Klöpperhaus

Rödingsmarkt: Ärger um ungenutzte Baustelle

Seit inzwischen vier Jahren befindet sich eine Baustelleneinrichtung vor dem Klöpperhaus am Rödingsmarkt

Seit inzwischen vier Jahren befindet sich eine Baustelleneinrichtung vor dem Klöpperhaus am Rödingsmarkt

Foto: Christian Anhalt

Die Baufläche existiert seit vier Jahren. Anlieger Christian Anhalt findet das geschäftsschädigend, doch der Bauherr wehrt sich.

Hamburg.  Seit über drei Jahrzehnten hat Christian Anhalt sein Fotostudio bereits am Rödingsmarkt. Inzwischen fast vier Jahre lang wird sein Geschäft jedoch teilweise von einer Baustelle verdeckt – auf der seit einem halben Jahr schon nicht mehr gearbeitet werde. Die Fläche befindet sich auf der Straße direkt vor dem historischen Klöpperhaus, das zwischen 2014 und 2016 saniert wurde und eigentlich längst fertig ist. „Es ist keinerlei Nutzung der Fläche mehr zu erkennen“, beklagt der Fotograf. „Und das an einer stark frequentieren Straße, direkt vor Geschäften.“

Hinzu käme, dass die Fläche inzwischen von vielen als Müllkippe verwendet werde. „Da entwickelt sich dann eine Eigendynamik. Einer fängt an, seinen Müll dorthin zu werfen und andere machen es ihm nach“, sagt Anhalt. Immerhin komme auf sein Bitten inzwischen regelmäßig ein Trupp der Stadtreinigung vorbei, um den Müll wegzuräumen.

Bezirksamt: Verantwortung liegt beim Bauherren

Als Anhalt sich vergangenen September beim zuständigen Bezirksamt beschwert, kommt der Wegewart vorbei, um den Fall zu begutachten. „Dann hieß es aber nur, dass die Baustelle genehmigt ist und man da nichts machen könne“, sagt er. Zwar wurde der umzäunte Bereich anschließend immerhin um knapp fünf Meter verkürzt, so dass Christian Anhalts Geschäft nicht mehr direkt davon betroffen ist. Trotzdem ist sich der Fotograf sicher: „Wenn ich nicht so viele Stammkunden hätte, würde es mein Geschäft bestimmt schon nicht mehr geben.“

Gegenüber dem Hamburger Abendblatt bestätigte das Bezirksamt Mitte, dass die Genehmigung der Baustelle vor dem Klöpperhaus zuletzt bis Ende April verlängert wurde. „Ob da aber gearbeitet wird oder aus irgendwelchen Gründen nicht, können wir nicht sagen“, so Sorina Weiland vom Bezirksamt. „Das liegt in der Zuständigkeit des Bauherren.“

Bauherr: Baustelle wird genutzt

Tatsächlich handelt es sich bei der Fläche laut Bauherren jedoch gar nicht um die verwaiste Baustelle des bereits fertiggestellten Klöpperhauses, sondern eine Folgeeinrichtung für Arbeiten an einem Gebäude in der Görttwiete. Die Görttwiete sei demnach zu schmal für die Baustelleneinrichtung und die parallele Willy-Brandt-Straße zu dicht befahren. "Da war es die für alle Beteiligten verträglichste Möglichkeit, die Baustelleneinrichtungsfläche an derselben Stelle wie zuvor schon für das Klöpperhaus zu errichten", teilt das Immobilienunternehmen mit.

"Die Fläche liegt auch auf keinen Fall brach, sondern wird tatsächlich genutzt, auch wenn das für Unbeteiligte möglicherweise nicht immer sichtbar ist." Die Bauarbeiten sollen noch im ersten Quartal 2018 beendet und die Baustelle dann abgeräumt werden. "Wir können natürlich verstehen, dass es Menschen gibt, die sich an einer solchen Baustelle stören, aber gerade in der Innenstadt ist es auch nicht so einfach, geeignete Flächen für Bauvorhaben zu finden", bekräftigt die Firma.