Verkehr

Eppendorfer Weg soll Hamburgs längste Tempo-30-Zone werden

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Nico Binde
Der Eppendorfer Weg ist eine der längsten Wohnstraßen Hamburgs

Der Eppendorfer Weg ist eine der längsten Wohnstraßen Hamburgs

Foto: Marcelo Hernandez

Nach dem Bezirk Nord beschließt auch Eimsbüttel eine Geschwindigkeitsbegrenzung für eine der bekanntesten Ladenstraßen Hamburgs.

Hamburg. Es könnte eine der längsten Tempo-30-Zonen Hamburgs werden: Nachdem schon der Bezirk Nord eine Beruhigung des Eppendorfer Wegs beschlossen hatte, hat nun auch die Bezirksversammlung Eimsbüttel auf Antrag der Linken eine Tempo-30-Zone in der bekannten Straße auf den Weg gebracht. Der 2,6 Kilometer lange Eppendorfer Weg verläuft durch beide Bezirke, Grenze ist die Hoheluftchaussee.

In Eimsbüttel stimmten nun fast alle Abgeordneten dem Antrag der Linksfraktion zu, Tempo 30 im bezirkseigenen Teil des Eppendorfer Wegs einzuführen. Es war der zweite Versuch, nachdem ein erster Antrag gescheitert war. Nun muss die Verkehrsbehörde der Stadt in Abstimmung mit der Polizei über die Umsetzung entscheiden.

Laut Polizei gab es in 15 Jahren mehr als 2600 Unfälle

Peter Gutzeit, Abgeordneter der Linksfraktion Eimsbüttel, war erstaunt und glücklich über den Beschluss: „Ich freue mich sehr über die Einsicht und Geschlossenheit der gesamten Bezirksversammlung, Straßen in unseren Wohngebieten nicht den Autorasern zu überlassen. Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass unsere Straßen endlich entschleunigt werden müssen." Der Eppendorfer Weg sei dafür prädestiniert, Leben, Wohnen und Einkaufen temporeduziert in Einklang zu bringen. Gutzeit rechnet mit einer Umsetzung im Frühjahr 2017.

Allein auf dem Eimsbütteler Teil gibt es 18 Kitas sowie Kinder- und Jungendeinrichtungen. An der gesamten Straßenstrecke zwischen Curschmannstraße (Nord) und Eimbütteler Chaussee (Eimsbüttel) haben sich laut Polizeistatistik in den vergangenen 15 Jahren 2630 Unfälle ereignet, darunter viele Bagatellen, aber auch tödliche Unfälle.

Bezirk Nord beschließt, einen Teil zur Tempo-30-Zone zu machen

Für den Bezirk Nord ist ähnliches geplant: Mittelfristig soll der Eppendorfer Weg bis zur Hoheluftchaussee zu einer Tempo-30-Zone werden. Fünf Jahre nach dem tragischen Tod von vier Menschen an der Kreuzung Eppendorfer Landstraße / Eppendorfer Baum will die SPD-geführte Verwaltung jetzt zunächst eine Tempo-30-Zone zwischen Lenhartzstraße und Löwenstraße einrichten lassen. Am Donnerstagabend hat die Bezirksversammlung diesem Plan zugestimmt.

Wie berichtet, hatte die rot-grüne Koalition schon 2011 versprochen, die Kreuzung zu entschärfen. Zuletzt hatte auch die Wirtschaftsbehörde grünes Licht für eine Verkehrsberuhigung gegeben.

Kritik an der Einrichtung der Tempo-30-Zone kommt von der CDU. Dort hält man die Pläne weder für gut noch für sinnvoll. "Das Geld kann sinnvoller anderswo eingesetzt werden", sagt der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß. Er und seine Parteikollegen fordern den Verzicht auf die etwa 160.000 Euro teure Maßnahme. Stattdessen schlugen sie den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung vor. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. "Eine Tempo-30-Zone im Eppendorfer Weg löst die Problematik nicht", sagt Ploß. Die Gefahrensituation an der Kreuzung, die rund 50 Meter vom jetzt zur Beruhigung vorgesehenen Abschnitt entfernt ist, sei weiterhin vorhanden.

Wie SPD-Fraktionsvorstand Jan Freitag vergangene Woche indes ankündigte, sei die Maßnahme am Eppendorfer Weg erst der Anfang. Auch Lehmweg und Eppendorfer Landstraße sollten perspektivisch "entschleunigt" werden.

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