Containerfrachter

"Arauco"-Großbrand – Kritik an schleppenden Ermittlungen

Dichter Rauch zieht am 1. September über den Containerhafen: Ein Brand auf dem Containerfrachter "Arauco" im Hamburger Hafen hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst

Dichter Rauch zieht am 1. September über den Containerhafen: Ein Brand auf dem Containerfrachter "Arauco" im Hamburger Hafen hat einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst

Foto: Michael Arning / HA

Der Einsatz sei „zielgerichtet“ bewältigt worden, so der Senat. Das sieht die Linken-Fraktion anders, es blieben Fragen offen.

Hamburg. Nach dem Großbrand auf dem Frachter „CCNI Arauco“ am 1. September im Hamburger Hafen, übt die Linken-Fraktion massive Kritik am Vorgehen bei der Brandbekämpfung. Mit der Antwort des Senat auf eine entsprechende Anfrage der Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft will sie sich nicht zufrieden geben. Der Senat ist demnach der Ansicht, der Brand auf dem Frachter "CCNI Arauco" im Hamburger Hafen sei „professionell, zielgerichtet und sicher bewältigt“ worden.

„Der Senat antwortet unzureichend, das sind wir leider gewohnt. Aber bei einem solchen Bedrohungsszenario, ist das noch weniger akzeptabel“, sagt Norbert Hackbusch, hafenpolitischer Sprecher der Fraktion. „Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum der Grund der Schweißarbeiten, die den Brand auslösten, noch immer nicht bekannt sein soll. Ein Skandal ist, dass die Ausnahmezulassung einer der dafür eingesetzten Firmen abgelaufen war.“

Einsatz von Schaum gegen das Feuer war letzte Wahl

Der Containerfrachter war am 1. September in Brand geraten. Nach den Ermittlungen der Wasserschutzpolizei hatten drei Arbeiter Schweißarbeiten auf der Backbordseite im hinteren Bereich des Frachters durchgeführt. Nach einer Pause, die gegen 13 Uhr beendet war, gab es bei der Inbetriebnahme des Schweißgerätes eine Explosion. Die 32, 33 und 60 Jahre alten Männer wurden dabei leicht verletzt. Welchem Zweck die Arbeiten dienten, ist bisher — so die Antwort des Senats — nicht geklärt.

Der Einsatz auf dem Containerschiff zog sich über insgesamt 83 Stunden hin. Erst am späten Sonnabend konnte die Feuerwehr Entwarnung geben. Zuvor hatte man zunächst versucht, die Flammen mit Kohlendioxid zu ersticken. Der anschließende Versuch, den Laderaum mit Elbwasser zu fluten war ebenfalls gescheitert. Erst als die Feuerwehr mit Unterstützung von Airbus und der Holborn Raffinerie rund 45.000 Liter Schaummittel einsetzte, konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

Linke kritisiert Ablauf der Löscharbeiten

Der Ablauf der Löscharbeiten werfe weitere Fragen auf, so Hackbusch. „Erst nach 28 Stunden wurden die Werkfeuerwehren von Airbus und Holborn angefragt. Diese lieferten dann ausreichenden Schaum, um das Feuer zu ersticken. Da hätte aber auch früher gefragt werden können.“