Neujahrsempfang

"Natürlich sind wir eine Weltstadt"

Groko oder Neuwahlen? Abstieg oder Klassenerhalt? Weltstadt oder Beschaulichkeit? Diese Fragen beschäftigten mehr als 900 Gäste aus Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur beim Neujahrsempfang im Hotel Atlantic.

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Entscheider, Promis und Debatten. Ein bissiger HSV-Chef, die neue Hafenlöwin und und und – das war der Abendblatt-Neujahrsempfang.

Hamburg. An diesem Montag hat das Jahr 2018 in Hamburg richtig begonnen – mit dem Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts, der längst zu den wichtigsten gesellschaftlichen Ereignissen der Stadt gehört. Rund 900 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport, Medien und Wissenschaft kamen am Vormittag ins Hotel Atlantic. Es war der 30. Neujahrsempfang des Abendblatts, der 25. in dem traditionsreichen Haus an der Alster.

Das war der Abendblatt-Neujahrsempfang:

Hochbahn-Chef will Ticket-System revolutionieren

Hochbahn-Chef Henrik Falk besitzt kein Auto. Für den täglichen Arbeitsweg von Bergedorf in die Hamburger City setzt sich der 47-Jährige lieber in die S-Bahn. Die Diskussion, ob die Hanseaten ihre Wege mit dem Fahrrad, dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen sollten, hält Falk nicht mehr für zeitgemäß.

"Nehmen Sie mich als Beispiel: Ich fahre mit der Bahn, nutze ein Fahrrad und Carsharing, den Wochenend-Einkauf erledige ich natürlich aus praktischen Gründen mit dem Auto", führte der Hochbahn-Chef beim 30. Abendblatt-Neujahrsempfang aus. "Die Zukunft der Mobilität liegt in der intelligenten Verknüpfung der Möglichkeiten. Dafür bietet die Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten." Und Falk plant eine Plattform zu etablieren, "bei der man alle Fortbewegungsmittel buchen kann, ohne sich überall einzeln anmelden zu müssen."

Auch für das Ticket-System schweben dem Hochbahn-Chef revolutionäre Änderungen vor. "Wir beim HVV testen ein System, das jedes Handy im Fahrzeug registriert und beim Ein- und Ausstieg automatisch ein- beziehungsweise ausloggt. Nach 24 Stunden wird automatisch der beste Preis abgerechnet, sodass der Kunde sich keine Gedanken mehr über das Tarifsystem machen muss." Das klingt ganz danach, als wenn Schwarzfahren für Smartphone-Nutzer dadurch nahezu unmöglich wird, fragte auch Abendblatt-Reporter Jens Meyer-Wellmann nach. "Wie immer werden Hardcore-Schwarzfahrer dafür Wege finden, aber der Slot wird enger", sagte Falk.

Hochbahn-Chef will Ticket-System revolutionieren

Hamburg – eine Weltstadt oder nicht?

Hamburgs Fernseh-Prominenz diskutiert angeregt über Hamburgs Status - Weltstadt oder nicht? "Eigentlich ist Berlin für mich eine Weltstadt", sagt Moderatorin Susanne Böhm (RTL Nord). "Hamburg ist die schönste der kleinen Weltstädte." Bettina Tietjen ist da leicht anderer Meinung. "Für mich ist Hamburg auf jeden Fall eine Weltstadt", sagt die NDR-Frau ("DAS!"): "Ich fände es nur schön, wenn sie weniger Baustellen hätte. Ich brauche manchmal eine Stunde von meinem Wohnort Harburg in die Innenstadt. Aber eine Stadt muss sich auch entwickeln dürfen." Julia-Niharika Sen pflichtet ihrer Kollegin bei: "Hamburg hat es doch sogar in die New York Times gebracht, natürlich sind wir eine Weltstadt."

Steffen Hallaschka ("Stern TV") meint: "Hamburg ist weltoffen und bekannt auf der ganzen Welt. So gesehen ist Hamburg Weltstadt im besten Sinne. Alles übrige lassen wir in hanseatischer Bescheidenheit entscheiden." "Sportschau"-Moderator Gerhard Delling wiederum findet: "Hamburg ist keine Weltstadt, muss es meines Erachtens aber auch gar nicht sein."

