. Per Öffentlichkeitsfahndung bat die Polizei um Hinweise.

Hamburger Bienen zählen zu den fleißigsten in Deutschland

Die Imker in Hamburg konnten in diesem Sommer pro Bienenvolk rund 21,3 Kilogramm Honig ernten. Damit lagen die Erträge fast vier Kilogramm über dem Bundesdurchschnitt von 17,7 Kilogramm, wie aus einer deutschlandweiten Erhebung des Fachzentrums für Bienen und Imkerei aus Rheinland-Pfalz hervorgeht. Deutschlandweite Spitze waren in diesem Sommer die Bienen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort ernteten die Imker pro Bienenvolk im Schnitt fast 25 Kilogramm Honig. Für die Erhebung hat das Fachzentrum die Ertragszahlen tausender Imker in Deutschland gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Sommertracht, also auf die Menge an Honig, die von den Bienen in den Sommermonaten zusammengetragen wurde. Die Ertragsmengen sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Dieses Jahr hat beispielsweise das warme Wetter im Frühling vielerorts dafür gesorgt, dass etliche Pflanzen sehr früh Blüten getragen haben und in den Sommermonaten bereits verblüht waren.

Lkw schiebt Auto mit Frau über Kreuzung in Borgfelde

Bei einem schweren Verkehrsunfall in der Nordkanalstraße / Heidenkampsweg (Hammerbrook) ist gegen 14.15 Uhr eine Frau in ihrem Auto eingeklemmt worden. Ein Lkw hatte ihren Wagen an der Fahrerseite gerammt und über die große Kreuzung geschoben. Ein zufällig vorbeifahrendes Team der Hamburger Feuerwehr leistete Erste Hilfe. Die Frau musste aus dem Auto herausgeschnitten werden. Sie kam verletzt ins Krankenhaus. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Der Verkehr musste umgeleitet werden. Dadurch kam es stadtauswärts zu erheblichen Behinderungen

Neue abgasarme Hadag-Fähre

Mit einer neuen abgasarmen Fähre will die Hadag den Fährverkehr im Hamburger Hafen und auf der Elbe verbessern. Insbesondere die bei Touristen beliebte Linie 62 nach Finkenwerder soll damit ab März 2019 verstärkt werden, sagte Hadag-Vorstand Tobias Haack am Dienstag. Damit erweitert die Hadag ihre Flotte auf 26 Fähren. Derzeit sind nach eigenen Angaben 60 Prozent der Fähren mit einer Abgas-Nachbehandlung ausgestattet. In den kommenden Jahren soll die Flotte nachgerüstet werden. Außerdem kündigte die Hadag neue Fahrkartenautomaten und einen Twitter-Störungsticker (@hadag_info) an.

Der Neubau wird, wie schon die MS "Elbphilharmonie", mit diesel-elektrischem Antrieb fahren. Zwei umfassende Abgas-Nachbehandlungsanlagen mit Rußpartikelfiltern und SCR-Katalysatoren reduzieren die Abgasemissionen. Die Hadag bietet im Hafen und auf der Elbe sieben Linien mit 20 Anlegern an. Jährlich werden rund neun Millionen Menschen befördert. Gegründet wurde die Hadag 1888 unter dem Namen "Hafendampfschiffahrts-Actien-Gesellschaft".

Polizeikontrolle: 118 Hamburger Radfahrer fahren bei Rot

Bei einer Kontrolle von Radfahrern hat die Hamburger Polizei am Montag innerhalb von sechs Stunden 118 Rotlichtsünder erwischt. 79 der Radfahrer hätten zudem die falsche Radwegseite genutzt, teilte die Polizei am Dienstag mit. 14 telefonierten während der Fahrt mit dem Handy. Ziel der Fahrradkontrolle sei es gewesen, die Hauptursachen von Unfällen mit Radfahrerbeteiligung zu verringern. Insgesamt waren 26 Polizeibeamte im Einsatz.

