CCNI Arauco

Feuer im Hafen: War es fahrlässige Brandstiftung?

Brandermittler untersuchen Container, von dem das Feuer auf dem Frachter ausging. Das Schiff soll Hamburg am Donnerstag verlassen.

Hamburg.  Nach dem Großbrand auf dem Containerfrachter CCNI Arauco am Burchardkai sind die Bergungsarbeiten im Hafen so gut wie abgeschlossen. Das Schiff sei inzwischen fast vollständig entladen worden, sagte Feuerwehrsprecher Werner Nölken dem Abendblatt am Mittwoch. Die Bergung der Container, die von einem Spezialunternehmen vorgenommen wurde, sei jedoch sehr aufwendig gewesen, da einige Container zu einem „großen Klumpen“ verschmolzen seien. „Dieser musste erst auseinandergenommen werden, um ihn aus dem Schiff zu bergen.“

Insgesamt seien rund 50 Container von dem Feuer unter Deck direkt betroffen gewesen. Darin befanden sich nach Auskunft der Feuerwehr vor allem Möbel, Folien und andere Hausratsgegenstände. Die Gefahrenstoffe, die das Schiff geladen hatte, seien alle am Bug auf der anderen Seite des Schiffes untergebracht gewesen. „Wir konnten bei unseren Messungen keine Konzentration von Gefahr- oder Giftstoffen feststellen“, so Nölken.

Weitere Container seien jedoch indirekt betroffen gewesen, nachdem das Schiff mit Elbwasser und Löschschaum geflutet wurde.

Arauco verlässt Hamburg am Donnerstag

Nach Abendblatt-Informationen wird die CCNI Arauco Hamburg am Donnerstagabend in Richtung Bremerhaven verlassen. Dort soll das Schiff offenbar in einer Werft wieder Instandgesetzt werden. Die Reederei wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Unterdessen laufen die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei zur Brandursache weiter. Unterstützt werden die Beamten auch von Brandermittlern des Landeskriminalamts. „Wir ermitteln wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung“, so Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Der Container sei inzwischen von Bord geholt worden und wurde bereits von den Experten untersucht. „Die Ergebnisse der chemischen Untersuchung stehen jedoch noch aus.“

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hatten drei Arbeiter am Donnerstagvormittag Schweißarbeiten auf der Backbordseite im hinteren Bereich des Frachters durchgeführt. Nach einer Pause, die gegen 13 Uhr beendet war, gab es bei der Inbetriebnahme des Schweißgerätes eine Explosion. Die 32, 33 und 60 Jahre alten Männer wurden dabei leicht verletzt.

Löscharbeiten dauerten 83 Stunden

Der Einsatz auf dem Containerschiff zog sich über insgesamt 83 Stunden hin. Erst am späten Sonnabend konnte die Feuerwehr Entwarnung geben. Zuvor hatte man zunächst versucht, die Flammen mit Kohlendioxid zu ersticken. Der anschließende Versuch, den Laderaum mit Elbwasser zu fluten war ebenfalls gescheitert. Erst als die Feuerwehr mit Unterstützung von Airbus und der Holborn Raffinerie rund 45.000 Liter Schaummittel einsetzte, konnte das Feuer in der Nacht zum Sonnabend unter Kontrolle gebracht werden.

Die Höhe des Schadens ist derzeit noch unklar. Containerfrachter dieser Größe können bis zu 10.000 dieser Standardtransportbehälter laden. Experten schätzen allein den Wert der Ladung auf solchen Schiffen auf 500 bis 700 Millionen Euro. Die Schäden an dem Schiff sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Hinzu kommt, dass einige weitere Containerschiffe aufgrund der Löscharbeiten nicht am Burchardkai ab- und anlegen konnten.

Auch die Hamburger Feuerwehr hat derzeit noch keine Übersicht über die Höhe der Einsatzkosten. Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger: „Es werden viele Tausende Euro sein.“