In die Metropolen-Diskussion schaltete sich auch Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer ein: "Hamburg ist eine Weltstadt – das erklärt sich schon dadurch, dass unsere Stadt mit annähernd zwei Millionen Einwohnern die zweitgrößte Deutschlands ist. Im Vorjahr stand Hamburg außerdem immer wieder im internationalen Rampenlicht, man denke nur an G20 und die Eröffnung der Elbphilharmonie, aber auch das Rolling-Stones-Konzert im Stadtpark. Der Unterschied zu den Mega-Citys wie Mexico City ist aber unter anderem, dass Hamburg viel überschaubarer ist. Aus meiner Sicht ist dies eine Chance."

Fegebank: "Menschen mit offenen Armen empfangen"

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Die Grünen) sieht Hamburg als "Zukunftsstadt". "Wir werden auch weiterhin Menschen, die nach Hamburg kommen, mit offenen Armen empfangen", so Fegebank. Hamburg bleibe eine wachsende Stadt. "Sie soll aber grün bleiben, sie soll bezahlbaren Wohnraum bereitstellen." Dabei könne es auch zu Konflikten kommen, die man benennen und für die man Kompromisse finden müsse.

Fegebank: "Hamburg ist eine Zukunftsstadt"

TV-Koch Christian Rach bei Bad-Unfall verletzt

Für Christian Rach hat das neue Jahr mit einem Arztbesuch begonnen. Der TV-Koch ist im Badezimmer gestürzt und hat sich dabei die Finger der rechten Hand verdreht. Deshalb erschien Rach mit einem blauen Verband und versteckte die malade Hand lieber in der Hosentasche.

Stefan Gwildis verrät: So entstand der Name "Söhne Hamburgs"

2018 ist das Jahr der runden Geburtstage - das Abendblatt und Otto Waalkes werden 70, Stefan Gwildis feiert seinen Sechzigsten. Zu Otto hat Gwildis denn auch noch eine Anekdote parat. "Ihm verdanken die 'Söhne Hamburgs' ihren Namen", erzählt der Musiker. Als er einmal mit seinen Kollegen Joja Wendt und Rolf Clausen auf einer Veranstaltung erschien, habe der Komiker gerufen: "Ah, da kommen ja die 'Söhne Hamburgs'."

Und dann packt Gwildis in der Weltstadt-Frage auch noch eine kleine Spitze aus. "Selbstverständlich ist diese Stadt eine Weltstadt, denn sie hat viele hervorragende Musiker hervorgebracht wie Joja Wendt oder Rolf Clausen und verfügt über eine quietschfidele Subkultur - anders als München." Aber das könne sich ja bald ändern. "Ich würde mich freuen, von den Söhnen Münchens oder den Töchtern Paderborns auch zu hören.

Grote: Hamburg gewinnt an Bedeutung

Innen- und Sportsenator Andy Grote (SPD) hebt die wachsende Bedeutung seiner Heimatstadt hervor. "Hamburg ist in vielen Bereichen von international hoher Relevanz. Dabei handelt es sich um Bereiche, in denen wir künftig noch viel stärker wahrgenommen werden, etwa in Musik mit dem Reeperbahn-Festival und Sport. Wir sind die einzige Stadt, die alle vier großen Ausdauer-Formate ausrichtet." Gleichwohl werde Hamburg nicht in jedem Bereich weltspitze sein können.

Grote: "Gegen die Polizei wird genauso gründlich ermittelt"

Zur Regierungsbildung in Berlin sagte Grote: "Wenn die großen Parteien Volksparteien bleiben wollen, sollten wir sehr gut prüfen, ob und wie wir eine erfolgreiche Große Koalition gestalten können. Ich empfände Neuwahlen als keine große Katastrophe."

Polizeipräsident: "Wir sind auf einem sehr guten Weg"

Für Ralf Martin Meyer steht auch in 2018 die Innere Sicherheit ganz oben auf der Agenda. "Für uns ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass Hamburg sicher bleibt und Stück für Stück noch sicherer wird. Da sind wir auf einem sehr, sehr guten Weg", sagte Hamburgs Polizeipräsident.

