Teil 1 der Antworten

Wege aus Flüchtlingskrise: Was Abendblatt-Leser vorschlagen

Große Hoffnungen:
Flüchtlinge auf dem
Weg nach Deutschland

Große Hoffnungen: Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland

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Hunderte Mails und Briefe: Aufruf findet große Resonanz. Hamburger Initiativen schreiben offenen Brief an Olaf Scholz.

Hamburg.  Die Reaktionen waren beeindruckend. Innerhalb von nicht ganz drei Tagen haben Hunderte Leserinnen und Leser auf den Aufruf des Abendblatts reagiert und ihre Ideen aufgeschrieben, wie Hamburg eine Erfolg versprechende Integration der Tausenden Flüchtlinge organisieren könnte. Herausgekommen ist eine Vielzahl konstruktiver Vorschläge.

Mariëlle Nagel beispielsweise erinnerte an ein Programm aus den 80er-Jahren, als jungen Ausländern parallel Schul- und Werkunterricht angeboten wurde und sie so den Hauptschulabschluss machen konnten. Ina Schweigert wiederum schlug Mehrgenerationen-Wohnprojekte für Flüchtlinge und Rentner vor, denen die Integration am Herzen liege.

Eine Reihe von Lesern setzte sich kritisch mit dem Vorhaben des Senats auseinander, Flüchtlinge in größeren Unterkünften unterzubringen. Flüchtlinge sollten in kleinen Einheiten über die ganze Stadt verteilt angesiedelt werden, schrieb Nils Grohmann. Nur so sei eine echte Integration möglich. Das Thema Integration treibt viele Leserinnen und Leser um. „Warum werden nicht wieder Paten für Familien oder Einzelpersonen gesucht, wie es bei den Boatpeople gemacht wurde?“, fragt Beatrice Hummel.

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Unterdessen forderte der Dachverband mehrerer Bürgerinitiativen in einer Zeitungsanzeige Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) zum Dialog mit den Hamburgerinnen und Hamburgern auf, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen. „Wir sind Hamburger Bürger, die dafür kämpfen, dass Sie die Bedingungen schaffen, unter denen die Integration dieser vielen Menschen gelingen kann“, heißt es wörtlich. „Gehen Sie auf uns zu. Wir sind bereit.“

Zugleich kritisierte der Verband Pläne, Tausende Flüchtlinge in Großsiedlungen unterzubringen. „Glauben Sie, dass diese Flüchtlinge sich dort so zurechtfinden, dass sie in den kommenden Jahren ihren Platz in Hamburg und unter Hamburgern gefunden haben?“, heißt es unter dem Titel „Seien Sie ehrlich, Herr Bürgermeister“.

Das haben die Abendblatt-Leser vorgeschlagen

Integration

Mariëlle Nagel: Bis Mitte der 80er-Jahre gab es Maßnahmen zur beruflichen und sozialen Eingliederung junger Ausländer, MBSE. Die Teilnehmer hatten 40 Stunden Unterricht, 20 Stunden Deutsch, Mathematik, 20 Stunden Werkunterricht: zum Beispiel Textil, Ernährung, Holz. Am Ende des Jahres haben sie den Hauptschulabschluss gemacht. Vielleicht könnte man für die Flüchtlinge von heute dringlicher benötigte Bereiche finden, wie zum Beispiel Pflege, Service, o. ä. Die Arbeit mit den Teilnehmern, ich war Textildozentin, hat viel Spaß gemacht, weil sie ähnlich wie die Flüchtlinge heute im Deutschunterricht alles begierig aufsaugen.

Kirsten Kirchner: Zur besseren Integration der Flüchtlinge fände ich gut, wenn ihnen zusätzlich zu der verteilten Broschüre in der jeweiligen Landessprache ein kurzer Film über „deutsche Gepflogenheiten“ wie zum Beispiel das Verhalten von Männern und Frauen untereinander in der Öffentlichkeit gezeigt werden würde. Es wäre dann von Anfang an klar ersichtlich, dass sich Männer und Frauen hier zur Begrüßung nicht nur die Hand geben, sondern sich auch ohne Hintergedanken kurz umarmen können, ohne dass die Frauen sexuell belästigt werden.

Beatrice Hummel: Warum werden nicht wieder Paten für Familien oder Einzelpersonen gesucht, wie es bei den Boatpeople gemacht wurde? Ich habe damit in meiner Jugend und bis zum heutigen Tag viele gute Erfahrungen gemacht, und die Freundschaft besteht noch heute, unsere Patenkinder sind Teil der Familie geworden.

