Verkehr in Hamburg

Mehrere Tage im Einsatz: Neue mobile Super-Blitzer geplant

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André Zand-Vakili

Zahl der Verkehrsunfälle war 2017 rückläufig. 28 Menschen kamen auf Hamburgs Straßen im vergangenen Jahr ums Leben.

Hamburg.  In der Hansestadt werden im kommenden Jahr nicht nur fünf neue stationäre Blitzer aufgestellt. Erstmals werden auch mobile Geschwindigkeitsmessgeräte eingesetzt, die über mehrere Tage an einer Stelle stehen werden. Das wurde bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz für 2017 bekannt. Die Unfallzahlen sind weiter rückläufig. Im vergangenen Jahr ereigneten sich 67.881 Verkehrsunfälle auf Hamburgs Straßen. Das sind 551 weniger als 2016. Die Zahl der Verletzten ist ebenfalls rückläufig. Sie ging um 242 auf 7803 zurück.

In extra gepanzerte und so gegen Vandalismus geschützte Anhänger sollen die neuen, mobilen Blitzgeräte eingebaut werden. Dann müssen sie nur noch zu den ausgewählten Standorten geschleppt und eingemessen werden. Danach können die Geräte über Tage Fotos von Temposündern machen. Die Messung erfolgt mithilfe moderner Lasertechnik.

In Hamburg werden künftig weitere mobile Blitzer in gepanzerten Anhängern aufgestellt. Finden Sie richtig, dass es noch mehr Überwachungstechnik gibt?

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Wo die Blitzer aufgestellt werden, ist noch geheim

Sie sind dabei nur ein Teil der Aufrüstung bei der Überwachungstechnik im Verkehr. Gleich an fünf Standorten werden neue stationäre Blitzer aufgebaut. Wo, ist allerdings noch geheim. „Sie werden entgegen anders lautenden Gerüchten nicht nach fiskalischen Überlegungen ausgesucht“, beteuert Andreas Schorling, stellvertretender Leiter beim Landesbetrieb Verkehr. „Sie resultieren aus Überlegungen und tiefgehenden Untersuchungen der Polizei.“ Ein einträgliches Geschäft bleibt es dennoch. Über 650.000 Geschwindigkeitsverstöße wurden letztes Jahr durch Blitzer festgehalten. Die sogenannten Starenkästen werden aus dem Straßenbild verschwinden. Die fünf noch vorhandenen stationären Anlagen dieses veralteten Typs werden durch neue Geräte ersetzt.

Aufgerüstet wird auch bei der Soko „Autoposer“, die mittlerweile mehr als 100 illegal umgebaute Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen hat. Sie bekommt einen Beamten mehr für den operativen Bereich. Dann werden zehn Polizisten im Einsatz sein. Zusätzlich werden drei Mitarbeiter administrative Aufgaben übernehmen, um der Kontrollgruppe mehr Zeit für die eigentlichen Kontrollen zu geben. Anfang April ist die Truppe komplett.

Ältere Verkehrsteilnehmer verursachen viele Unfälle

Bei den Unfallzahlen stellte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer einen „auffallenden Rückgang“ heraus: „Das sind die Verkehrsunfälle mit Personenschäden. Hier haben wir einen Rückgang von 3,1 Prozent. Das sind 261 Verunglückte weniger.“ Die Zahl der Schwerverletzten ist leicht gestiegen. Meyer sagte: „Wir haben die drittniedrigste Zahl von Verunglückten seit der Aufzeichnung der Verkehrsunfallzahlen 1953. Besser wäre aber zu sagen, dass mit Ausnahme des Jahres 2010 und in Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung das Risiko auf Hamburgs Straßen bei einem Unfall verletzt zu werden, 2017 so gering wie nie zuvor war.“

„Sorgenkinder“ der Polizei sind die Senioren. Die Zahl der Unfälle, in die 65-Jährige und Ältere verwickelt sind, stagniert auf hohem Niveau. Bei 61,1 Prozent der Unfälle, an denen sie beteiligt sind, sind sie auch Haupt­unfallverursacher. Der Anteil steigt noch einmal dramatisch bei den über 75-Jährigen. Der Chef der Verkehrsdirektion, Ulf Schröder, sieht restriktives Vorgehen aber nicht als sinnvoll an. Prävention der Polizei sei gut und teuer, es gebe aber einen Haken: Die Senioren nähmen sie nicht an.

Weniger Unfälle mit jungen Erwachsenen

Leichte Rückgänge gibt es bei den Verkehrsunfällen mit den jungen Erwachsenen, die traditionell wegen ihrer höheren Risikobereitschaft im Hauptaugenmerk der für die Verkehrsüberwachung zuständigen Polizei ist. Tatsächlich sind die 18- bis 24-Jährigen mit 59,9 Prozent auch überproportional Verursacher, wenn sie in einen Unfall verwickelt sind. Die Ursachen sind dabei fehlender Abstand und hohe Geschwindigkeit.

Fahrradfahrer waren 2017 in Hamburg bei 3143 Unfällen beteiligt. Das sind 88 Unfälle weniger als im Vorjahr. Die Zahl der verletzten Radfahrer ging um 96 auf 2318 zurück.

Kinder wurden in Hamburg im vergangenen Jahr im Straßenverkehr 671-mal verletzt. Im Jahr 2016 verunglückten 680 Kinder auf Hamburgs Straßen, von denen zwei sogar starben.

Die Zahl der Unfalltoten ging im Jahr 2017 um einen auf 28 zurück. Auffallend im vergangenen Jahr: Mit 13 getöteten Fußgängern war deren Anteil mehr als doppelt so hoch wie im Jahr davor.

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