Hamburg/Lübeck

Vandalismus an Bussen und Bahnen nimmt ab

Ein Mitarbeiter reinigt in Ohlsdorf einen mit Graffiti besprühten Waggon

Ein Mitarbeiter reinigt in Ohlsdorf einen mit Graffiti besprühten Waggon

Foto: dpa

Verkehrsunternehmen in Hamburg und Lübeck melden weniger zerkratzte Scheiben, Graffiti und andere Zerstörungen.

Hamburg/Lübeck. Busse und Bahnen werden in Hamburg und Lübeck offenbar seltener mutwillig beschädigt. Die Hamburger Hochbahn zählte im vergangenen Jahr rund 43.000 Fälle von Vandalismus, 2016 waren es noch 45.000 gewesen, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte.

Die Schadenssumme stieg allerdings, und zwar von 1,6 Millionen auf 1,7 Millionen Euro. Der Anstieg lasse sich zum einen durch höhere Kosten für Reinigung und Reparatur erklären. „Zum anderen spielen hier aber auch Vorfälle im Zuge von G20 eine Rolle“, sagte Hochbahn-Sprecherin Constanze Dinse. Als Beispiel nannte sie die Beschädigung eines Rolltores an der Haltestelle Landungsbrücken.

Auch Lübeck verzeichnet weniger Fälle

Eine entspannte Lage meldete der Stadtverkehr Lübeck. Seit etwa zwei bis drei Jahren habe das Verkehrsunternehmen keine nennenswerten Schäden in den Bussen mehr zu verzeichnen, sagte Pressesprecherin Gerlinde Zielke. „Früher gab es immer wieder zerkratze Scheiben und zerstörte Sitze, aber seit es in den Bussen Videoüberwachung gibt, hat das deutlich nachgelassen.“

Zudem trage die Anordnung der Sitze in den neueren Gelenkbussen vermutlich zu mehr sozialer Kontrolle bei. „Auch mit Beschädigungen von Fahrgastunterständen haben wir kaum noch Probleme. Die werden so schnell wie möglich beseitigt, um keine Nachahmer zu motivieren, und das hilft“, sagte die Unternehmenssprecherin.

Vandalismus an Bahnanlagen in Hamburg stark rückläufig

Nach Angaben der Bundespolizei ist der Vandalismus an Bahnanlagen in Hamburg stark rückläufig. Im Jahr 2016 seien 1169 Anzeigen wegen Sachbeschädigungen gezählt worden, davon 715 wegen Graffiti. Die Anzeigenstatistik für 2017 werde im Laufe des Monats veröffentlicht, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hamburg, Rüdiger Carstens.

In der Tendenz werde es ein Minus von ungefähr 30 Prozent geben. Carstens machte zugleich darauf aufmerksam, dass die Bundespolizei nur Taten erfasse, die zur Anzeige kämen. Die tatsächlichen Schäden könnten sehr viel größer sein.

Die Bundespolizei war im gesamten ersten Halbjahr 2017 stark in die Vorbereitungen des G20-Gipfels eingebunden. Ein besonders schwerer Fall der Sachbeschädigung waren im vergangenen Juni BrandanschIäge, zu denen sich Linksextremisten bekannten. Gut zwei Wochen vor dem Gipfel hatten Unbekannte im Stadtteil Eidelstedt und in Rahlstedt Kabelkanäle an Bahnstrecken angezündet und dabei auch Starkstromkabel neben dem Gleisbett beschädigt.

Anfang Februar hatte auch die Hamburger Schulbehörde einen leichten Rückgang des Vandalismus gemeldet. Die Schadenssumme ging allerdings nur von 2,2 Millionen Euro auf 2,1 Millionen zurück.