In Kürze werde man die Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr präsentieren. Sie werde insgesamt "positiv ausfallen", sagte Meyer. "Die Zahlen werden runtergehen, nicht nur im Einbruch." Auch die Zahl der Diebstähle und Raubüberfälle sei demnach rückläufig. Viel Arbeit habe man aber weiterhin mit der Aufarbeitung des G20-Einsatzes. Das binde nach wie vor sehr viele Kräfte, so der Polizeipräsident.

Mit Blick auf die Sondierungsgespräche in Berlin sagte Meyer, die Politik solle es unbedingt vermeiden, "sich in eine Reihe mit Ländern zu stellen, die rigide Probleme bei der Regierungsbildung haben". Meyer weiter: "So etwas untergräbt das Vertrauen in unser Land. Alle, die nun miteinander reden, wissen, dass sie etwas Konstruktives auf die Beine stellen müssen! Ich bin optimistisch, dass sich in den kommenden Wochen eine arbeitsfähige Regierung konstituieren wird.“

Sorge um Ex-St.-Pauli-Profi Deniz Naki

Die Verantwortlichen des FC St. Pauli zeigen sich auch auf dem Neujahrsempfang besorgt um den ehemaligen Spieler Deniz Naki. Detailliert äußern zum Schicksal des deutsch-türkischen Fußballers wollte sich der Technische Direktor Ewald Lienen allerdings nicht. Der Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist in der Nacht zu Montag auf einer deutschen Autobahn von Unbekannten beschossen worden. Im vergangenen Jahr war Naki in der Türkei wegen Terrorvorwurfs zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, auch die Fans von St. Pauli solidarisierten sich daraufhin mit dem 28-Jährigen.

Rhea Harder-Vennewald: "Der Golden Globe ist ganz schön cool"

Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald geht zuversichtlich in das neue Jahr – und mit viel Energie. "Ich bin voll geladen bis unters Dach", sagte die Schauspielerin. Ende Februar beginnen die Dreharbeiten für die neue Staffel der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante". Ein Drehbuch habe sie jedoch noch nicht bekommen. Besonders freut sich Rhea Harder-Vennewald heute über den Golden Globe für Fatih Akin. "Das ist ganz schön cool", so Harder-Vennewald. Der Film habe durchaus Chancen auf einen Oscar.

Scholz bei GroKo-Sondierungen optimistisch

Hamburgs Erster Bürgermeister ist ein gefragter Mann. Vor seiner Abreise nach Berlin, wo Union und SPD seit Sonntag Sondierungsgespräche über die Bildung einer gemeinsamen Regierung führen, schaute Olaf Scholz kurz beim Neujahrsempfang vorbei. Wie stehen die Chance für eine Neuauflage der Großen Koalition? "Ich glaube, dass die Sondierungen ganz gut vor sich gehen, das kann man dann mal als optimistisches Zeichen nehmen." Einen Wechsel nach Berlin kann sich Scholz aber offenbar nicht vorstellen: "Ich bin sehr glücklich als Hamburger Bürgermeister."

Kahrs schweigt zu Sondierungen

Johannes Kahrs (SPD) erscheint mit dem Smartphone am Ohr im Atlantic. Ob er sich gerade in die Sondierung einer möglichen Großen Koalition mit der CDU einschaltet, möchte der Bundespolitiker aber nicht preisgeben.

Europapolitiker Knut Fleckenstein (SPD) gesteht derweil seine Erleichterung, derzeit in Brüssel und Straßburg aktiv zu sein und nicht in Berlin. Auch für die Wahlen zum EU-Parlament im nächsten Jahr möchte sich der gerade 64 Jahre alt gewordene Hamburger wieder aufstellen lassen.

Abendblatt-Chefredakteur unterhält mit launiger Ansprache

Auf dem Neujahrsempfang blickt Chefredakteur Lars Haider auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Die Ereignisse in der Hansestadt von der Eröffnung der Elbphilharmonie über den G20-Gipfel bis zum Auftritt der Rolling Stones im Stadtpark hätten der Zeitung Leserrekorde beschert. „Wenn es nach uns ginge, könnte jedes Jahr G20 in Hamburg stattfinden“, sagte Haider in seiner Rede.

