Hochbahn

Hamburgs U-Bahnen – die letzte Fahrt geht nach Lübeck

Die rot-silbernen Wagen der Reihe DT3 werden kurz vor ihrem 50. Geburtstag ausgemustert. Zwölf U-Bahnen erhalten eine Gnadenfrist.

Hamburg. Sie quietschen, sie rattern und rumpeln. Im Sommer sind sie Hamburgs einzige Sauna mit Fahrplan, im Winter kann man nicht durch die Scheiben gucken, weil alle beschlagen sind. An den Türgriffen muss man mit Schwung ziehen, sonst kommt man weder rein noch raus. Dafür kann man – einen guten Gleichgewichtssinn vorausgesetzt – aussteigen, noch bevor die U-Bahn vollständig angehalten hat.

Nein, auf dem aktuellen Stand der Technik sind die Doppeltriebwagen 3 der Hochbahn ganz sicher nicht mehr. Die ältesten rot-silbernen DT3 würden im kommenden Jahr ihren 50. Geburtstag feiern.

Älteste U-Bahn-Baureihe wird verschrottet

Zeit, Platz im Depot zu schaffen: Vergangene ließ die Hochbahn die ersten Fahrzeuge der ältesten U-Bahn-Baureihe, die noch im Dienst ist, abholen. Die nächsten folgen laut Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum "in dieser und der nächsten Woche". 48 der 60 U-Bahnen kommen in Lübeck zum Alteisen. Die meisten werden per Lkw dorthin transportiert. Der Rest bekommt eine Gnadenfrist: Zehn DT3 werden aufgearbeitet. Und zwei werden "als zusätzliche Reserve" behalten, unter anderem für Großveranstaltungen.

Für den Fall der Fälle ist damit theoretisch vergesorgt: Die DT5 mit ihren durchgehenden Wagen, der Klimaanlage und der Luftfederung sind deutlich komfortabler, ohne Frage. Aber mehr Technik heißt eben auch, dass mehr kaputtgehen kann. 61 der seit 2011 gebauten modernsten U-Bahnen der Hochbahn sind augenblicklich im Schienennetz unterwegs, das ist etwas mehr als die Hälfte der 118, die bis zum Jahr 2019 angeschafft werden.

Ähnlichkeit zwischen alten und neuen U-Bahnen

Eine Ähnlichkeit gibt es zwischen der dritten und der fünften Generation, abseits der Farbgebung in rot und silber, aber doch: Auch aus den hochmodernen U-Bahnen kann man nicht besonders gut herausgucken – und das nicht nur im Winter. Denn die Scheiben sind so tiefdunkel getönt, dass noch der hellste Sommertag zum schummrigen Halbdunkel wird.