Bianca Hinzmann: Eine erfolgreiche Integration kann nur erfolgen, wenn man sich jedem einzelnen Menschen annehmen kann und dieser Mensch wirklich gewillt ist, sich zu integrieren, eine Integration als Chance auf ein neues, besseres Leben begreift. Insoweit sollten „verhaltens- und/oder strafauffällige“ Flüchtlinge ohne Wenn und Aber sofort das Land verlassen müssen. Inte­gration nur für die Menschen, die hier wirklich selbst Fuß fassen wollen und bereit sind, sich auch unseren Gesetzen und Normen anzuschließen. Weniger Taschengeld, dafür mehr „Sozialleistungen“, d. h. Dach über dem Kopf, Verpflegung sicherstellen und für die Kleinsten eine Betreuung. Außerdem den Flüchtlingen ermöglichen, sich selbst ehrenamtlich einzubringen – sei es durch Kinderbetreuung für eigene und andere Kinder, gegenseitiger „Sprachunterricht“, u. ä.

Manfred Jürgensen: Wir haben als Sportverein gemeinsam mit der Unterstützung vom Thalia Theater ca. zehn Flüchtlinge in unser Sportprogramm aufgenommen. Wir haben auch die behördlichen Stellen mit einem Vorschlag eines Sport- und Sozial-Zentrums am Berliner Tor angeschrieben, um auch Frauen und Kinder zu integrieren, aber leider keine Antwort bekommen. Gerade der Sport ist ein gutes Mittel, um die Flüchtlinge in die Gesellschaft einzuführen.

Axel Limberg: Als Ehrenamtlicher in einer Unterkunft für jugendliche, unbegleitete Flüchtlinge konnte ich im vergangenen Jahr viele Erfahrungen sammeln. Übrigens war der erste Wunsch der jugendlichen Flüchtlinge, der an mich herangetragen wurde: „Wir würden gern in ein Museum gehen, wo man mehr über Hamburg erfährt.“ Tolle Sache. Durch mehrere Besuche kenne ich das Hamburg Museum inzwischen recht gut und finde, dass gerade der Besuch dieses Museums ein sehr guter Schritt zur Integration ist. Es braucht nur einen erklärenden Begleiter.

Gert Krieger: Asylrecht nur noch für unmittelbare Nachbarstaaten. Einwanderungsgesetz à la USA. Finanzielle Hilfe aller EU-Staaten in den Hilfslagern wie im Libanon und der Türkei. Familiennachzug für anerkannte Flüchtlinge. 5000 neue Wohnungen in Hamburg, Bewohner 50:50 Deutsche und Flüchtlinge. Familienpatenschaften bewerben. Vertrag mit Flüchtlingen über Anerkennung unseres Grundgesetzes – wichtig!! Justiz beeinflussen, vorhandene Gesetze für alle endlich in Anwendung bringen! Warnschussurteile für alle strafrechtlich Auffälligen sofort! 300.000 staatlich geförderte Starter-Arbeitsstellen.

Bert Müller: Mehr Lehrer und Betreuer in die Schulen. Interkulturell kompetente Berater in die Jobcenter. Ansprechpartner für Bürger in den Stadtteilen schaffen.

Wolfgang Deppe-Schwittay: In den Bezirken muss zur besseren Koordinierung der Aufgaben die Möglichkeit einer „zentralen Ansprechperson“ gegeben sein. Entsprechend der Obdachlosenhilfe muss es eine Flüchtlingshilfe mit ausreichender Manpower geben, um die vielfältigen Organisationsaufgaben und Hilfestellungen zu gewährleisten. Unter diesen Umständen sind auch kleinere Unterbringungsstandorte denkbar. ... Dazu zählt, dass in den Flüchtlingsunterkünften (auch in den ZEA) bereits Angebote zur sinnvollen Beschäftigung gemacht werden. Dazu wäre es aber notwendig, dass der Versicherungsstatus geklärt ist, denn ohne diesen ist die Nutzung öffentlicher Räume (z. B. in Schulen) nicht möglich.

Gaby Wiese: Bürger bringen Flüchtlinge in ihren Privatwohnungen unter (freiwillig) und erhalten eine Art „Ausgabenpauschale“. Diese Pauschale kann gern bis zu einigen Hundert Euro pro Flüchtling/Monat hoch sein. Verglichen mit der Containermiete (1100 Euro/Monat für zwei Personen) wäre das immer noch preiswerter. Lockerung von Lärmschutzregelungen für die Aufstellplätze von Containern. Mehr Holzhäuser statt überteuerter Container.

Manuel Humburg, Einwohnerverein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg: Erfreulicherweise ist unsere dringendste Forderung nach Ersatz der Zelte in der Dratelnstraße durch winterfeste Unterkünfte zügig umgesetzt worden. Die Angebote für Spracherwerb, Kinderbetreuung, berufliche Integration, etc. bleiben leider weiterhin unbefriedigend. Unsere Schlüsselidee einer „Planungsgruppe Migration und Zusammenleben“ als auf den Stadtteil bezogener Schulterschluss von Verwaltung und den vielen zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort ist leider auch nicht weiter konkretisiert worden. Von hoher Aktualität sind meines Erachtens die genannten Flächenpotenziale. Wird doch von Politik und Verwaltung auf den Mangel an verfügbaren Flächen verwiesen. Dabei waren diese teilweise im Kontext der IBA-Hamburg bereits für Wohnungsbau konzipiert.