US-Pianist Yul Anderson gibt Kostprobe im Altonaer Bahnhof

Der Musiker, der sonst in großen klassischen Konzertsälen auftritt, wird die Hamburger heute und am morgigen Mittwoch jeweils mit einem Gratiskonzert überraschen. Vor seinen Auftritten in der Laeiszhalle (28. und 29. September sowie 10. und 13. Oktober) stellt Yul Anderson ein "öffentliches Klavier" in den Bahnhof Altona – jeder der möchte, darf darauf spielen. Der kalifornische Pianist wird selbst jeweils zwischen 14 und 16 Uhr in die Tasten hauen – Passanten und Pendler kommen so in den Genuss einer Kostprobe.

"Mit der Musik möchte ich für eine andere Atmosphäre am Bahnhof und in der Stadt sorgen", sagte Yul Anderson. Neu ist seine Aktion nicht. Auch im Hamburger Hauptbahnhof und auf der Spitaler Straße baute er in der Vergangenheit bereits sein Klavier auf, ebenso wie an anderen öffentlichen Orten in ganz Deutschland.

Gustav Peter Wöhler heiratet Filmfest-Chef in der Mittagspause

Der Hamburger Schauspieler und Sänger Gustav Peter Wöhler (62) hat seinen langjährigen Partner Albert Wiederspiel (57) geheiratet – und zwar zwischen Tür und Angel. Auf dem Standesamt in Hamburg sei alles „ruckzuck“ gegangen, sagte Wiederspiel, langjähriger Leiter des Filmfests Hamburg, der „Bild“-Zeitung. „Rein, raus, nach zehn Minuten waren wir verheiratet. Alles schnell in der Mittagspause, ohne Trauzeugen!“ Auch Ringe hätten er und sein Mann Gustav Peter nicht getauscht: „Nö, brauchen wir nicht. Und den Nachnamen hat auch jeder für sich behalten.“ Zur Feier des Tages schick essen waren die beiden dann aber doch – in einem Fischrestaurant in Altona.

Wiederspiel ist seit 2003 Chef des Hamburger Filmfests, das am Donnerstag zum 26. Mal beginnt. Zehn Tage lang werden dann in der Hansestadt rund 140 nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt.

23-Jährige findet Designer-Geldbörse mit 1300 Euro in S-Bahn

Eine junge Frau aus Hessisch Oldendorf hat am Montagabend gegen 21.30 Uhr in einem Waggon der S-Bahn-Linie 21 ein Portemonnaie gefunden. Genauer gesagt: eine von einem bekannten Modedesigner entworfene Geldbörse, die nach Angaben der Bundespolizei etwa 500 Euro wert ist. Als die 23-Jährige die Börse öffnete, entdeckte sie zudem 1300 Euro Bargeld. Die ehrliche Finderin stieg am Hamburger Hauptbahnhof aus und und ging zur Sicherheitswache der Polizei.

Bundespolizisten gelang es, die Eigentümerin des Portemonnaies telefonisch zu erreichen. Die 45-jährige Hamburgerin kam kurz darauf in die Wache. "Sie nahm die Geldbörse überglücklich wieder in Empfang", sagte Bundespolizeisprecher Ronny von Bresinski. Zudem erhielt die Frau die Telefonnummer der 23-jährigen Finderin. "Sie möchte sich bei ihr bedanken", sagte Bresinski. Sicher darf sich die junge Frau auch auf einen Finderlohn freuen. Gesetzlich hat sich einen Anspruch auf drei Prozent Finderlohn. Das wären in diesem Fall rund 40 Euro.

Hamburger Uni hofft auf exzellente Förderung

Dass die Universität Hamburg (UHH) exzellent ist, steht für ihren Präsidenten Dieter Lenzen außer Frage. Dennoch wird die Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern über die künftige Förderung sogenannter Exzellenzcluster am Donnerstag in Bonn, bei der auch die Universität Hamburg vier Forschungsprojekte im Rennen hat, ganz entscheidende Weichen für seine Hochschule stellen. „Zuerst natürlich, dass die Forschungen überhaupt gemacht werden können, denn dazu brauchen wir das Geld“, sagte der Professor für Erziehungswissenschaften, der die Hamburger Hochschule seit 2010 leitet. Doch es geht um mehr: Wird Hamburg mit zwei Clustern bedacht, ist der Weg frei für die Bewerbung um die Förderung als „Exzellenzuniversität“.

