Prozess

Hamburger wird mit Sex in Wohnung gelockt und ausgeraubt

19-Jährige bietet im Internet Liebesdienste an. Doch sie ist nur ein Lockvogel. Prozessstart in Lübeck gegen vier Angeklagte.

Hamburg/Lübeck. Es war ein perfider Plan, den drei junge Männer und eine Frau geschmiedet haben: Die 19-Jährige gab sich als Prostituierte aus und lockte einen 34 Jahre alten Hamburger in eine Lübecker Wohnung. Doch statt der Liebesdienste wurde der Mann von ihren Komplizemn niedergeschlagen und erpresst, heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft.

Seit Mittwoch muss sich das Quartett vor der Jugendkammer des Landgerichts Lübeck für diese Tat im Oktober 2017 verantworten. Ihnen wird schwere räuberische Erpressung, erpresserischer Menschenraub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Männer erpressten Geheimzahl für Bankkarte

Nach Medienberichten sollen die Angeklagten die Tat am ersten Prozesstag gestanden haben. Laut Staatsanwaltschaft fiel der Hamburger auf eine Annonce im Internet rein und verabredete sich mit der vermeintlichen Prostituierten. Als er die Wohnung betrat, wurde er sofort geschlagen. Zudem durchsuchten die beiden 24 Jahre alten Männer und ihr 20-jähriger Komplize ihr Opfer nach Wertsachen. Einer bedrohte den 34-Jährigen mit einem Messer und forderte die PIN für sein Handy. Zudem drohten die Täter ihrem Opfer Heroin zu spritzen, sollte es nicht die Geheimzahlen für seine Bankkarten preisgeben.

Nachdem die Täter die Daten erpresst hatten, fuhren zwei der Angeklagten mit dem Hamburger zu Geldautomaten in der Lübecker Innenstadt. Doch nirgendwo konnten sie Geld vom Konto des Mannes abeheben. Letztlich ließen sie ihn wieder laufen.

Der Prozess wird am 16. Juli in Lübeck fortgesetzt. Mit einem Urteil wird am 26. Juli gerechnet.