Clarisse Oetken: Ich habe zeit meines beruflichen Lebens Fremdsprachen und Deutsch als Zweitsprache u. a. auch in den Integrationskursen an der VHS Hamburg unterrichtet und weiß daher, wie gerne unser Sprachangebot von Flüchtlingen und Migranten angenommen wird. Daher würde ich dafür plädieren, dass diese sprachliche Förderung von Anfang an, auch in den Erstaufnahmen, professionell begleitet würde. Als Pädagogin würde ich es auch unterstützen, dass die Asylsuchenden mindestens bis zum 20. Lebensjahr dazu verpflichtet werden, einen Schulabschluss anzustreben und ihn in Stadtteil- oder Abendschulen absolvieren sollten. Insgesamt sollte die Wirtschaft vor Ort gestärkt und das Jobangebot verbessert werden. Möglicherweise sollte man Asylberechtigten, die ein Interesse haben, eine Firma hier zu gründen, günstige Darlehen geben.

Winfried Giering: Patenschaften anbieten und übernehmen. Insbesondere von Familien zu Familien. Auch von Alleinstehenden.

Silke Schopmeyer: Meine Anregung gilt daher allen Ehrenamtlichen: Erzählt bei jeder sich bietenden Gelegenheit von euren positiven Erfahrungen, berichtet von dem freundlichen Mohamad, dem Buchhalter aus dem zerbombten Damaskus, von Navid, dem Fliesenleger aus Kabul, der hier endlich seinen Schulabschluss machen darf, oder von Dima, die mit ihren nur elf Jahren schon fließend Englisch spricht und bald perfekt Deutsch sprechen wird. Ladet sie in euren Alltag ein, helft ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Praktikum, kocht zusammen, verbessert wohlwollend ihre Fehler in unserer schwierigen Sprache und habt vor allem Spaß miteinander!

Norbert Schäfer: Langzeitarbeitslose verpflichten, zusammen mit Freiwilligen an Zusammenkünften und Begegnungen mit Migranten (außerhalb der Integrationskurse) teilzunehmen und sich einzubringen.

Björn Reimers: Sprachkurse zur Pflicht machen für alle (auch und gerade die Frauen) und dauerhaftes Aufenthaltsrecht daran knüpfen. Denn: Wer sich der deutschen Sprache verweigert, hat kein Interesse an der Integration und am Leben in Deutschland. Geförderten Zugang zu kulturellen Einrichtungen (Theatern, Museen, etc.), Sportvereinen beispielsweise durch staatlichen Zuschuss bei zu geringem Einkommen zu Mitgliedsbeiträgen. Einen Arbeitsmarkt für Flüchtlinge schaffen, gerne auch im ersten Schritt nur für Bereiche, in denen die Konkurrenz zu deutschen Arbeitskräften nicht so hoch ist und die auch schon jetzt durch sehr viele ausländische Arbeitskräfte bedient werden. Die Schwelle für Ausweisungen herabsetzen, sodass auch kleinere Straftaten wie Diebstahl zum sofortigen Verlust des Bleiberechts führen. Wer in ein anderes Land kommt, hat sein Gastrecht verwirkt, wenn er eine Straftat begeht.

Dr. Dietrich Mönkemeyer: Die BürgerInnen müssen bei der Frage der Unterkünfte mitgenommen werden. Integration gelingt nur mit, nicht gegen die Bewohner der Stadtteile. Groß­-unterkünfte sind unbedingt zu vermeiden. Die Lehren aus der Vergangenheit (Steilshoop, Mümmelmannsberg, etc.) sollten eigentlich klar sein!

Kira Kurtz: Diese „Krise“ ist für Deutschland eine Chance, seine kritische Alterspyramide gesunden zu lassen und so die Chancen auf eine auskömmliche Rente auch für nachkommende Generationen zu sichern. Was es jetzt braucht, ist eine Politik, die kurzfristig Mittel für Aus- und Weiterbildung sowie Sprachförderung bereitstellt, um Flüchtlinge in die Lage zu versetzen, baldmöglichst selbst für sich zu sorgen.

Klaus Dreger: Da ich als THW-Helfer schon einige Male in Hamburger Flüchtlingsunterkünften tätig sein durfte, habe ich mir so einige Gedanken gemacht. Kinder unter sechs Jahren bekommen sofort einen Kindergartenplatz in ihrer Nähe zugewiesen. Sie lernen am schnellsten die Sprache und Verhaltensmuster von den anderen Kindern. Kinder im schulpflichtigen Alter bekommen Intensivunterricht in Deutsch, bis der Wortschatz ausreichend ist, dass sie in die Schule gehen können und dem Unterricht folgen können. Jugendliche, die keine Schulbildung haben, aber nicht mehr schulpflichtig sind, sollten nach dem o. g. Prinzip behandelt werden, bis sie einen Schulabschluss erreichen, sodass sie eine Lehre beginnen können.

Jens S. Dangschat: Maastricht-Kriterien aussetzen, fünf Jahre, zweckgebunden, damit die Politik jetzt Geld in die Hand nehmen kann. Mit dem finanziellen Spielraum Sozialstaat wieder stärken (Bildung, Ausbildung, aber auch Polizei, Richter und Staatsanwälte). Konkurrenz am unteren Ende der sozialen Hierarchie vermeiden. Wirtschaft stärker in Bildung und Ausbildung einbinden. ... Willkommenskultur der Zivilgesellschaft nutzen für einen Ressourcen-Ausgleich zwischen „reichen“ und „armen“ Stadtteilen.

Ehrenamt

Beate Henrike Rummler: Also sollte gleichzeitig das ehrenamtliche Engagement gestärkt werden. Es bräuchte eine Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Tätigkeit mit Flüchtlingen. Eine andere Möglichkeit könnten Patenschaften sein. Gezieltes Matching von Menschen mit ähnlichem Hintergrund (zum Beispiel Familien mit kleinen Kindern, ältere Menschen, junge Männer), die so Kontakt zu Flüchtlingen bekommen, um gemeinsam etwas zu unternehmen, die Stadt und das Leben kennenzulernen.

Florens Reichhold: Die Arbeit der Ehrenamtlichen in den einzelnen Unterkünften sollte auf Bezirksebene noch besser vernetzt, gefördert und institutionalisiert werden; die bisherigen Bemühungen sollten personell und finanziell wesentlich ausgebaut werden. Für die Größe der Unterkünfte sollten Richtwerte festgelegt werden, denn nach allen Erfahrungen sind Zusammenballungen von Menschen schädlich; auch der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern darüber, was ein Stadtteil „verkraften“ kann, sollte öffentlich vermehrt stattfinden.

Thomas Batteiger: In kleinen Einheiten max. vier Personen auf das Stadtgebiet großzügig verteilen, und wenn die Menschen einfache und anspruchsvolle Arbeiten machen wollen und können, gut bis sehr gut bezahlen. Dann motivieren sie sich und unterstützen ihre Familien daheim. Die Zeit wird es den Menschen zeigen, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können und wollen.

Margit Fröhlich: Ich hab, nicht nur, Erfahrungen als ehrenamtliche Helferin in einer Erstaufnahme (EA) gesammelt, die frustrierend und leider vor allem weit verbreiteter Natur sind. Organisiert den Einsatz der Ehrenamtlichen besser. Sorgt für Koordination zwischen Betreibern und Helfern. Schult die Betreiber besser in Projektmanagement. Das, was die Flüchtenden in den EA-Zentren lernen, lernen sie später nicht mehr: Mülltrennung, Verhalten in Deutschland, sich bewegen in der Stadt, Ämtergänge etc. Hier wird ein unglaubliches Potenzial einfach verschleudert, indem die HelferInnen nicht eingebunden, sondern nur als Handlanger eingesetzt werden.

Felicitas Bohm: Ehrenamt: Es dauert einfach alles zu lange. Freiwillige werden eher ausgebremst. Fördern und Wohnen ist einfach nur überfordert – es sollten dort mehr Projektmanager arbeiten und weniger Sozialarbeiter. Es gibt viele Ehrenamtliche, die helfen möchten, aber denen nur schwer eine Gelegenheit gegeben wird. Es muss an höherer Stelle jemanden in der Stadt geben, der das koordiniert. Wenn sich Ehrenamtliche als Bittsteller fühlen, dann läuft da etwas schief.

Unterbringung

Ina Schweigert: Mein Vorschlag: Mehrgenerationen-Wohnprojekte für Flüchtlinge und Menschen, die aufgeschlossen sind für Multikulti-Leben und denen die Integration am Herzen liegt. Wohlwollende Rentner können gute Unterstützung sein. Keine billigen Provisorien bauen. Gleich zukunftsfähige, nachhaltige Wohnsiedlungen errichten. Gemeinschaftsräume mit einplanen, mit Küchenzeile. Damit gemeinsam gekocht und gefeiert werden kann. Zur Unterstützung der Kommunikation von vornherein MediatorInnen beteiligen.

Dirk Hannemann: Es ist meines Erachtens keine Flüchtlingskrise, sondern eine Verwaltungs- und Politikkrise. Gettos vermeiden, kleine Einheiten über die ganze Stadt verteilen und sehr schnell mit Sprachkursen beginnen.

Lena Santabalbina: Anstatt Flüchtlinge geballt in großen Unterkünften zusammenzupferchen, sollte die Landbevölkerung mit eingebunden und insbesondere Familien mit Kindern auf kleinere Dörfer und Kommunen verteilt werden! Dabei ist nicht die Rede von 700 Flüchtlingen auf 100 Dorfbewohner, sondern gemeint sind hier Gemeinden, die möglicherweise auch unter Landflucht leiden und wo eine begrenzte Zahl von Familien Zuflucht finden und durch die Verhältnismäßigkeit Integration gelingen kann!

