Hamburg

Eine Million Euro für Integration der Flüchtlingskinder

Die Kinder- und
Jugendpolitikerin
der Grünen,
Anna Gallina

Die Kinder- und Jugendpolitikerin der Grünen, Anna Gallina

Foto: picture alliance

2012 wurde gekürzt, jetzt will Rot-Grün die offene Kinder- und Jugendarbeit wieder stärken. Bei der SPD zeigt man sich großmütig.

Hamburg.  Die offene Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg wird wieder gestärkt. Allein in diesem Jahr sollen eine Million Euro in diesen Bereich fließen. Darauf haben sich die Fraktionen von SPD und Grünen geeinigt. Den gemeinsamen Antrag, der auf Drängen der Grünen zustande gekommen ist, wird Ende des Monats in die Bürgerschaft eingebracht.

Nun sind eine Million Euro auf den ersten Blick nicht sehr viel Geld, wenn man den Gesamthaushalt betrachtet. Allerdings verbuchen die Grünen diese Einigung als großen Erfolg für sich, weil es die SPD war, die vor vier Jahren Einsparungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit verkündet hatte.

Damals ging es um 3,5 Millionen Euro. Diese Art von Zuwendung sah der damalige SPD-Senat als unnötig an, weil dieser die Ganztagsbetreuung als wichtiger ansah und dort die Ausgaben entsprechend erhöhte.

Miteinander Skateboard zu fahren, geht auch ohne sprachliche Vorkenntnisse

Schon in den Koalitionsverhandlungen haben aber die Grünen den Sozialdemokraten ein Bekenntnis zu der offenen Kinder- und Jugendarbeit abgerungen. Am Ende konnten sie wohl damit überzeugen, dass das Geld für die Integration von Flüchtlingskindern ausgegeben werden soll. Und so bezeichnet Anna Gallina, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Grünen, diesen Erfolg als einen „sehr wichtigen Impuls“. Gallina: „Dieses Geld ist eine sehr sinnvolle Investition in die Zukunft: Denn Jugendzentren oder Bauspielplätze sind wie geschaffen, um Kinder und Jugendliche zu integrieren, die mit einem Fluchthintergrund zu uns kommen.“ Miteinander Skateboard zu fahren, zu kickern oder Schach zu spielen – das gehe auch ohne sprachliche Vorkenntnisse. „Und gleichzeitig lernen die Kinder dabei Sprache, Kultur- und Sozialkompetenz.“

Mit dem Geld sollen die „Ausstattung und Qualifizierung“ der entsprechenden Einrichtungen für die „erheblich gewachsene Zielgruppe“ gestärkt werden, heißt es im rot-grünen Antrag. Zum einen fehlten Kapazitäten, um sich um die vielen neuen Kinder und Jugendlichen zu kümmern, zum anderen müssten die Mitarbeiter für diesen Umgang qualifiziert werden. Der Grund: Flüchtlingen und deren Kinder „bringen eigene Fragen, Muster und – auch traumatische – Erlebnisse mit“, wie es weiter heißt.

Bei der SPD zeigt man sich, wohl auch angesichts der überschaubaren Summe, großmütig. Die eine Million Euro sei „gut angelegtes Geld und ein klares Bekenntnis zur Bedeutung der offenen Kinder- und Jugendarbeit“, sagt Uwe Lohmann, familienpolitischer Sprecher der SPD. „Wir wollen damit nicht ein isoliertes Spezialangebot für die Freizeitgestaltung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen schaffen, sondern die bestehenden Einrichtungen qualifizieren und stärken.“