Verkehr

Radfahrer sollen auch bei Rot fahren dürfen

Zusatzzeichen sollten das Abbiegen bei Rot erlauben fordert der ADFC

Zusatzzeichen sollten das Abbiegen bei Rot erlauben fordert der ADFC

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Fahrradclub fordert an geeigneten Stellen Ausnahmeregelung für Radfahrer. Wo Rechtsabbiegen bei Rot gut läuft.

Hamburg.  Den Vorstoß der Grünen, Radfahrern an roten Ampeln das Weiterfahren bei geeigneter Verkehrslage zu erlauben, unterstützt Johanna Drescher vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) in Hamburg nur zum Teil. Durch zusätzliche Zeichen an geeigneten Kreuzungen könnte zumindest das Abbiegen bei Rot durchaus sinnvoll sein. Als Vorbild nennt sie intelligente Lösungen in der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und Belgien, die bereits problemlos liefen: „An geeigneten T-Kreuzungen darf man dort als Radfahrer geradeaus durchfahren. Wer Grün hat, hat natürlich weiterhin Vorrang.“ T-Kreuzungen mit Ampel gibt es beispielsweise in Winterhude im Bereich Mühlenkamp/Gertigstraße.

Rotbabbiegen macht Verkehr flüssiger

Diese Lösung bringe sowohl den Rad- als auch den Autoverkehr flüssiger voran. Ein Baseler Pilotversuch für Rechtsabbiegen von Radfahrern bei Rot habe gezeigt, dass es zu weniger Konflikten zwischen den Verkehrsarten kommt und dass die neue Lösung auch von Fußgängern gut akzeptiert werde.

Drescher: „Der ADFC setzt sich für die Einführung eines entsprechenden Verkehrszeichens in die Straßenverkehrsordnung ein. Wenn der Gesetzgeber dazu nicht bereit ist, soll er zumindest einen Verkehrsversuch finanzieren und auswerten.“

Generell bei Rot zu fahren, ist gefährlich

Das Fahren über Rot für Radler generell zu erlauben, hält Johanna Drescher in Hamburg aber für kontraproduktiv und gefährlich.

Der grüne Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek, von dem der Vorstoß kam, hatte auf gute Erfahrungen in Paris und den USA verwiesen.

( gen )

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