Petra Tokarski: Keine Gettoisierung, Größe der Flüchtlingsunterkunft angepasst an die Situation vor Ort, viele kleine Unterkünfte statt eine große. So die Integrationsfähigkeit vor Ort gewährleisten. Maximale Belegung mit 500 Personen, von Beginn an eine 50prozentige Mischung mit Sozialwohnungen. Anpassung an die Bebauungsstruktur des Gebietes und Berücksichtigung der gegebenen Infrastruktur. Holzpavillons schnell erbauen, Wohnungen ausschließlich mit normalem Baurecht. Ganz wichtig: die Bürger einbeziehen und nicht vor vollendete Tatsachen stellen.

Jan Jagemann: Ein zentraler Punkt ist, dass nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wird. Flüchtlingssiedlungen mit mehreren Hundert Wohnungen werden Integration unmöglich machen, die Verteilung auf kleinere Einheiten ist aufwendiger, aber nur so wird es gehen. Die Anzahl „neuer“ Bewohner muss in vernünftiger Relation zur bestehenden Bevölkerung und Infrastruktur stehen, sonst sind Probleme programmiert. Projekte dürfen aus maximal 50 Einheiten bestehen, eng betreut von Sozialarbeitern und „Coaches“, die die berufliche Qualifikation fordern und fördern.

Marion Reinhold: Durch Gespräche mit Flüchtlingen und die Berichte aus der Presse wurde mir bewusst,wie wichtig eine gute Basisinformation über unser Land, unser Leben und auch über unsere Stadt für Menschen ist, die aus einem total anderen Kulturkreis kommen! Ich denke, ein Heftchen mit Informationen über unsere Gewohnheiten, wie wir Deutschen „ticken“, über das Verhalten auf den Straßen, unsere Grundgesetze, unsere Religion, einige deutsche Worte, über Hamburg, etc. sollte jedem Flüchtling gleich bei seiner/ihrer Ankunft in Hamburg übergeben werden.

Manfred Dittmer: Vorteile großer Einheiten sind grundsätzlich die bessere Sicherung gegen Übergriffe rechtsradikaler Deutscher und die effizientere Steuerung durch die Behörden. Nachteil großer Einheiten ist auf Dauer die Gettobildung. In Hamburg würde ich die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive dezentral in möglichst kleinen Einheiten unterbringen (verteilt in der ganzen Stadt). Begleitend sind Integrationsmaßnahmen, wie Sprachkurse und Schulunterricht, erforderlich.

Dietmar Richter: Keine Großquartiere! Maximal ca. 50 Wohnungen. Gleichmäßige Verteilung auf alle Stadtteile.

C. Mahns: Zunächst müssen die Grenzen geschlossen werden, nicht bleibeberechtigte Personen müssen zurück ins Heimatland. Die anerkannten Flüchtlinge brauchen umgehend verpflichtende Deutsch- und Integrationskurse. Ein Umzug in Wohnungen wäre wünschenswert. Patenschaften mit Hamburgern wären hilfreich. Unterstützung für die Schüler und Kindergartenkinder ist ganz wichtig, da Kinder der Motor zur Integration sein können.

Petra Weitendorf: Errichtung neuer, moderner, lebenswerter Stadtteile mit bezahlbarem Wohnraum in den bisher weniger dicht besiedelten Stadtteilen (Allermöhe/ Mittlerer Landweg/ Lehmsahl/ Neugraben), die sind zum Teil meist ja auch schon gut an die S- Bahn angeschlossen, gerade Mittlerer Landweg! Dort dann „gemischte“ Bevölkerung: junge, alte, Zuwanderer, Deutsche.

Ingrid Strecker: Keine zu großen Unterkünfte; ca. 500-800 Personen. Schnellstens mit Deutschunterricht und unseren Gesetzen beginnen. Dann die Kinder in die Schule bzw. Kita schicken.

Michael Pistorius: Die ausschließliche Belegung der neu zu schaffenden Quartiere mit Flüchtlingen ist problematisch. Vorschlag: Die Quartiere werden nach zügiger Schaffung von Baurecht innerhalb von drei bis vier Jahren als normale Sozialwohnungen von „willigen“ Unternehmen errichtet (SAGA, Genossenschaften u.a.). Diese erhalten die Flächen im Wege der Direktvergabe und verpflichten sich, ab Vertragsschluss Flüchtlinge im Verhältnis 1:1 in ihren Wohnungsbeständen unterzubringen. In den neu geschaffenen Wohnungen können dann schon bei der Erstvermietung gemischte Bewohnerstrukturen, auch unter Einbeziehung weiterer Flüchtlingsfamilien, hergestellt werden.