Ganz ernst zeigt sich der Chefredakteur erstaunt, wie oft er Rechtfertigungsgründe für die Gewaltexzesse gehört habe. „Langfristig verstört hat mich, wie viele ganz normale Menschen ein seltsames Verständnis von unserem Rechtsstaat haben.“ Für das Werfen von Steinen auf Polizisten oder das Anzünden von Autos gebe es kein Aber und keine Rechtfertigung.

Doch die von den Gästen gewünschte Kurzversion der Rede von Lars Haider hält auch einige Lacher bereit. "Mich hätte nicht überrascht, wenn Weihnachten der Papst im Michel gepredigt hätte", sagte er etwa vor dem Hintergrund über das ereignisreiche vergangene Jahr mit Eröffnung der Elbphilharmonie oder der Ausrichtung des G20-Gipfels.

Am Ende kann er sich auch einen HSV-Schmunzler nicht verkneifen - diesmal aber nicht zu Lasten des Bundesliga-Dinos. Als Trainer Markus Gisdol neulich an der Alster aufgefordert worden sei, von seinem Fahrrad abzusteigen, berichtet Haider, habe dieser geantwortet: "Ich bin Trainer des HSV, ich steige nicht ab!"

Während der Chefredakteur seine launige Ansprache hält, trifft fast unbemerkt von den Fotografen auch noch Vicky Leandros ein. Erst am Wochenende hatte die Sängerin eine persönliche Premiere: Ihren ersten Auftritt in der Elbphilharmonie.

Kubicki singt Loblied auf Hamburgs Musical Kinky Boots

Eigentlich war das Interview mit Wolfgang Kubicki bereits beendet. Doch der FDP-Vizechef hatte noch etwas loszuwerden. "Darf ich noch etwas sagen", fragte Kubicki zunächst ganz bescheiden Abendblatt-Moderatorin Jule Bleyer, ehe er eine Lobrede auf Kinky Boots, das neue Musical in Hamburg, hielt. "Ich war gestern mit meiner Frau in einem sensationellen Musical, das ich wirklich nur jedem empfehlen kann. Dieses Stück verdient eine absolute 1. Jeder, der das hier hört, muss sich Kinky Boots ansehen", schwärmte Kubicki über das im Operettenhaus an der Reeperbahn aufgeführte Musical. "Es sind tolle Stunden, die man dort verbringt. Es ist ein tolles Musical mit einem sehr schwierigen Thema, nämlich der Bitte, Menschen so zu nehmen wie sie sind. Denn es geht um Dragqueens, die angefeindet werden. Das Thema wird mit tollen Schauspielern und toller Musik leicht vermittelt."

Abschließend entpuppte sich der gebürtige Braunschweiger noch als Fan der Hansestadt. "Ich kann verstehen, dass Hamburg mittlerweile die beliebteste Stadt Deutschlands ist und kann Olaf Scholz und die Stadt nur ermuntern, Hamburg zu einem Aushängeschild von Deutschland zu machen", sagte Kubicki.

Kubicki singt ein Loblied auf Hamburgs Musical Kinky Boots

Altbürgermeister von Dohnanyi stichelt gegen Kubicki

Klaus von Dohnanyi kann sich eine Neujahrs-Spitze gegen Wolfgang Kubicki nicht verkneifen. "Die FDP kann zwar lange reden, aber nicht regieren", sagte Hamburgs Altbürgermeister während Kubickis Video-Interview. Von Dohnanyi spöttisch: "Dem könnte man ruhig mal das Kabel durchschneiden."

Ein Hauch von Jamaika in Hamburg

Doch noch ein Hauch von Jamaika in Hamburg: Katja Suding (FDP), Karin Prien (CDU) und Anjes Tjarks (Grüne) stehen in einer Ecke zusammen und verstehen sich augenscheinlich blendend. Oder suchen sie schon einen Balkon, auf dem sie sich zeigen können? Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) posiert mit dem Hamburger Ehrenbürger John Neumeier. Der Ballettchef wartet geduldig auf seinen Einsatz zum Abendblatt-Interview.

Bruchhagen schließt Winter-Zugang aus

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat über alles geredet - leider auch über zehn Minuten. Zur Lage des HSV wollte sich der gebürtige Hamburger nicht äußern, sprach aber von Glück, das irgendwann einmal auch aufgebraucht sein könnte. Meinte er etwa den Abstiegskampf? Nebenan zeigt sich HSV-Chef Heribert Bruchhagen nach der Rückkehr aus dem Winter-Trainingslager im spanischen Jerez jedenfalls gut erholt und entspannt.

