Sehenswürdigkeiten

Erleben Sie Hamburg, wie es wirklich nicht jeder kennt

Das Le
Marrakech
mutet an wie
ein märchenhafter
Basar
aus 1001 Nacht

Das Le Marrakech mutet an wie ein märchenhafter Basar aus 1001 Nacht

Foto: Heiko Aping

Das Buch „365 Tipps für einen schönen Tag in Hamburg“ hält auch für Kenner der Stadt noch Überraschungen bereit.

Hamburg.  Klassiker wie die Elbphilharmonie, das Planetarium oder der Elbstrand dürfen natürlich nicht fehlen – doch darüber hinaus wird dieses Buch selbst ausgewiesenen Hamburg-Kennern den einen oder anderen Geheimtipp liefern. Auf mehr als 200 Seiten bietet es „365 Tipps für einen schönen Tag in Hamburg“. Vorgestellt werden urige Kneipen, spannende Bauwerke, hippe Cafés und Orte, die Ruhe und Erholung bieten. Weil man alles auch dort entdecken kann, wo man es nicht vermutet, wurde ganz Hamburg unter die Lupe genommen.

Das älteste Kunstwerk von Hamburg

Man könnte ihn fast übersehen. Dabei ist der bronzene Türzieher mit Löwenkopf am linken Portal von St. Petri das älteste Kunstwerk Hamburgs. Schon 1342 wurde er in der Lübecker Werkstatt des Bildhauers und Erzgießers Hans Apengeter angefertigt. Seine Besichtigung kann man mit einer Turmbesteigung verbinden. 544 Stufen führen auf den 132 Meter hohen Kirchturm. Der Blick von hier auf Stadt und Rathaus ist kaum zu toppen.

Die geheime Laube im berühmten Rathaus

Apropos Rathaus. Dort gibt es einen Raum, der vielen unbekannt ist und nicht auf jeder Führung präsentiert wird. Dabei ist die sogenannte Rathaus-Laube durchaus sehenswert. Hier gibt es Glasmalereien von Seefahrtsmotiven und Wandkacheln in Delfter Blau, die die Schlösser in Bergedorf und Ritzebüttel darstellen. Vielleicht wird Ihnen die Laube ja gezeigt, wenn Sie bei der nächsten Führung danach fragen.

Ein barockes Juwel am Rande der Stadt

Die Rellinger Kirche, ein bedeutender Barockbau am Stadtrand Hamburg, können Sie auf eigene Faust erkunden. Die Grundmauern des Turms stammen aus dem 12. Jahrhundert. Sie sind in dem barocken Neubau integriert, der 1754 nach dem Abtragen der alten Kirche entstand. Der achteckige Bau erhielt große Doppelfenster und ein kuppelförmiges Mansarddach. Die Altarwand vereint Kanzel, Orgel und Altar und entspricht damit dem Idealbild einer protestantischen Predigerkirche.

Die Auto-Werkstatt in der Reformsynagoge

Jüdische Reformer des „Neuen Israelitischen Tempel-Vereins“ bauten von 1842 bis 1844 in der Poolstraße ein dreischiffiges Gotteshaus. Genau 100 Jahre nach Fertigstellung zerstörte eine Weltkriegsbombe das Hauptschiff. Die Überreste der Reformsynagoge blieben als Mahnmal stehen. In der Ruine des Westportals sind die Autowerkstatt Stern, eine Goldschmiede und dahinter eine Schlosserei untergebracht. Die Apsis dagegen verfällt.

Einmal Panoramablick zum Mittagsessen, bitte!

Ganz oben in den berühmten Grindelhochhäusern, im zwölften Stock des Bezirksamts Eimsbüttel, liegt die Cafeteria 66. Die Kantine erreicht man über einen kultigen Paternoster-Aufzug. Oben angekommen, erwartet die Gäste leckeres und günstiges Essen, das fair gehandelt und klimafreundlich gekocht wird. Dazu gibt es gratis einen einmaligen Panoramablick über die ganze Stadt.

