Harley Days in Hamburg

Polizeikontrolle zur Begrüßung – 85 Harley-Fahrer gestoppt

Harley Days: Fans trotzen den Strafzöllen

Der US-Motorradbauer Harley-Davidson, der von den frisch erhobenen EU-Zöllen betroffen ist, kann als Folge höhere Preise sowie eine Beeinträchtigung der Nachfrage in der EU derzeit zumindest nicht ausschließen.

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Veranstalter erwarten 50.000 Bikes und 500.000 Besucher am Wochenende bei den 15. Hamburg Harley Days rund um den Großmarkt.

Hamburg. Bei einer Großkontrolle hat die Polizei am Freitag bis Mitternacht mehr als 80 Harley-Davidson-Fahrer gestoppt. An 39 Fahrzeugen wurden so schwere Mängel festgestellt, dass sie dringend in eine Werkstatt oder zum TÜV müssen, sagte ein Polizeisprecher dem Abendblatt am Sonnabend. Anlass für die Großkontrolle in Höhe der Straße Klingberg in der City sind die Harley Days. die noch bis zum Sonntag in der Hansestadt stattfinden.

Mit Tempo 113 unterwegs

50.000 Bikes und 500.000 Besucher erwarten die Veranstalter am Wochenende bei den 15. Hamburg Harley Days. Wie es bei der Polizei heißt, seien bei der Großkontrolle "vorrangig" Fahrer der Kulturmarke Harley-Davidson kontrolliert worden. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass auch andere Fahrzeuge kontrolliert worden seien. Ein Harley-Fahrer sei mit 113 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Erlaubt ist Tempo 50. Es gab insgesamt sechs Strafanzeigen, darunter wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Außerdem wurden 28 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Heinz Hoenig dabei

Höhepunkt der 15. Harley-Days ist am Sonntag die Abschlussparade, bei der Tausende Biker mit ihren Maschinen durch die Stadt donnern werden. Der Korso soll vom Großmarkt über die Köhlbrandbrücke und durch den Baakenhafen führen. Angeführt wird die Parade von Schauspieler und Harley-Fan Heinz Hoenig.

Biker auf der "Mö"

Biker präsentierten am Sonnabend beim „Ride-In“ auf der Mönckebergstraße ihre umgebauten Maschinen. In der Regel nehmen am „Ride-In“ um die 100 Biker mit ihren sogenannten Custom Bikes teil, wie ein Sprecher von Harley Davidson Deutschland sagte. Eine Fachjury prämiert die besten Umbauten anschließend in verschiedenen Kategorien. Einer der Höhepunkte der Großveranstaltung ist die „Wall of Death“. In einem Kessel aus Holz drehen professionelle Steilwandfahrer mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde ihre Runden. Wegen der hohen Geschwindigkeit drücke sie die Zentrifugalkraft mit dem Zwei- bis Dreifachen ihres Gewichts in einem 90-Grad-Winkel an die Wand, sagte der Sprecher. Die Zuschauer können das Spektakel vom oberen Ende der Steilwand beobachten.

Strafzölle debattiert

Ein Thema, das Liebhaber der amerikanischen Motorradmarke in Hamburg beschäftigte, waren die Vergeltungszölle, die die EU auf einige US-amerikanische Produkte verhängt hat. „Darüber wird hier diskutiert“, sagte der Sprecher. Allerdings seien dies ein wenig Diskussionen im luftleeren Raum, weil noch nicht absehbar sei, wie Harley Davidson genau darauf reagieren werde. Der Auftakt der „Harley Days“ sei bislang ruhig geblieben, sagte am Samstag ein Sprecher der Polizei.

Im „Harley Village“ am Großmarkt dreht sich an allen drei Festivaltagen auf 40.000 Quadratmetern alles um Technik und Harley-Livestyle. Auf zwei Bühnen gibt es Livemusik, auf einer Großbildleinwand kann man am heute auch das Fußball-WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden verfolgen.

In den vergangenen Jahren stießen die Harley Days immer wieder auch auf Kritik, vor allem wegen Lärmbelastung und Luftverschmutzung. Die Veranstalter baten die Teilnehmer deshalb um die Einhaltung einiger Spielregeln: „Burnouts sollten ebenso tabu sein wie die Durchfahrt durch Wohngebiete.“

2003 fing alles an

Die Anfänge der Harley Days in Hamburg gehen auf das Jahr 2003 zurück. Auf einem großen Gelände im Freihafen feierten Tausende Fans damals 100 Jahre Harley-Davidson. Zu den zahlreichen, aus aller Welt angereisten Gästen zählten Willie G. Davidson und Bill Davidson, Enkel und Urenkel von William A. Davidson, einem der Gründer der Harley-Davidson Motor Company. Die Hamburger Polizei fährt übrigens nicht mehr auf Harley-Davidons ab. Nachdem der damalige Innensenator Ronald B. Schill einige dieser Motorräder für die Polizei anschaffen ließ, sind sie jetzt nicht mehr im dienstlichen Einsatz.