Doch der HSV-Chef überrascht mit einer kuriosen Aussage: "Ich kann ich mir nicht vorstellen, dass wir noch jemanden verpflichten, denn wer bekommt schon Verstärkungen im Winter?", entgegnete der Vorstandsvorsitzende beim Abendblatt-Neujahrsempfang auf die Frage, ob die Hamburger bis Ende des Monats noch auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Mit Kyriakos Papadopoulos bewies der HSV allerdings erst vor einem Jahr, wie wichtig ein Wintertransfer sein kann. Der Grieche entwickelte sich auf Anhieb zum Anführer und erweckte seine Mitspieler mit seiner Mentalität aus dem Abstiegskampf-Tiefschlaf. Bruchhagen weiter: "Wir haben unser Budget ausgeschöpft. Ich will es nicht ganz ausschließen, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht groß."

Investor Ralf Dümmel plant Neubau

Er ist der beliebteste Investor des Vox-Erfolgsformats "Die Höhle der Löwen" - da kann Ralf Dümmel auch nichts anhaben, dass ein Abendblatt-Kollege von einem defekten Blinkerhandschuh berichtet, der von dem Unternehmer vertrieben wird. "Dafür kann ich mich nur entschuldigen", sagt Dümmel mit einem gewinnenden Lachen. Auch dem neuen Jahr möchte der Hamburger gerne seinen Stempel aufdrücken. Geplant ist ein Neubau für seine Firma im Gewerbegebiet Gallin nahe der Autobahn A24 kurz hinter der Landesgrenze in Mecklenburg-Vorpommern. 100 Arbeitsplätze sollen dadurch geschaffen werden.

Bereits Anfang Januar starten dann die Dreharbeiten für die nächsten "Löwen"-Staffel. "Die Spannung steigt jetzt schon wieder. Man ist schon aufgeregt, was einen da erwartet."

Der Erfolg der Sendung habe aber auch seine Schattenseiten. "Es ist stressiger geworden", sagt Dümmel, der damit auch die wachsende Konkurrenz unter den Investoren meint. "Zu viele Löwen verderben den Brei", sagt Dümmel. Er selbst werde inzwischen immer öfter erkannt - wie zuletzt auch in seinem Weihnachtsurlaub, den er "weit weg" verbrachte: "Wo soll das alles noch hinführen?"

Erster HSV-Gipfel im neuen Jahr

Der Abendblatt-Neujahrsempfang könnte auch zu einem ersten HSV-Gipfel des neuen Jahres geraten. Gönner Alexander Otto, ohne den das im vergangenen Jahr eröffnete Nachwuchsleistungszentrum undenkbar gewesen wäre, ist ebenso bereits eingetroffen wie Ex-Clubchef Bernd Hoffmann, der sich für eine Rückkehr zu seinem Verein in Position bringen möchte. Als Kandidat für den künftigen Aufsichtsrat galt lange auch Jens Luther. Der Chef der HEK-Krankenversicherung blickt inzwischen aber eher nach Berlin, wo die derzeitigen Sondierungsgespräche für eine mögliche Große Koalition mit einem der Kernpunkte Bürgerversicherung auch Einfluss auf seine eigene Kasse haben dürften.

Die ersten Gäste treffen ein

Als einer der ersten Gäste trifft Christian Quadflieg ein. Die Fotografen bringen sich in Position, Abendblatt-Geschäftsführer Ove Saffe und Chefredakteur Lars Haider nehmen den beliebten Schauspieler ("Der Landarzt") in Empfang.

Auch die Politik ist natürlich hier und heute in Hamburg präsent: Als erste betreten FDP-Größe Wolfgang Kubicki sowie die geschäftsführende Staatsministerin und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Ayan Özoguz (SPD) nacheinander das Atlantic. Als ehemaliges Mitglied des NSU-Untersuchungsausschusses freut sich auch Özoguz selbst besonders über den Golden Globe für Fatih Akins Drama "Aus dem Nichts". "Das ist ein bedeutender Filmpreis", sagte Özoguz.

Chefvisite #90: Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts