Epidemie

EHEC: Falsche Gurkenwarnung kommt Hamburg teuer zu stehen

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks warnte auf einer Pressekonferenz 2011 vor dem Verzehr von Ehec-verseuchten Gurken

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks warnte auf einer Pressekonferenz 2011 vor dem Verzehr von Ehec-verseuchten Gurken

Foto: HA / HA / Mark Sandten

Zwei spanische Firmen hatten Hamburg auf Schadensersatz verklagt. Jetzt hat sich die Stadt mit ihnen auf einen Vergleich geeinigt.

Hamburg. Die EHEC-Krise von 2011 ist fast schon in Vergessenheit geraten, die gerichtlichen Auseinandersetzungen darum nicht. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hatte damals vor dem Verzehr von Gurken gewarnt, weil sie mit EHEC-Erregern verseucht und daher der Auslöser der Epidemie wären. Das stellte sich als Irrtum heraus. Zwei spanische Gurkenhersteller forderten Schadensersatz von Hamburg.

Jetzt hat sich die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) mit der spanischen Klägerin sowie einer weiteren spanischen Beteiligten auf einen gerichtlichen Vergleich im Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht geeinigt. Die "Bild"-Zeitung berichtet zuerst darüber. "Damit konnten ein jahrelanger Gerichtsstreit abgeschlossen und weitere Prozesskosten gespart werden", sagte Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde, dem Abendblatt. "Die BGV wird statt der ursprünglich geforderten hohen Millionensummen jeweils einen mittleren sechsstelligen Betrag an die Klägerin und an die Beteiligte zahlen. Die Kosten des Hauptverfahrens werden geteilt, wobei die Klägerin den überwiegenden Teil der Kosten trägt. Weitere oder neue Forderungen können nicht entstehen."

53 Menschen starben 2011 an der Infektion

Während der Epidemie 2011 erkrankten in Norddeutschland 2987 Menschen an der Infektion mit dem EHEC-Erreger, 855 von ihnen an der schweren Komplikation HUS, die mit akutem Nierenversagen und Störungen im Gehirn einhergingen. 53 Menschen starben an den Folgen von EHEC und HUS.

Nach den ersten Erkrankungen begann die fieberhafte Suche nach der Infektionsursache. Der EHEC-Erreger war schnell identifiziert. Doch wo die Quelle der Infektion lag, war zunächst unklar. In Verdacht gerieten Gurken, Tomaten, Blattsalate – zu Unrecht, wie sich später herausstellte. Letztendlich kamen die Behörden zu dem Schluss, dass höchstwahrscheinlich aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen mit den Bakterien verseucht waren.