Ein Stück römische Lebensfreude

Lust auf ein Picknick wie im Süden? Dann packen Sie italienische Spezialitäten in einen Korb und fahren nach Blankenese. Dort, über dem Falkensteiner Ufer, liegt der Römische Garten. Im Schatten mächtiger Bäume können Sie Ihre Picknickdecke auf den rasenbewachsenen Stufen eines Amphitheaters ausbreiten, das von einer Eibenhecke umgeben ist. Dieser Ort hat mehr zu bieten als das echte Rom: nämlich einen fantastischen Blick auf die Elbe.

Kilimanschanzo: Hamburgs einziger Kletterbunker

Hoch hinaus geht es auch auf dem Kilimanschanzo, Hamburgs höchsten Kletterberg – na, eigentlich ist es ein umfunktionierter Bunker. Mit 22 Metern ist er 5873 Meter niedriger als sein Beinahe-Namensgeber in Tansania. Dennoch bietet er mehr als 50 Kletterrouten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Ein Schulgarten nicht nur für Eingeweihte

Der ehemalige Schulgarten am Rande des Altonaer Volksparks präsentiert sich mit üppigen und liebevoll gepflegten Stauden-, Rosen- und Blumenbeeten. Angelegt wurde er, um gärtnerischen und botanischen Unterricht zu geben. Schüler aus Altona durften sogar einige Abschnitte selber bearbeiten. Ein 1920 erbauter Pavillon, ein Pinguin-Brunnen und viele Bänke machen den Schulgarten zu einem schönen Aufenthaltsort.

Ein Märchenbasar wie aus 1001 Nacht

Im Le Marrakech, einer Kombination aus Restaurant und Möbelhaus, fühlt man sich wie auf einem märchenhaften Basar. In der Nachbarschaft entsteht gerade ein großes Neubaugebiet. Im Inneren sorgen marokkanische Lampen und Kerzen für romantisches Licht, das afrikanisch-arabische Interieur weckt Kaufgelüste. Im Restaurant werden typische Speisen serviert, arabische Abende locken mit einem großen Buffet und Bauchtanz.

Der Lieblingsfisch der großen Filmstars

Filmgrößen wie Inge Meysel und Horst Frank, aber auch viele „Großstadtrevier“-Stars, haben schon bei Fisch Eichrodt an der Tonndorfer Hauptstraße gegessen. Die Autogrammwand neben der Theke steht für ein halbes Jahrhundert Filmgeschichte – und dafür, dass die gebratenen Filets, der Räucherfisch und die Salate aus eigener Herstellung immer wieder hungrige Schauspieler aus dem nahen Studio Hamburg anlocken.

Der Bauernhof, wo die Moorheidschnucke wohnt

Der Hof Eggers ist schon seit 1628 im Familienbesitz. Das versteckt in den Vier- und Marschlanden liegende Anwesen mit Gebäuden aus dem 17. und 19. Jahrhundert hat komplett auf ökologische Landwirtschaft umgestellt und wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Es gibt einen Hofladen mit kleinem Café und einen Öko-Rundwanderweg, Erdbeerfeste und Backtage – und ein Gehege, in dem vom Aussterben bedrohte Diepholzer Moorschnucken leben.

Historischer Fährbetrieb am südlichsten Punkt der Stadt

An Hamburgs südlichstem Zipfel liegt das Zollenspieker Fährhaus – vom Namen nach allen bekannt, aber wer war tatsächlich schon hier? Seine Ursprünge reichen bis in das Jahr 1252 zurück, denn seitdem gibt es hier einen Fährbetrieb. Nach dem Kaffeetrinken kann man nach Hoopte übersetzen oder das Naturschutzgebiet Zollenspieker erkunden.

Hamburgs berühmtester Bonsche-Laden

Nicht nur Naschkatzen und Leckermäuler kehren hier ein: Sogar TV-Dokuteams waren schon in dem kleinen Laden in Ottensen, um zu filmen, wie Bonbons, gebrannte Mandeln oder Knabbernüsse hergestellt werden. Kult sind die Leckereien mit Chili oder Curry.

Das Buch „365 Tipps für einen schönen Tag in Hamburg“ (224 Seiten, 121 Fotos, 9,95 Euro) ist erhältlich in der Hamburger Abendblatt-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18–32. Geöffnet: Mo bis Fr 9–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr. Bestellungen unter www.abendblatt.de/shop oder per Telefon 040/33 36 69 99 (Preis zzgl. Versandkosten)