Edith Aufdembrinke: Mit Kreativität und etwas gutem politischem Willen könnten relativ schnell leerstehende Bürogebäude zu einfachen Wohnungen umgebaut werden; parallel dazu brauchen wir in allen Stadtteilen parteipolitisch nicht gebundene Stadtteilparlamente, um über die Entwicklung des jeweiligen Umfeldes nachzudenken. Jetzt Wohnungen nur für Flüchtlinge zu bauen, wird über kurz oder lang zu neuen Problemen für all die Menschen führen, die bisher schon keine bezahlbare Wohnung mehr finden.

Elfriede Roth: Die Unterkünfte auf das gesamte Stadtgebiet verteilen und so klein wie möglich halten. Das heißt, was eben möglich ist, um die Menschen unterzubringen. Wenn weiter abgelegene Flächen genutzt werden müssen, muss eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gewährleistet sein. Auch, dass die Kinder Schulen und Kitas erreichen können. Schulkinder sollten in Extra-Klassen fördernden Deutschunterricht erhalten, dann aber so schnell wie möglich in vorhandene Klassen eingegliedert werden. Für die Erwachsenen sollte Deutschunterricht Pflicht sein.

Melanie Friederichs: Ich glaube, eine gute Idee für eine Integration wäre es, wenn jedes Dorf/Stadt eine Handvoll Flüchtlinge übernehmen würde. Niemand hätte das Gefühl, dass da eine Masse kommt, und die Menschen hätten es leichter, aufeinander zuzugehen. Klar klappt das so nicht direkt für Hamburg, aber vielleicht kann man mit Schleswig-Holstein sprechen und eine gemeinsame Strategie in dieser Richtung finden?

Daniel Fuhrhop: Wenn wir alle Werkzeuge nutzen, die Neubauten überflüssig machen, wird sogar mehr Platz frei, als wir für die Flüchtlinge benötigen. Drei Beispiele dafür, mit welchen Werkzeugen man Räume besser nutzen kann: 1. Einliegerwohnungen fördern und dafür mit den Eigentümern sprechen, sie beraten und unterstützen. 2. Umzüge fördern, indem man denjenigen, die ohnehin auf kleinerer Fläche wohnen möchten (also ohne Zwang) Angebote für Wohnungen macht und den Umzug dorthin organisiert und bezuschusst. 3. Nach dem Modell „Wohnen für Hilfe“ das Zusammenwohnen von Älteren und Jüngern organisieren und dafür Vermittler und Vermittlungsbörsen fördern.

Tracey Runciman: Keine Massenunterkünfte. Deutsche sollten auch in den Siedlungen für Flüchtlinge (die hier bleiben) wohnen dürfen (fördert schnellere Integration). Den Königsteiner Schlüssel als Verteilungsgrundlage unter den Bundesländern aufgeben, denn er belastet die Stadtstaaten überproportional. Die Verteilung innerhalb Hamburgs besser (fairer) gestalten.

Nils Grohmann: Flüchtlinge müssen in Folgeunterkünften möglichst dezen­tral, d. h. in kleinen Einheiten und über die ganze Stadt verteilt untergebracht werden. Kurz- bis mittelfristige Lösungen sind z. B. nach dem Vorbild des Bremer Modells anzustreben. Wünschenswert sind nicht mehr als 100 Flüchtlinge an einem Ort. Das Maximum von 200 sollte nicht überschritten werden. Mittel- bis langfristig sollte die Unterbringung im normalen Wohnungsbau bzw. sozialen Wohnungsbau in Durchmischung mit der einheimischen Bevölkerung angestrebt werden.

Anne Fetzer-Moock: „Schwimmende“ Städte errichten und vergeben, 50:50 an Flüchtlinge und Einheimische.

Anja Schäfer: In Zeiten, in denen die Politik händeringend nach Grundstücken sucht, um von deren Besitzern Wohnungen für Geflüchtete in Expressbauweise errichten zu lassen, sind Bauwagenplätze ein unerhörter, unangemessener und unzeitgemäßer Luxus. Diese exotische Lebens- und Wohnweise gehört bestenfalls an den Rand einer Großstadt, aber nicht inmitten von Ballungszentren mit Wohnungsknappheit. Von den Geflüchteten wird erwartet, dass diese sich unseren Gepflogenheiten und Werten unterordnen. In Zeiten der Not kann man auch von den Bauwagenplatzbewohnern fordern, sich dem allgemein üblichen Wohnen in einer Großstadt anzupassen, um Platz für alle zu schaffen. Auf einem städtischen Grundstück für ca. 10 Wagen können bestimmt bis zu 50 Wohnungen errichtet werden.

Johann Lupatsch: Integration funktioniert nur mit kleinen Unterkünften mit max. 400 Personen. Das sind dann vielleicht 100 bis 150 allein lebende Männer und 50 bis 60 Familien mit 100 bis 120 Erwachsenen und 150 bis 180 Kindern. Mit dieser Größenordnung von Unterkünften ist es dann eventuell zu leisten, dass die umliegenden Schulen und Kitas mit entsprechenden Erweiterungen die Kinder aufnehmen können, mit Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, die öffentlichen Verkehrsmittel noch ausreichen und Arbeitsplätze in erreichbarer Entfernung sind.

