Hamburg

Wie Hamburger Schulen unter Vandalismus leiden

Vandalismus wie hier in der Stadtteilschule Winterhude verursachte im vergangenen Jahr Schäden in Millionenhöhe

Vandalismus wie hier in der Stadtteilschule Winterhude verursachte im vergangenen Jahr Schäden in Millionenhöhe

Foto: JOTO

2017 betrug der Schaden mehr als zwei Millionen Euro. Eine Schule musste für 400.000 Euro renovieren.

Hamburg.  Sie kamen im Schutz des Wochenendes, drangen gewaltsam ins Schulgebäude ein, warfen Möbel um und flexten den Schultresor auf: Just am Vorabend einer Jubiläumsfeier wurde die Stadtteilschule Alter Teichweg in Dulsberg vor einem Jahr von Einbrechern heimgesucht. Es ist nur ein extremer Fall von Zerstörungswut unter vielen alltäglichen, unter denen Hamburgs Schulen leiden. Oft sind es nur Schmierereien oder eingeworfene Scheiben, manchmal aber auch großflächige Brände oder eben Einbrüche.

Im vergangenen Jahr belief sich der Schaden durch Vandalismus an Hamburger Schulen auf 2,1 Millionen Euro. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver hervor, über die zuerst die „Hamburger Morgenpost“ berichtet hat.

400.000 Euro Schaden allein an der Stadtteilschule Flottbek

400.000 Euro mussten allein für die Instandsetzung der Stadtteilschule Flottbek aufgebracht werden. Der Schaden geht allerdings größtenteils noch auf eine Brandstiftung im Vorjahr zurück. Doch das ist nur die Spitze eines Eisbergs. An der Stadtteilschule Poppenbüttel wurden Güter im Wert von 60.000 Euro vernichtet, an der Stadtteilschule Süderelbe (Neugraben-Fischbek) entstand ein Schaden von 50.000 Euro. An der Grundschule Stengelestraße (Horn) zerstörten Randalierer acht Klassenräume – Schaden: 30.000 Euro.

Nicht in allen Fällen handelt es sich um Folgen von Vandalismus. Statistisch erfasst werden von den zuständigen Betrieben auch Schäden durch Einbruch und Diebstahl. So erklärt sich auch der Schaden von knapp 40.000 Euro, der am Alten Teichweg im vergangenen Jahr entstanden ist.

Rückschlüsse auf das soziale Umfeld sind nur bedingt zulässig

„Die Schäden sind nicht eindeutig Schülerinnen und Schülern zuzuordnen“, heißt es in der Senatsantwort, „sie können auch nachts oder am Wochenende von schulfremden Personen verübt worden sein.“ Allerdings scheint es einen gewissen Zusammenhang zur Schülerschaft zu geben. So wurden von Hamburgs Grund- und Berufsschulen geringe Schäden gemeldet. Ganz anders die weiterführenden Schulen: Allein fünf der sechs Stadtteilschulen im Bezirk Hamburg-Mitte verzeichneten Schäden in fünfstelliger Höhe.

Rückschlüsse auf das soziale Umfeld sind allerdings nur bedingt zulässig, wie die Aufstellung der Gymnasien zeigt. Gleich hinter dem Gymnasium Süderelbe in Neugraben-Fischbek, das einen Schaden von 22.000 Euro erlitt, folgt das Immanuel-Kant-Gymnasium im idyllischen Marmstorf (21.000 Euro). Nördlich der Elbe waren das Heilwig-Gymnasium in Alsterdorf (15.000 Euro), das Gymnasium Ober­- al­ster in Sasel, das Walddörfer-Gymnasium in Volksdorf (je 13.000 Euro) sowie die Gymnasien Marienthal und Blankenese (je 12.000 Euro) am stärksten betroffen.

„Die Zahlen sind weiterhin auf hohem Niveau“, sagte Birgit Stöver, schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Der rot-grüne Senat müsse seine Präventionsprogramme gegen Vandalismus überprüfen.