Hamburg-News

Prozess gegen Hamburger Taxifahrer startet in der Türkei

Ilhami A. (46), Taxifahrer aus Hamburg. Die türkische Polizei hatte den deutschen Staatsbürger im August festgenommen

Ilhami A. (46), Taxifahrer aus Hamburg. Die türkische Polizei hatte den deutschen Staatsbürger im August festgenommen

Foto: Privat

Was in der Stadt passiert: Am Wochenende fallen S-Bahnen aus. Startschuss für neues kulturelles Zentrum in Barmbek

Hamburg. Aktuelle und lokale Nachrichten aus dem Rathaus, wichtige Einsätze von Polizei und Feuerwehr, Neues von Hanseaten und Prominenten, Kurioses aus der Stadt – hier in den Hamburg-News.

Verhandlung gegen Ilhami A. beginnt am Freitag

Einen Monat nach seiner Verhaftung beginnt in der Türkei der Prozess gegen den deutschen Staatsbürger Ilhami A. Die Verhandlung gegen den 46-jährigen Hamburger starte an diesem Freitag gegen 8.30 Uhr MESZ im osttürkischen Elazig, sagte der Anwalt des Angeklagten, Ercan Yildirim, am Donnerstag. Ilhami A. wird Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen, wie aus der Anklageschrift hervorgeht, die der dpa vorliegt. Die Staatsanwaltschaft bezieht sich laut Anklageschrift auf Facebook-Inhalte zwischen März 2018 und Juli 2018.

Ilhami A. soll darin unter anderem den PKK-Chef Abdullah Öcalan als „kurdischen Politiker und Vordenker“ bezeichnet haben. Außerdem habe er unter anderem Fotos von PKK-Kämpfern geteilt. Die PKK gilt in der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation. Ilhami A. hat laut Anklageschrift die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen und bestritten, dass das als Beweismittel aufgeführte Facebook-Profil ihm gehöre. Ilhami A. war Mitte August in der Provinz Elazig verhaftet worden. Nach Angaben des NDR hat er dort seine Mutter besucht. Er hat ein Taxiunternehmen in Hamburg.

Startschuss für neues kulturelles Zentrum in Barmbek

In Barmbek soll für mehr als 36 Millionen Euro ein neues kulturelles Zentrum in einer früheren Fabrik entstehen. Am Wiesendamm werden das Junge Schauspielhaus, die Theaterakademie sowie das Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater künftig eine neue Heimat haben. Auf mehr als 9000 Quadratmetern entstehen bis Ende 2019 in dem 1917 errichteten Hallenkomplex Bühnen und Flächen für Aufführungen, Proben, Lehre und Forschung. "Wir schaffen mehr Raum für Kultur und Theater", sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Donnerstag bei der Präsentation der Pläne.

Die räumliche Nähe zwischen Theaterakademie und jungem Schauspielhaus ermöglicht den Angaben zufolge weiterhin den kreativen Austausch beider Einrichtungen, der bereits am ehemaligen gemeinsamen Standort an der Gaußstraße entstanden ist. Das Junge Schauspielhaus, das ein vielfach ausgezeichnetes Programm für Kinder und Jugendliche bietet, wurde 2005 als eigenständige Sparte des Schauspielhauses gegründet. Die Theaterakademie gibt es seit mehr als zehn Jahren, sie ist Ausbildungsstätte für Regie, Schauspiel, Operngesang und Dramaturgie.

Räuber schießt Gas in Juwelierladen in Eidelstedt

Ein bewaffneter Mann hat am frühen Donnerstagnachmittag in Eidelstedt einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Bewaffnet mit einer Gaspistole betrat er ein Juweliergeschäft am Eidelstedter Platz und gab zwei Schüsse ab, wie die Feuerwehr Hamburg bestätigte. Dabei wurden nach Informationen des Abendblatts vier Menschen verletzt.

Verletzungen erlitten nach Angaben der Feuerwehr auch der Geschäftsführer des Ladens und seine Frau. Offenbar zählt auch der Täter zu den Verletzten. Nach Abendblatt-Informationen kamen drei der vier verletzten Personen in ein Krankenhaus. Der Tatort wurde im Umkreis von 100 Metern abgesperrt.

