Verkehr

Hamburger im Stau: ADAC belegt, wie schlimm es wirklich ist

Stau auf der A7 – gehört schon fast zum Alltag

Stau auf der A7 – gehört schon fast zum Alltag

Foto: Bodo Marks / dpa

Zahl der Staus an Ferienwochenenden ist drastisch gestiegen. ADAC nennt Gründe. Ausblick: Dem Norden drohen tagelange Vollsperrungen.

Hamburg.  Gefühlt stehen Autofahrer in und um Hamburg seit Wochen ständig Stoßstange an Stoßstange und bewegen sich nur im Schneckentempo voran. Eine Erhebung des ADAC Hansa e.V. zeigt nun jedoch: Nicht nur gefühlt, auch in der Realität ist stehender bis stockender Verkehr im Großraum Hamburg ein Dauerproblem.

Besonders in der Ferienzeit mussten Autofahrer viel Geduld und Nerven mitbringen. Denn dieses Jahr erhitzten Blechlawinen noch häufiger die Gemüter als vergangenes Jahr. „Die Zahl der Staus in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern an den Ferienwochenenden stieg im Vergleich zum Vorjahr um 73 Prozent“, sagt Hans Duschl vom ADAC Hansa, der eine Ferienbilanz gezogen hat.

Mehr als 2500 Kilometer Stau an Ferienwochenenden

Demnach gab es allein an den Ferienwochenwochenenden vom 21. Juli bis zum 3. September im Großraum Hamburg und in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 1391 Staus. Zum Vergleich: 2015 lag dieser Wert mit 806 Verkehrsbehinderungen noch deutlich niedriger. Die Autos standen insgesamt auf einer Länge von 2573 Kilometern Stoßstange an Stoßstange – das sind fast 1000 Kilometer mehr als 2015.

Der Verkehrsexperte Duschl nennt mehrere Gründe für den äußerst staureichen Sommer. Zum einen gebe es einen „Rekordwert an Baustellen“ im Großraum Hamburg. Zum anderen sei mehr los auf den Straßen. „In diesem Jahr gab es im Vergleich zu Vorjahren mehr Menschen, die mit dem Auto in den Urlaub gefahren sind“, so Duschl. Urlaub innerhalb der eigenen Landesgrenzen liegt eben weiterhin im Trend. Das belegt auch der ADAC-Reisemonitor 2016, nach dem die Hälfte der Befragten das Auto nutzen, um an den Urlaubsort zu gelangen.

Längste Stau mit 18 Kilometern auf der A7

Baustellen und viel Verkehr waren Grund für 1380 der insgesamt 1391 Staus. Unfälle waren hingegen nur zehn Mal der Grund für längere Fahrzeiten, der verbleibende Staugrund war ein defektes Fahrzeug.

Die meisten Autoschlangen gab es mit fast einem Drittel aller Staus auf der A7, gefolgt von der A1. Der Rekordwert bei der Staulänge wurde mit 18 Kilometern am 22. Juli auf der A7 Richtung Flensburg zwischen Heimfeld und Quickborn registriert. Platz zwei belegt eine 16 Kilometer lange Blechlawine am 19. August auf der A1 Richtung Bremen zwischen Billstedt und dem Horster Dreieck.

Auch die Zukunft sieht für die Hamburger Autofahrer nicht besonders rosig aus. „Wir werden noch einige Zeit mit Baustellen zu tun haben und viel Geduld im Straßenverkehr mitbringen müssen“, kündigt der ADAC-Experte Hans Duschl an.

Erst A7, dann A1: Dem Norden drohen die Tage der Sperrungen

Die kommenden Tagen werden anstrengend für die Verkehrsteilnehmer auf den Straßen der Hansestadt. Am Wochenende wird die Autobahn 7 wegen des Abrisses und Neubaus zweier Brücken zwischen Stellingen und dem Dreieck Nordwest für 55 Stunden voll gesperrt. Selbst Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) rät, wenn möglich den Wagen stehen zu lassen.

Doch auch wenn das Autobahnstück am Montagmorgen ab 5 Uhr wieder frei gegeben wird, können Pendler und Reisende nicht aufatmen. Denn ab kommenden Mittwoch stellt eine neue Baustelle Autofahrer im Norden auf eine Geduldsprobe.

A1 ab Mittwoch für fünf Tage gesperrt

Vom 14. September, 6 Uhr, bis zum darauf folgenden Montag, 5 Uhr, wird die A1 zwischen dem Autobahndreieck Buchholz und der Anschlussstelle Hittfeld voll gesperrt. Nach Angaben der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr soll die Fahrbahndecke in Richtung Bremen auf voller Breite erneuert werden.

Autofahrer aus Richtung Lübeck und Lüneburg werden ab dem Autobahnkreuz Maschen über die A39 und die A7 zur Anschlussstelle Marmstorf und von dort weiter über die Bundesstraße 75 und die A261 zum Autobahndreieck Buchholz geleitet.

Wenn die Strecke für den Verkehr wieder freigegeben wird, haben Autofahrer auf der Gegenseite schlechte Karten: Vom 21. September, 6 Uhr, bis 26. September, 5 Uhr, wird die Strecke in Richtung Hamburg für Bauarbeiten voll gesperrt.

Die Baukosten für die Fahrbahnerneuerung belaufen sich laut Behörde auf rund zwei Millionen Euro.