Uni Hamburg

Superkamera in Eimsbüttel macht kleine Tiere riesengroß

Orchideenbiene

Orchideenbiene

Foto: UHH/CeNak

Neue hochauflösende Kamera des Centrum für Naturkunde der Uni Hamburg macht Fotos von Spinnen, Käfern und anderen Insekten.

Hamburg. Ein bisschen gruselig sieht es für den Laien schon aus: Diese auf einem Stab aufgespießte Orchideenbiene, die blaue Färbung ihres Laibes wie bei einem Ölfilm auf der Straße und die feinen Härchen an ihren Beinchen,die detailgetreu in die Höhe ragen. Aber genau auf dieses Foto sind die Mitarbeiter des Centrum für Naturkunde (kurz CeNak) mächtig stolz. Ihre neue, hochauflösende Kamera macht solche Aufnahmen jetzt möglich.

Ein Abbild der Natur

Jede Facette des Auges ist zu sehen – ein genaues Abbild der Natur. Der amerikanische Hersteller, der bereits Fotoanlagen für die NASA und das FBI produziert hat, war zu Besuch im CeNak, um die maßgefertigte Kamera für die speziellen Bedürfnisse des CeNak einzurichten. Von diesen Kameras gibt es weltweit 100 Stück, die in Hamburg ist das neueste Modell. Und ist mit drei Metern Länge und einem Meter Tiefe ziemlich groß.

„Diese hochwertigen Fotos unterstützen in besonderem Maße den internationalen Austausch von Sammlungsobjekten“, sagt Danilo Harms, Leiter der Abteilung Spinnentiere im CeNak. „Wir können uns auf Grundlage der digitalen Daten mit anderen Wissenschaftlern austauschen, ohne die Präparate selbst versenden und das Risiko einer Beschädigung eingehen zu müssen.“

Zusammen mit Martin Husemann, Leiter der Insektenkunde, hat er die Anschaffung der neuen Kameraanlage initiiert. Die Kamera wird auch für die Digitalisierung besonderer Tiere und Typen aus den Sammlungen eingesetzt. Husemann: „Dies ist ein wichtiger Schritt in der Aufbereitung der wissenschaftlichen Sammlungen. Dabei bleiben die plastischen Objekte für genetische und tiefergehende morphologische Analysen unentbehrlich.“

Mitarbeiter müssen geschult werden

Die Fotoanlage steht allen Abteilungen des CeNak und auch Gästen der Sammlungen zur Verfügung. Nadine Dupérré, Sammlungs-Managerin der Abteilung Spinnentiere und Tausendfüßer, wird mit dem technischen Assistenten der Insektenkunde, Thure Dalsgaard, die Anlage in erster Linie nutzen. Beide werden außerdem andere Mitarbeiter des CeNak schulen, damit auch diese die Kamera nutzen können.