Persönlich

Til Schweiger hat noch mehr "Barefood"-Pläne

Neu-Gastronom Til Schweiger (r.) mit zwei Geburtstagsgästen: Bruno Labbadia und Regina Halmich

Neu-Gastronom Til Schweiger (r.) mit zwei Geburtstagsgästen: Bruno Labbadia und Regina Halmich

Foto: Marcelo Hernandez

Der Schauspieler und Neugastronom feiert den ersten Geburtstag seines Restaurants – und will ein Café auf der Uhlenhorst eröffnen.

Altstadt.  Die Schauspielerei ist für Til Schweiger ein vertrautes Terrain. Seit Jahrzehnten gehört der 53-Jährige zu den Größen der deutschen Filmbranche. Doch seit einem Jahr hat Schweiger noch ein Standbein, das so gar nichts mit Fernsehen und Kino zu tun hat. Er ist Gastronom. Sein Barefood Deli an der Lilienstraße in der Altstadt wurde im November 2016 eröffnet.

Bevor der erste Geburtstag am Donnerstagabend gefeiert wurde, traf das Abendblatt Schweiger in seinem Restaurant zum Gespräch. Eigentlich lebt er auf Mallorca oder in den Elbvororten. Doch am Donnerstag kam der Viel­flieger direkt aus den USA. Dort hatte Schweiger seine Familie in Malibu besucht und Gespräche wegen internationaler Filmprojekte geführt. Lässig ganz in Schwarz gekleidet, nimmt Schweiger an einem langen Holztisch Platz und zieht seine persönliche Barefood-Bilanz. Er sagt: „Jetzt macht es wieder Spaß. Aber am Anfang haben wir Fehler gemacht und damit leider auch einige Gäste vergrault.“ Die Zubereitung des Essens habe zu lange gedauert, der Service sei nicht zuverlässig gewesen.

Schweiger hat ein ehemaliges italienisches Lokal gekauft

Der Neugastronom hält einen Moment inne und sagt: „Sicherlich gab es Momente, da habe ich gedacht, hätte ich es doch gelassen mit der Gastronomie. Aber ich möchte einfach neue Dinge erschaffen, und deshalb habe ich weitergemacht. Jetzt läuft es.“ Einige Mitarbeiter mussten gehen, inzwischen habe man ein perfektes Team, und die Küche sei umgebaut worden. Die Gäste bekommen im Barefood Deli Frühstück, Mittag- und Abendessen serviert.

Jetzt lächelt Schweiger wieder: „Wir haben immerhin schon mal ein Jahr durchgehalten und vor allem auch abends ein gut besuchtes Restaurant.“ Und es steht ein weiteres gastronomisches Projekt an, wie Schweiger im Abendblatt-Gespräch zum ersten Mal offiziell bestätigt. Der vierfache Familienvater hat ein ehemaliges italienisches Restaurant an der Papenhuder Straße auf der Uhlenhorst gekauft: „Wir wollen auf der Fläche eine Barefood Bakery eröffnen und dort Kaffee und Kuchen anbieten.“ Der Eröffnungstermin steht noch nicht fest, aber 2018 will Schweiger das Vorhaben umsetzen.

Der Streit ums Leitungswasser regt Schweiger immer noch auf

Was ihm immer noch die gute Laune verderben kann, ist der Vorwurf einer Hamburger Boulevardzeitung, er verkaufe das teuerste Leitungswasser der Stadt: „Das stimmt nicht, und dafür hat die ,Hamburger Morgenpost‘ auch schon zwei Gegendarstellungen von mir kassiert.“ Ein Liter „frisch gefiltertes Wasser kostet 4,20 Euro, und das ist ein fairer Preis“, sagt Schweiger.

In Timmendorfer Strand hat im Sommer das Barefoot Hotel eröffnet. Für die Einrichtung und das Design zeichnet Schweiger selbst verantwortlich, es sei eine Mischung aus Malibu, den Hamptons und Mallorca: „Es könnte durchaus sein, dass wir ein weiteres Hotel eröffnen, es gibt mehrere Anfragen. Das Haus am Timmendorfer Strand läuft bombastisch.“

Diverse neue Filme von und mit Schweiger kommen ins Kino

Aber seine „Herzensangelegenheit“ bleibt die Schauspielerei: Die Komödie „Hot Dog“, in der Schweiger und Matthias Schweighöfer die Hauptrollen spielen, kommt am 18. Januar ins Kino. Der Film „Klassentreffen“, in dem Schweiger auch Regie führte, ist abgedreht und wird am 20. September 2018 starten. „Klassentreffen 2.0“ soll im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Außerdem sollen 2018 die Dreharbeiten für „Honig im Kopf“ als „internationale Produktion in englischer Sprache starten. Wir wollen unter anderem in London und New York drehen.“ Der erste Teil hatte 2014/2015 mehr als 7,3 Millionen Zuschauer.

Die Energie von Schweiger ist unglaublich: Er ist in der ganzen Welt unterwegs, wegen Dreharbeiten oft monatelang auf Achse. Aber danach ist er froh, wieder in seiner „Lieblingsstadt Hamburg“ zu sein, und fühlt sich dort „zu Hause“ in den Elbvororten am wohlsten, sagt er.