Hamburg

DLRG rettet mehr als 300 Menschen in Not auf der Alster

Die Lebensretter rückten in diesem Jahr 151 Mal aus als Menschen auf der Alster kenterten. Verein fordert erneut Wasserrettungszentrum.

Hamburg. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat in diesem Jahr mehr als 300 Menschen aus einer Notsituation auf der Hamburger Alster geholfen. Wie die zuständige DLRG-Wandsbek mitteilte, rückten die Retter zu 151 Kenterungen von Seglern und Kanuten auf Binnen- und Außenalster aus, dabei halfen sie insgesamt 313 Personen. Neun Menschen davon seien sogar in einer bedrohlichen Situation gewesen, 24 Mal habe Erste Hilfe geleistet werden müssen. Wer zwei bis drei Mal kentere, verliere komplett seine Kraft und brauche dann dringlich Hilfe, insbesondere bei kaltem Wasser.

Die Faustformel lautet: Pro Grad Wassertemperatur haben Gekenterte eine Minute zur Selbsthilfe, dann ist nur noch passives sich retten lassen möglich. Angesichts einer Zeit von ca. 10-15 Minuten, bis die Feuerwehr vor Ort wäre, ein waghalsiges Risiko.

Die Einsatzzahlen verdeutlichten die Notwendigkeit der DLRG auf der Alster, sagte Bernhard J. Hänel, der Vorsitzende des DLRG-Bezirks Wandsbek. Er forderte erneut die Errichtung eines DLRG-Stützpunktes an der Alster und kritisierte die derzeitigen Arbeitsbedingungen der ehrenamtlichen Helfer als "unzumutbar" und "demotivierend".

Die DLRG setzt sich seit Jahren für ein Wasserrettungszentrum ein, ohne das junge Leute für den ehrenamtlichen Job nicht zu begeistern seien. Dieses müsste ein WC, Aufenthaltsmöglichkeiten für die Ehrenamtlichen und Liegeplätze für zwei Rettungsboote umfassen. Sonst seien Nachwuchshelfer nur schwer von dem Ehrenamt zu überzeugen. „Es steht zu befürchten, dass mit der Olympia-Absage auch das Einsehen der Notwendigkeit, vorzeigbare Bedingungen für die Helfer stellen zu müssen, schwindet“, sagte Hänel. "Unsere Aktiven sitzen sechs bis zehn Stunden frierend im Rettungsboot und können sich anschließend nicht einmal aufwärmen oder aufs WC gehen. Sie müssen durchnässt mit Bus und Bahn nach Hause, was den Dienst nicht unbedingt attraktiv macht."