Hamburg

Neue Staufalle auf der A7: Elbtunnel-Rampe wird abgerissen

Stau auf der A7 (Symbolbild)

Stau auf der A7 (Symbolbild)

Foto: picture alliance

Die auf Stelzen stehende Autobahn muss saniert werden. Außerdem wird sie auf acht Spuren erweitert. Neue Rampe kostet 290 Millionen.

Hamburg.  Noch in diesem Jahr wird das nächste große Hamburger Verkehrsprojekt in Angriff genommen: Die A 7 südlich des Elbtunnels muss saniert und verbreitert werden. Die Arbeiten erfolgen in zwei Abschnitten. Die 400 Meter lange Rampe, die aus dem Tunnel führt, wird abgerissen und neu errichtet. Am vergangenen Freitag wurde die Ausschreibung gestartet.

Der an die Rampe anschließende Teil der Autobahn steht auf Stelzen. Dieser rund vier Kilometer lange Abschnitt, den die Ingenieure „Hochstraße Elbmarsch“ nennen, wird saniert und auf insgesamt acht Spuren verbreitert. Anfang 2020 soll damit begonnen werden, Ende 2023 könnte alles fertig sein. Das bedeutet: Die A 7 südlich des Elbtunnels wird für mindestens fünf Jahre zur Baustelle – lange Staus sind nicht auszuschließen.

Arbeiten an der A7 noch bis ins Jahr 2025

Die Verbreiterung südlich der Elbe ist das Gegenstück zur Verbreiterung der A 7 nördlich der Elbe. Die stark belastete Autobahn dient nicht nur dem Fernverkehr. Sie durchschneidet den Hamburger Westen und wird auch für innerstädtische Fahrten genutzt. Der achtspurige Ausbau und die teilweise Überdeckelung im dicht bebauten Stadtgebiet ist ein finanzieller und bautechnischer Kraftakt. Rund eine Milliarde Euro wird das gesamte Bauvorhaben südlich und nördlich der Elbe verschlingen. Seit 2014 wird daran gearbeitet. Und langsam ist ein Ende absehbar – zumindest im Norden.

Die Langenfelder Brücke, mit der im Februar 2014 der Ausbau der Autobahn begann, soll am Jahresende fertig sein. 2019 folgt der Tunnel in Schnelsen, 2020 der in Stellingen. Am längsten wird die Fertigstellung des Altonaer Deckels in Anspruch nehmen. Dort beginnen die Bauarbeiten 2020 und enden vermutlich 2025. Der Abriss der Rampe im Süden des Tunnels ist besonders aufwendig. Zunächst muss ein 400 Meter langer Hilfsdamm errichtet werden. Über ihn werden zwei Fahrspuren verlaufen. Ein Jahr wird das dauern. Erst danach kann mit dem Abriss begonnen werden. Während der Bauzeit sollen drei Spuren je Fahrtrichtung zur Verfügung stehen.

Deutschlands längste Straßenbrücke

Wie dringend die Sanierung der „Hochstraße Elbmarsch“ ist, zeigt ein neuerlicher Lamellenbruch, der am Donnerstag zu langen Staus führte. Der vier Kilometer lange Abschnitt der A 7 südlich des Elbtunnels ist seit 1974 in Betrieb. Es ist die längste Straßenbrücke Deutschlands. Sie ächzt unter dem zunehmenden Verkehr und unter den immer schwerer werdenden Lastwagen.

Die Lamellenbrüche sind ein Zeichen dieser Überforderung. „Sie sind aus Stahl und brechen ohne Vorwarnung“, sagt Christian Merl, Hamburgs Verkehrskoordinator. Am Mittwoch war es auf der A 7 in Höhe Waltershof in Richtung Norden mal wieder so weit. Erst in der Vorwoche hatte es ganz in der Nähe einen ähnlichen Schaden gegeben.

Es sind nur kleine Schäden. Gleichwohl beweisen sie, dass man mit der Sanierung dieses Abschnittes nicht mehr lange warten sollte. Im Herbst soll es losgehen. Die Ausschreibung für die Rampe läuft. Bis zum 5. Juni müssen Gebote abgegeben werden.

