Statistik

Im Norden sterben die wenigsten Menschen am Herzinfarkt

Starke Schmerzen in der Brust  sind ein typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt (Archivbild)

Starke Schmerzen in der Brust sind ein typisches Anzeichen für einen Herzinfarkt (Archivbild)

Foto: McPhOTO / picture alliance / blickwinkel

Auch in Sachen Herz ist Hamburg die Metropole: Hier gab es bundesweit mit Abstand die meisten Herzoperationen.

Hamburg/Berlin. In Hamburg und Schleswig-Holstein wurden 2015 bundesweit die wenigsten Herzinfarkttoten gemeldet. Das geht aus dem Deutschen Herzbericht hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. In Hamburg starben 46 von 100.000 Einwohnern daran, in Schleswig-Holstein 42. Zum Vergleich: die höchsten Sterbeziffern hatten Brandenburg (83) und Sachsen-Anhalt (82)

„Kritisch sehen wir, dass die Bundesländer mit der geringsten Kardiologendichte zugleich gegen eine überdurchschnittlich hohe Infarktsterblichkeit ankämpfen wie Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt“, sagte der Hamburger Professor Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, bei der Vorstellung des Berichts.

„Besonders in Regionen mit einer niedrigen Ärztedichte sind für eine bessere Erreichbarkeit der Notfallambulanzen Verbesserungen in der kardiologischen Versorgung durch mehr ambulante Diagnostik oder Therapie ein möglicher Ansatz zur Senkung der Sterblichkeit durch Herzkrankheiten.“ Zum Vergleich: Thüringen mit der geringsten Kardiologendichte hat für 31.922 Einwohner einen Kardiologen, während Hamburg auf einen Kardiologen für 10.703 Einwohner kommt.

Auch bei der Herzschwäche hatte Hamburg die niedrigste Sterberate

Auch die ungleiche Verbreitung der Herznotfallambulanzen (Chest-Pain-Units, CPU) fällt ins Auge. CPUs sind für die Versorgung von Patienten mit Herzinfarkt und unklarem Brustschmerz wichtig. Thüringen mit drei und Sachsen-Anhalt mit vier CPUs zählen zu den Regionen mit der geringsten CPU-Dichte. „Bundesländer mit hoher Infarktsterblichkeit sollten für kürzere Versorgungswege für Herznotfallpatienten mehr CPUs aufweisen. Nur müsste die Bevölkerung über diese CPUs noch mehr Bescheid wissen. Das ist in der Regel noch nicht der Fall“, betont Prof. Meinertz.

Bei der Herzschwäche hatte Hamburg zusammen mit Berlin ebenfalls die niedrigste Sterberate.

Die meisten Herz-Operationen gab es 2016 in der Hansestadt

Insgesamt wurden 2016 in Hamburger Kliniken 11.089 Patienten wegen einer Erkrankung der Herzkranzgefäße behandelt, davon 4012 wegen eines akuten Herzinfarkt. 1773 Patienten hatten eine Erkrankung der Herzklappen, 8755 litten an Herzrhythmusstörungen und 8006 an einer Herzschwäche.

Im bundesweiten Vergleich wurden 2016 in Hamburg mit Abstand die meisten Herzoperationen durchgeführt, was sicher auch auf die Metropolfunktion der Hansestadt zurückgeführt werden kann. Auf eine Million Einwohner kamen 5355 Eingriffe, bundesweit waren es im Schnitt 2249 Operationen.