Wolfgang Bremer: Es müssen Wohnblocks gebaut werden, in denen zum Beispiel im Erdgeschoss Ausländer wohnen, im 1. Stock Deutsche und im 2. Stock wieder Ausländer, usw. Denkbar wäre auch eine Zwangsräumung von Einfamilienhäusern, in denen weniger als drei Personen wohnen.

Dan Valijani: Wir haben in Deutschland einen Leerstand von 1,7 Mio. Wohnungen. Es muss niemand in Zelten oder Containern wohnen. Der Königsteiner Schlüssel ist nicht mehr zeitgemäß.

Michael Freiherr von Linden: Vielleicht besteht die Möglichkeit, schon bei der Erstankunft in Hamburg die ankommenden Asylsuchenden nach Nationalitäten zu trennen und dafür zu sorgen, dass verfeindete Gruppen nicht in die gleiche Erstaufnahme-Einrichtung gelangen. Das würde auch das Sprachenproblem ein wenig entschärfen.

Wolfgang Moritz: Ich bin für deutlich kleinere Flüchtlingsunterkünfte, die auf alle Stadtteile gerecht zu verteilen sind. Für Kursangebote bezüglich der deutschen Sprache und folgend dann dem deutschen Gemeinwesen. Für einjährige, schulische Basiskurse (Art Vorschulklasse) sowie für Angebote der örtlichen Vereine und Kultureinrichtungen, um dort eine zusätzliche Möglichkeit der Aufnahme in die Gemeinschaft vorzufinden. Nicht zuletzt sind alle Unternehmen aufgefordert, auch bleibewillige Flüchtlinge zu beschäftigen.

Verständigung

Anna Maria Blau: Frühestmöglicher Zugang zur Sprache, damit Verständigung überhaupt möglich ist. So kann man früh erfassen, wer welches Potenzial, welche Möglichkeiten, welche Absichten und Hoffnungen mitbringt und das perfekt zusammenbringen mit dem, was hier bei uns zu unser aller Wohl möglich ist. In Anbetracht der angespannten Lage mit bezahlten Sprachkursen, nicht mehr vorhandenen Sprachlehrern und den überbeschäftigten Helfern habe ich dazu ein für alle zugängliches, multilinguales Sprach-Lern-Bildungs- und Info-Portal – www.adia-erding.de – geschaffen, das Geflüchteten, Helfern, Gemeinden und Unternehmen maßgeblich bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt.

Nadja Grichisch: Ich arbeite mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen. Wir brauchen dringend Anschlussunterkünfte für junge Frauen, die über 18 sind. Wir brauchen ein Jugendhilfesystem, das nicht bei 18 aufhört und nur in Ausnahmefällen auf 27 erweitert werden kann. Wir brauchen mehr Therapeuten, die sich mit frauenspezifischen Fluchtgründen auskennen.

Vertrauen schaffen

Oliver Rübel: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation! Viele „besorgte“ Bürger sind wohl auch deshalb zum Teil zu Recht besorgt, weil sie das Gefühl haben, nicht richtig über Sachstand und Probleme informiert zu sein. Das ist durch eine strategische Kommunikation in den Griff zu bekommen. Auch Probleme müssen dabei aktiv von Behördenseite angesprochen werden. Die Sicherheitsbehörden sollten die Größenordnung von Sicherheitsproblemen regelmäßig ehrlich darstellen und ihre Maßnahmen/Bewältigungsstategien veröffentlichen. Man muss den Bürgern klarmachen, dass die Polizei das Gewaltmonopol des Staates trotz aller Vorkommnisse immer wieder herstellen kann und verteidigt. Zusammenarbeit von Polizei und Justiz: Für alle Straffälligen muss die Strafe auf dem Fuße folgen, also in zeitlich engem Zusammenhang mit einer Tat stehen. Das gilt aber natürlich nicht nur für Flüchtlinge. Das Braunschweiger Modell wäre hier ein gutes Beispiel.

Dr. Herbert Widulle: Die einfachste Lösung, die Flüchtlingskrise zu lösen, ist, wieder nach geltendem Recht vorzugehen und nicht mehr Rechtsbruch durch Behörden zuzulassen. Zum Beispiel: offensichtlich unbegründete Anträge auf Asyl sind sofort abzuweisen. Abschiebepflichtige müssen alle abgeschoben werden, die Polizei muss auch dann eingreifen, wenn die Straftaten durch Flüchtlinge geschehen (siehe Silvesternacht). Rechtsbeugung durch das Konstrukt des „Verbotsirrtums“, siehe Ukas der Innenbehörde aus 2015, ist zu beenden.