Aufwendige Arbeiten sorgen für Verzögerungen

Der teilweise Neubau, der Ausbau und die Sanierung dieses Autobahnabschnitts sind besonders aufwendig. Deswegen hat sich der Ablauf auch etwas verzögert. Ursprünglich hatten die Arbeiten schon im ersten Quartal dieses Jahres beginnen sollen. „Vor allem die Rampe ist doch ziemlich kompliziert“, sagt Verkehrskoordinator Merl. „Das hat auch die Arbeiten an der Ausschreibung verlängert.“

Zunächst muss westlich der Autobahn ein Hilfsdamm aufgeschüttet werden, über den zwei Fahrspuren führen sollen. Dann wird die alte Rampe abgerissen und durch eine neue ersetzt. „Dabei muss garantiert sein, dass immer drei Spuren pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen“, so Merl. Ziel ist es, dass auch in der Bauzeit möglichst alle Tunnelröhren angefahren werden können. Dennoch wird es vermutlich auch einige Bauphasen geben, in denen das nicht möglich ist.

290 Millionen Euro für eine neue Rampe

Die neue Rampe soll nicht mehr auf Pfählen stehen, sondern auf aufgeschüttetem Erdreich. Die Pfahlgründung hat sich als anfällig erwiesen. Besonders der Schwerlastverkehr hat die Stützen in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings ist auch die Aufschüttung nicht ohne Risiken. Der weiche Marschboden unter der Autobahn kann nachgeben, Setzungen könnten sich als problematisch erweisen. Genau wegen dieses schwierigen Untergrundes verläuft die „Hochstraße Elbmarsch“ auf Stelzen.

Und das soll in dem rund vier Kilometer langen Abschnitt auch so bleiben. Einige Stelzen müssen saniert werden, auch einige Querträger. Wichtigste Arbeit in diesem Bereich ist aber der Bau zweier neuer Fahrbahnen. Sie werden in die derzeit noch bestehende Lücke zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen eingepasst – auch das eine ingenieurtechnische Herausforderung, denn hier wird eben nicht auf sicherem Boden gebaut, sondern in 20 bis 30 Metern über dem Grund. Rampe und Hochstraße werden rund 290 Millionen Euro kosten.

Sanierungen auf der A1 als Vorbereitung

Zudem sind bis zum Baubeginn südlich der Elbe noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Die Baubehörde will sichergehen, dass die zweite große Nord-Süd-Verbindung, die A 1, funktioniert, während auf der A 7 gewerkelt wird. Also wird dort derzeit saniert.

Auch die Fahrbahnbeläge in den Elbtunnelröhren zwei und drei sollen noch erneuert werden. „Die ersten beiden Juniwochen und zwei Wochen im November sind dafür vorgesehen“, sagt Merl. Die jeweilige Tunnelröhre muss dann komplett gesperrt werden.

Lamellenbruch führte zu langen Staus

Eigentlich hatte dies schon im April geschehen sollen. Dass die Arbeiten dann sehr kurzfristig verschoben wurden, zeigt, wie brüchig das Hamburger Autobahnnetz geworden ist. Über Ostern hatten die Bautätigkeit auf der A 1 zu einer hohen Belastung der A 7 geführt. Eine Sperrung von Tunnelröhren hätte vermutlich zu langen Staus geführt. Deshalb wurde die Sache damals abgeblasen.

Der Lamellenbruch in Waltershof hat am Donnerstag zu einem 14 Kilometer langen Stau geführt – obwohl nur eine Fahrspur gesperrt war. In der Nacht zu Freitag sollte der Schaden begutachtet werden. Dazu sollte eine weitere Spur gesperrt werden. „Erst dann wissen wir, was zu tun ist und wie schnell das geht“, sagt Merl. Die Bruchstücke stellen eine Gefahr für den Verkehr dar, sie können sich beispielsweise in den Motorblock bohren.