Bislang wurden zwei Projekte in Hamburg als Exzellenzcluster gefördert – eines zur Klimaforschung, das andere befasste sich mit der Bewegung von Atomen. In die neue Förderrunde ging die Universität ursprünglich mit fünf Anträgen. Vier sind nach einer ersten Auswahl übrig geblieben, zusammen mit 88 weiteren von anderen Universitäten. „Es gibt einfach mehr exzellente Anträge als Geld da ist“, bedauerte Lenzen. 385 Millionen Euro sind pro Jahr im Fördertopf. Drei Viertel davon zahlt der Bund, ein Viertel das Bundesland, in dem jeweils gefördert wird. Bei einer Spanne von drei bis zehn Millionen Euro pro Antrag reiche das für 45 bis 50 Exzellenzcluster, sagt Marco Finetti von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn.

Studie: Hamburger Weiterbildung ist nur Mittelmaß

Bei der Weiterbildung liegt Hamburg einer aktuellen Studie zufolge im Mittelfeld. So nahm 2015 etwa jeder achte Bürger (12,1 Prozent) ab 25 Jahren mindestens einmal an einer Weiterbildung teil, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Weiterbildungsatlas der Gütersloher Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Damit liege Hamburg im Bundesdurchschnitt (12,2 Prozent). Die beiden anderen Stadtstaaten Berlin und Bremen belegen dagegen nur hintere Plätze. Angesichts des hohen Bildungsgrads und der guten wirtschaftlichen Lage nutze Hamburg seine Möglichkeiten zur Weiterbildung jedoch nicht ausreichend, hieß es.

In Hamburg bilden sich arme Menschen mit einer Quote von 8,8 Prozent deutlich weniger fort als andere Hamburger. Es sind allerdings mehr als im Bundesdurchschnitt. Bei den Geringqualifizierten liegt Hamburg laut Studie dagegen unter fünf Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt. Jörg Dräger, ehemaliger Hamburger Wissenschaftssenator und Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, forderte eine bessere Beratung und Förderung. "Es ist fahrlässig, dass ausgerechnet Arme und Geringqualifizierte unter den Sparmaßnahmen der vergangenen 20 Jahre besonders leiden."

Bei der Weiterbildung gibt nach wie vor große regionale Unterschiede. So nutzten in der Grafschaft Bentheim in Niedersachsen lediglich 2,3 Prozent der Menschen dieses Angebot in den Jahren 2014/15, während es im bayerischen Landsberg am Lech mit 23 Prozent etwa zehn Mal so viele waren. Im Ländervergleich erreichte Baden-Württemberg die höchste Weiterbildungsquote mit 15,3 Prozent, gefolgt von Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachen. In diesen Bundesländern bildeten sich mehr als 13 Prozent der Menschen beruflich fort. Die niedrigsten Werte haben Berlin und Bremen (beide 10,5 Prozent) sowie das Saarland, das mit 7,8 Prozent bundesweit das Schlusslicht bildet.

Männer kochen auf Kohleofen – vergiftet

Drei Männer sind in Volksdorf bei der Benutzung eines Kohleofens durch ausströmendes Kohlenstoffmonoxid verletzt worden. Alle mussten am Montagabend zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden, wie die Feuerwehr am Dienstag mitteilte. Demnach hatten die Männer auf dem Ofen Essen zubereitet. Da wenig später einer der Betroffenen über Unwohlsein klagte, wurden die Rettungskräfte zunächst wegen des Verdachts auf eine Erkrankung alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte schlugen jedoch deren Kohlenmonoxid-Warner an. Einem Feuerwehrsprecher zufolge war der Ofen vermutlich defekt.

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( coe/jes/arg/ryb/dob/dpa/epd )

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