Inklusion

Nach Abendblatt-Reportage: Eltern engagieren sich

Nicht beschulbares Kind Max (Name geändert). Fototermin mit Kind und Eltern.

Nicht beschulbares Kind Max (Name geändert). Fototermin mit Kind und Eltern.

Foto: Marcelo Hernandez

"Max ist kein Einzelfall!", so die Gründer einer Initiative von Eltern, die das aktuelle Verfahren bei Inklusionsproblemen kritisieren.

Hamburg. Nach der großen Abendblatt-Reportage über Max, der zurzeit nicht regelmäßig in Hamburg beschult werden kann, haben sich rund 20 Elternpaare zu einer Initiative „schulgeschädigter Familien“ zusammengeschlossen. „Max ist kein Einzelfall!“, heißt es in einer ersten Erklärung. Deshalb wollen die Eltern jetzt raus aus der Isolation. „Wir alle sind engagierte und interessierte Eltern und guten Mutes mit unseren Kindern in die Schulzeit gestartet. Wir hätten uns niemals vorstellen können, welche Tiefschläge uns erwarten.“

Die Eltern schreiben: „Wir haben gelernt, dass die besonderen Voraussetzungen unserer Kinder nicht mit erzieherischen Mitteln verändert werden können.“ Bei vielen Kindern seien vorhandene seelische Behinderungen nicht berücksichtigt oder anerkannt worden, anderen seien falsche Diagnosen aufgenötigt worden. „Eine bedarfsgerechte Beschulung ist so nicht möglich.“

Die Folgen missglückter Inklusion seien unverhältnismäßig

Erschreckend sei der Maßnahmenkatalog der Behörden, wenn ein Kind nicht systemkonform funktioniert. „Aus Rat- und Hilflosigkeit werden von Behördenseite Behauptungen und Verdächtigungen wie Tatsachen behandelt, die oft jeder sachlichen Grundlage entbehren: Unqualifizierte Diagnosen zu Kindern und Eltern, mangelnde Erziehungsfähigkeit, Kindeswohlgefährdung.“ Oft folge ein jahrelanger Albtraum kafkaesken Ausmaßes.

Die Folgen seien für die Familien völlig unverhältnismäßig: Ausgrenzung, Demütigung, Einschüchterung, Isolation und nachhaltige Störung der Bildungschancen. Am Ende stünden viel zu oft verhärtete Fronten mit Kindern, die kaum oder überhaupt nicht unterrichtet werden. „Der Schulpflicht steht ein Recht auf Bildung gegenüber, welches wir für unsere Kinder in vollem Umfang einfordern.“

Die Initiative sucht den Schulterschluss mit weiteren betroffenen Eltern. „Wir wollen einen Schutzraum bieten, um zu stärken, zu fördern und sich auszutauschen. Keine Familie soll sich so allein gelassen fühlen, wie wir es oft erleben mussten.“ Die Initiative ist unter GerechteSchule@gmx.de erreichbar.

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