Hamburg

Was mit Zahngold von Verstorbenen passiert

Gesetzeslücke: Wertvolles Metall wird bisher unterschiedlich verwendet. In Hamburg hat sich ein Friedhofsmitarbeiter bereichert.

Hamburg. Der Bundesverband Deutscher Bestatter fordert von der Politik klare Regeln für den Umgang mit Zahngold nach Einäscherungen. "Die herrschende Unklarheit belastet alle Beteiligten", sagte Stephan Neuser, Generalsekretär des in Düsseldorf ansässigen Bundesverbands Deutscher Bestatter, der "Bild"-Zeitung. Überreste von Edelmetallen würden bislang teils mit der Asche in den Urnen beigesetzt, teils kommunalen Haushalten zugeführt oder karitativ verwertet.

Sache der Länder

Zuständig für die Regelung sind die Länder. "Es muss klar sein, was da erlaubt ist", sagte Neuser. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) von 2014 gehört das Zahngold Gestorbener zwar niemandem, vorrangig aneignen dürfen es sich aber die Erben, ansonsten der Krematoriumsbetreiber. Das BAG hatte in der zentralen Frage der Eigentums- und Verwahrungsrechte entschieden, nachdem in Hamburg ein Friedhofsmitarbeiter über Jahre hinweg über 30 Kilogramm Gold aus der Asche an sich genommen und verkauft hatte.