Zahl der Ertrunkenen in Hamburg angestiegen

Die Zahl der Badetoten hat sich in den ersten acht Monaten des Jahres in Hamburg mehr als verdreifacht. Das geht aus der vorläufigen Bilanz hervor, die die DLRG am Donnerstag vorgelegt hat. Zwischen Januar und August 2018 ertranken danach in Hamburg 14 Menschen, zehn mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

In Schleswig-Holstein ertranken in den ersten acht Monaten des Jahres 13 Menschen, zwei mehr als im Vorjahreszeitraum. Bundesweit gab es in den ersten acht Monaten des Jahres 445 Badetote, das waren 148 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das sei der höchste Stand seit zehn Jahren, sagte DLRG-Präsident Achim Haag.

Keine S-Bahnen zwischen Hauptbahnhof und Sternschanze

Wer am Wochenende in Hamburg mit der S-Bahn fahren möchte, sollte sich vorher seine gewünschte Route genau anschauen. Denn zwischen den Stationen Sternschanze und Hauptbahnhof verkehren von Freitag (20.45 Uhr) bis Sonntag (Betriebsschluss) keine Züge. Grund für die Streckensperrung sind Gleisbauarbeiten. Betroffen sind die Linien S21 und S31. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Die Reisezeit kann sich dadurch um bis zu 20 Minuten verlängern.

Geschrotteter Blitzer nach nur einem Tag erneuert

Es ist noch nicht einmal 24 Stunden her, dass ein BMW-Fahrer am Mittwoch eine nagelneue Blitzersäule am Horner Kreisel umgefahren und völlig zerstört hatte. Doch schon am nächsten Tag ist von dem Vorfall nichts mehr zu sehen. Zack, bereits am Donnerstagmorgen stand ein neues Tempomessgerät am Horner Kreisel – als wäre nie etwas gewesen. Anders als von Autofahrern vermutet, hat jedoch nicht die Stadt Hamburg blitzschnell reagiert, sondern die Wiesbadener Firma Vitronic, die in Hamburg diverse Blitzersäulen aufgestellt hat. Den Grund weiß der Landesbetrieb Verkehr (LBV).

"Der Blitzer war noch in der Hand von Vitronic und noch nicht an den LBV übergeben", sagte eine LBV-Sprecherin am Donnerstag. Der Blitzer sei erst einen Tag zuvor aufgebaut worden, aber noch nicht angeschlossen worden. Die Übergabe an den LBV erfolgt erst, wenn der Blitzer angeschlossen und technisch einwandfrei funktioniert. Bis dahin ist die Firma Vitronic für die Blitzanlagen verantwortlich.

Ottos Werke im Museum für Kunst und Gewerbe

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt in seiner neuen Ausstellung Kunst von Otto Waalkes. Zu sehen sind über 200 Exponate, darunter originale Gemälde, frühe Zeichnungen, Cartoons und Spickzettel für seine Bühnenauftritte. Ausgestellt ist auch der Nachbau des Pilsumer Leuchtturms und ein riesiger Ottifant aus Plüsch. Otto selbst will die Ausstellung heute der Öffentlichkeit präsentieren. Damit könne das bildnerische Werk von Otto endlich in der Stadt gezeigt werden, in der er das Malen gelernt habe, kündigte das Museum an. Otto hatte 1970 ein Studium an der Hamburger Hochschule für bildende Künste begonnen. Am 22. Juli wurde er 70 Jahre alt.

Warum um 10.15 Uhr in Hamburg die Sirenen heulten

Und plötzlich war es laut in Hamburg: Von 10.15 Uhr bis 10.20 Uhr wurden im Tidegebiet der Elbe die Sturmflutsirenen getestet. Der Probebetrieb dient neben einer Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Anlagen auch dazu, das Sirenensignal in Erinnerung zu rufen und auf die in Kürze beginnende Sturmflutsaison hinzuweisen.

Im Ernstfall fordert das Sirenensignal die Bevölkerung dazu auf, ihre Radios einzuschalten und auf Durchsagen der regionalen Rundfunksender zu achten. In Hamburg besteht vor allem vom 15. September bis 31. März des Folgejahres erhöhte Gefahr einer Sturmflut.

Schwerer Unfall mit drei Jahre altem Kind

Ein drei Jahre altes Kind ist im Stadtteil Neuenfelde von einem Kleintransporter überrollt und schwer verletzt worden. Der Junge sei am Mittwochabend nach ersten Erkenntnissen unachtsam auf die Straße gelaufen, der Fahrer des Kleintransporters habe anscheinend nicht mehr rechtzeitig bremsen können, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen mit. Ein Rettungshubschrauber brachte das Kind ins Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei besteht keine Lebensgefahr.

Die Hamburg-News vom Mittwoch