Horst Richard: Wer die Flüchtlingskrise lösen will, muss nicht nur die Ursachen der Flucht bekämpfen, sondern geltendes Recht auch konsequent anwenden. Zudem ist Bürgerbeteiligung bei der Integration erforderlich. Diese kann nur erfolgen, wenn die Bürger von Stunde null an den Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen der Städte und Gemeinden beteiligt werden. Derzeit sind die Verwaltungen und Kommunen maßlos überfordert.

Nadine T.: Eine demokratische Abstimmung in Wahllokalen: In freien und geheimen Wahlen wird abgestimmt, wie viele Flüchtlinge aufgenommen werden sollen – alle unbegrenzt, eine zu bestimmende Quote, niemand. Das Besondere dabei: Die Mehrheit pro Wahlbezirk entscheidet. Dem Wahlergebnis entsprechend werden Flüchtlingsunterkünfte zukünftig so auf die Bezirke verteilt, wie die Wahlen ausgegangen sind. Dadurch werden zum einen Fakten geschaffen, wie hilfsbereit die Bevölkerung insgesamt ist. Zum anderen werden endlich hilfsbereite Bezirke auch die Hilfe direkt vor Ort leisten können, statt wie bisher, wenn Stimmen aus dem Schanzenviertel mehr Unterkünfte fordern, die dann in Neuwiedenthal oder Billstedt entstehen.

Udo Bramkamp: Alle verantwortlichen Politiker des Bundes sollten einmal sich vor Ort in den Kommunen oder bei den lokalen ehrenamtlichen Gruppen aktiv über mindestens zwei bis drei Tage einbringen, damit sie mitbekommen, wie ihre Entscheidungen tagtäglich (fast) gar nicht umgesetzt werden können. Ferner würden sie sehen, welche Schwierigkeiten die Arbeit der Behörden den ehrenamtlichen Organisationen/Helfern macht.

Uwe Martensen: Mehr Geduld aufseiten der Politik, der Bevölkerung und der Flüchtlinge. Die letzten Nissenhütten und Notunterkünfte sind nach dem Zweiten Weltkrieg auch erst nach zehn Jahren aufgelöst worden. Familienzusammenführung muss unbedingt für anerkannte Flüchtlinge möglich sein, wie soll sonst Integration gelingen? Auf keinen Fall Gettos schaffen wie Steilshoop, das fördert Kriminalität, lieber vorübergehend Wohnraumbewirtschaftung wie nach dem Krieg einführen, wenn es auch manchmal wehtut. Sprachkurse und Beachtung des Grundgesetzes unbedingt erzwingen durch Geldentzug oder sogar durch Ausweisung und Strafen.

Arbeit

Wolfgang Lange: Viele Flüchtlinge leiden darunter, dass sie nicht arbeiten dürfen, während sie darauf warten, dass ihre Anträge bearbeitet werden. Gibt es Aufgaben bei der Wartung, Instandsetzung oder dem Neubau von Quartieren, für die sie Verantwortung übernehmen können? Das würde ihnen helfen, sich mit ihrer neuen Umgebung zu identifizieren, eine Vorstellung von ihrer eigenen Zukunft zu entwickeln.

Rüdiger Warnke: Gegen langes Warten, Hinhalten und Nichtstun hilft nur sinnvolle Beschäftigung. Deshalb mein Vorschlag: Die Handwerkskammer sollte Lernkurse einrichten, die sich auf wenige, aber hochbegehrte Handwerksberufe beschränkt, etwa Tischler, Elektriker, Mechaniker. Diese Kurse sollten in großem Umfang in leeren Industriegebäuden eingerichtet und (auch) von pensionierten Handwerkern betreut werden. Es sind zumutbare Ausbildungsarbeiten, die selbst, wenn sie nicht mit entsprechenden Prüfungen abgeschlossen werden, gerade junge Flüchtlinge weiterbringen.

Georg Hildebrandt: Wichtig wäre, dass alle, die zu uns kommen, eine Beschäftigung bekommen! Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase (in der z. B. die Hamburg greeters und andere Stadtführungen anbieten könnten) sollten die Erwachsenen verbindliche Integrationskurse besuchen und die Kinder einen Schulunterricht bekommen, der auf ihre Sprachbarrieren Rücksicht nimmt. Solange, bis sie eine Arbeitserlaubnis bekommen (möglichst bald), sollten die Erwachsenen Aufgaben bekommen - soziale Arbeit, die keine regulären Jobs wegnimmt, aber trotzdem sinnvoll und nützlich ist.

Sabine Behnke: Konsequentes Abschieben von Migranten, deren Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist bzw. dessen Status als (Kriegs-)Flüchtling nicht anerkannt wurde. Islamunterricht einbinden in so etwas wie „Deutschkunde“. Verpflichtende „Migrantenquote“ in Unternehmen, zum Beispiel je zehn Mitarbeiter ein Migrant. Keine Gettobildung zulassen und so einer Parallelgesellschaft entgegenwirken.