Verkehrsstudie

Letzter Platz für Hamburg löst scharfe Kritik aus

Der ADAC bemängelte unter anderem den Vergleich von Stadtstaaten und Flächenländern

Der ADAC bemängelte unter anderem den Vergleich von Stadtstaaten und Flächenländern

Foto: Michael Arning

Der Automobilclub ADAC sieht „große methodische Mängel“ und betont: „Hamburgs Straßen sind die sichersten in Deutschland“.

Der ADAC hat ungewöhnlich scharfe Kritik am „Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2016“ geübt, bei dem Hamburg auf dem letzten Platz gelandet war. Die von der Allianz pro Schiene, dem BUND und dem Verkehrssicherheitsrat am Mittwoch vorgestellte Studie weise „große methodische Mängel“ auf, hieß es in einer Erklärung des ADAC Hansa.

Auf Kritik stieß etwa der Vergleich zwischen Flächenländern und Stadtstaaten. „Äpfel und Birnen haben mehr Gemeinsamkeiten als die wachsende Millionenmetropole Hamburg mit Mecklenburg-Vorpommern, wo gerade die ländlichen Kommunen mit dem Problem der schrumpfen Einwohnerzahl konfrontiert sind“, sagte ADAC-Vorstandschef Ingo Meyer. „Ein wertender Vergleich ist daher fragwürdig.“

Hamburgs Straßen "die sichersten in Deutschland"

In der Kategorie Verkehrssicherheit liege Hamburg „auf Platz 13 und damit einen Platz hinter Brandenburg und sogar neun hinter Mecklenburg-Vorpommern“, so der ADAC. „Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt jedoch ein völlig anderes Bild. Demnach sind Hamburgs Straßen die sichersten in ganz Deutschland. Während es 2015 pro eine Millionen Einwohner in Hamburg elf Verkehrstote zu beklagen gab, waren es in Mecklenburg-Vorpommern 58 und in Brandenburg sogar 73.“

Die Macher der Studie hätten zudem auch Absichtserklärungen in die Bewertungen mit einbezogen. „Umweltpolitik sollte nicht nach ihren Ankündigungen, sondern nach ihren Ergebnissen bemessen werden. Wer garantiert, dass die langfristigen Ziel auch umgesetzt werden?“, so Meyer.