Hamburg

Köhlbrandbrücke: Entscheidung noch im März?

Die Köhlbrandbrücke gilt als Hamburger Wahrzeichen

Die Köhlbrandbrücke gilt als Hamburger Wahrzeichen

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Das Bauwerk soll durch einen Neubau oder einen Tunnel ersetzt werden. Ein Erhalt scheint ausgeschlossen zu sein.

Hamburg.  Noch im ersten Quartal des laufenden Jahres soll ein Gutachten über den besten Ersatz für die in die Jahre gekommene Köhlbrandbrücke vorliegen. Das teilte die Wirtschaftsbehörde am Donnerstag mit. Mit der „Machbarkeitsstudie 1“ solle geklärt werden, ob die Brücke durch einen Neubau oder einen Tunnel ersetzt wird. Ein Erhalt der 1974 eingeweihten Brücke kommt laut Senat nicht infrage – „da die Durchfahrtshöhe der vorhandenen Köhlbrandbrücke nicht den prognostizierten Schiffsgrößenentwicklungen auf dem Köhlbrand entspricht“, wie es in einer Senatsantwort auf eine Linken-Anfrage heißt. Die Brücke ist 53 Meter hoch, moderne Containerfrachter können mittlerweile höher sein.

„Wir müssen unsere Infrastruktur, insbesondere auch die im Hafen, den Herausforderungen der Zukunft anpassen“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch dem Abendblatt. „Die immer größer werdenden Containerschiffe machen eine zukunftsfähige Querung erforderlich. Darum ermitteln wir gerade, welche Lösung die beste ist.“

Der Geschäftsführer der Hamburg Port Authority (HPA), Jens Meier, hatte in einem in einem Ausblick auf das Hafenjahr gesagt, dass die Instandhaltungskosten für die Brücke über das Jahr 2030 hinaus nicht mehr wirtschaftlich seien. „Deswegen beschäftigen wir uns seit einiger Zeit mit einer neuen Querung, entweder in der Höhe oder als Tunnelkonstruktion“, sagte Meier.

Lösung könnte 2019 feststehen

Ähnliches hatte die CDU in ihrem Papier „Hafen Hamburg 2030“ gefordert. Flächen habe die HPA bereits freigehalten, damit nach einem Beschluss zügig mit dem Bau begonnen werden könne, sagte Meier. Dennoch versicherte der Hafenchef: „Die Köhlbrandbrücke ist in einem sehr guten Zustand.“

Auch bei anderen Hafen- und Schifffahrtskonzernen steht das Thema weit oben auf der Agenda. „Wir benötigen neben der Elbvertiefung schnell eine höhere Köhlbrandbrücke, damit wir die großen Schiffe besser in den Hafen hineinbekommen“, hatte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen auf dem Abendblatt-Neujahrsempfang gesagt.

Klarheit über den Ersatz für die bisweilen als geheimes Wahrzeichen Hamburgs wahrgenommene Köhlbrandbrücke könnte es 2019 geben. Dann soll auch die „Machbarkeitsstudie 2“ mit Details zur Nachfolgelösung vorliegen, die noch in diesem Jahr in Auftrag gegeben werden soll – nachdem klar ist, ob der Köhlbrand auch künftig per (neuer) Brücke oder doch durch einen Tunnel gequert werden soll.

Neubau kostet bis zu einer Milliarde

Die Köhlbrandbrücke wird in den vergangenen Jahren im Durchschnitt von 34.000 Fahrzeugen pro Tag befahren, 12.000 davon sind Lkw. Für einen Neubau wurden zuletzt Summen von 700 Millionen bis einer Milliarde Euro genannt. Der Senat selbst will sich zu den Kosten noch nicht äußern. Diese könnten aber teilweise vom Bund übernommen werden – wie beim Bau der Köhlbrandbrücke, der als Teil des Autobahnzubringers Waltershof gilt.

Auf die Frage, ob Berlin auch die Nachfolgelösung mitfinanzieren werde, antwortete die Wirtschaftsbehörde kürzlich: „Der Senat steht zur Finanzierung großer Infrastrukturprojekte im Austausch mit dem Bund.“